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München - Eigentlich hatten die Spieler der Green Bay Packers im Monday Night Game gegen die Chicago Bears genügend Grund zur Freude.

Nicht nur, dass das Team aus Wisconsin das Division-Duell mit 41:25 für sich entscheiden konnte, es trugen sich auch noch gleich fünf verschiedene Offensivspieler mit einem Touchdown in die Statistik ein.

Bei den Touchdowns von Davante Adams, Jamaal Williams, Robert Tonyan und Allen Lazard herrschte große Freude - nicht aber ausgelassene Ekstase. Die bekamen die Fans der Packers nur bei einem ganz speziellen Touchdown zu sehen.

 

Packers-Spieler freuen sich mit "Big Dog"

Fünf Sekunden nach Beginn des zweiten Viertels fing Tight End Marcedes Lewis einen 5-Yard-Touchdown Pass von Quarterback Aaron Rodgers – und alle flippten aus.

Ein Teamkollege nach dem anderen umarmte den Routinier, immer wieder wurde der Spieler mit dem Spitznamen "Big Dog" angebellt - auch von Rodgers selbst.

"Wir haben so viele fantastische Spieler in unserem Kader, aber bei niemandem freut man sich so sehr, wenn er einen Touchdown fängt, wie bei Marcedes Lewis. Wenn man sich die Reaktionen anschaut, von Davante Adams, von mir, allen Spielern an der Seitenlinie, seinem Coach – wir freuen uns alle so sehr mit Big Dog. Wir lieben ihn und wir wissen, wie wichtig er für unser Team ist. Das sollte man nicht unterschätzen", erklärte der Spielmacher nach der Partie in der Show von Pat McAfee.

Rodgers lobt Lewis

Der inzwischen 36 Jahre alte Lewis hat sich zu einem der wichtigsten Spieler in Green Bay entwickelt, und das nicht wegen seiner Statistiken.

"Seine Stats sind nicht überragend und beeindrucken auch nicht wirklich, aber das was er für uns macht, ist trotzdem so wichtig. Seine Führungsstärke, die kleinen Dinge, die er tut. Marcedes macht so viele Sachen, er blockt, ist physisch stark, nimmt eine Führungsrolle ein und sagt die richtigen Dinge zur rechten Zeit. Seine Leistung geht weit über die reinen Zahlen hinaus. Er hat eine große Bedeutung für unser Team", zeigte sich A-Rod begeistert.

Seit 2018 spielt Lewis mit dem Gunslinger zusammen, zuvor hatte er zwölf Spielzeiten bei den Jacksonville Jaguars verbracht, die ihn 2006 beim NFL-Draft an 28. Stelle ausgewählt hatten.

Teilnahme am Super Bowl möglich

Nach vielen Jahren mit starken Catches aber wenigen Erfolgen entschieden sich die Jaguars dann völlig überraschend, den Tight End zu entlassen. Sehr zum Unmut der Fans und auch Lewis selbst haderte fast ein Jahr lang mit seinem ungewollten Abgang.

 

Doch auch wenn das Ende im sonnigen Florida abrupt kam, mit dem Wechsel ins kalte Wisconsin ist Lewis ein Glücksgriff gelungen. Im Team von Head Coach Matt LaFleur kommt er mit bislang drei Touchdowns in zehn Saisonspielen zwar nicht mehr ganz an die Zahlen früherer Jahre heran, sportlich allerdings steht er so gut da wie selten.

In der NFC North liegen die Packers souverän an der Tabellenspitze, die Playoffs sind nur noch Formsache.

Aufnahme in die Hall of Fame?

Mit Jacksonville erreichte er in zwölf Jahren nur zweimal die Postseason, mit den Packers ist sogar der Einzug in den Super Bowl möglich.

Und auch persönlich durfte sich der 36-Jährige über einen großartigen Erfolg freuen. Als erst siebter Tight End in der Geschichte erreichte er im Spiel gegen die Bears seinen 400 Catch in mindestens 200 NFL-Spielen.

Sollte Lewis die selbe Ehre zuteil werden, wie den sechs Tight Ends vor ihm, dann winkt nach dem Karriereende sogar die Aufnahme in die Hall of Fame.

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