Aaron Rodgers erlebte ein Debakel. - Bildquelle: Getty ImagesAaron Rodgers erlebte ein Debakel. © Getty Images

Jacksonville/München - Aaron Rodgers senkte den Kopf. Die Spieler der New Orleans Saints stürmten nur so an ihm vorbei. Schnell weg. Ab auf die Bank. Sein fast schon ungläubiger Blick gen Videoleinwand beschreibt den Abend der Green Bay Packers ziemlich gut. 

Die Querelen der Offseason sollten mit dem ersten Snap 2021 endlich vorbei sein. Voller Fokus auf den Football.

Doch der Auftakt gegen die Saints endete in einem - man kann es nicht anders sagen - Debakel. Für die Packers. Für Rodgers. 

Die 3:38-Niederlage war die höchste eines Teams, das im Jahr zuvor noch im AFC oder NFC Championship Game stand. Green Bay war eigentlich als Favorit in das Spiel gegangen, ließ dann gegen bissige Saints aber so ziemlich alles vermissen. 

Rodgers erlebt Horror-Abend

Packers-Head-Coach Matt LaFleur wollte nichts beschönigen, sprach von einer "Demütigung" und bilanzierte: "Sie waren bereit zu spielen und haben uns heute absolut blamiert." 

Zweifelsohne erlebte Rodgers eine der schlimmsten Niederlagen seiner Karriere. Der 37-Jährige brachte nur 15 seiner 28 Pässe an den Mann, kam dabei auf 133 Yards Raumgewinn. Im dritten Viertel unterliefen ihm in drei Würfen zwei Interceptions. Zum Vergleich: In der gesamten letzten Saison waren es fünf.

Doch die Krönung folgte 10:46 Minuten vor dem Ende. Der amtierende MVP der NFL musste auf die Bank. Feierabend. Für ihn übernahm sein designierter Nachfolger Jordan Love.

Plötzlich stellt sich die Frage: Folgt der Abschied nun doch schneller als geplant?

Katastrophale Statistiken

Rodgers, der vor dem Spiel seine Zukunft offenhielt und einen Trade in der Offseason als "möglich" bezeichnete, versuchte nach dem Debakel zu beschwichtigen: "Wir haben schlecht gespielt, ich habe schlecht gespielt. Wir haben offensiv nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Aber es war ein Spiel und wir haben noch 16 vor uns."

 

Wie schlecht es wirklich war, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Rodgers kam auf ein Passer-Rating von 36,8. Noch nie hatte ein amtierender MVP in seinem ersten Spiel einen schlechteren Wert. Kurios: Wirft man den Ball bei jedem Spielzug absichtlich auf den Boden, kommt man auf ein besseres Rating - 39,6. 

Nur 53,6 Prozent seiner Pässe kamen an - eine ähnliche schlechte Bilanz wies Rodgers letztmals 2016 auf. Zudem war es eines von nur drei Spielen in seiner Karriere, in denen den Packers nur drei oder weniger Punkte gelangen. 

Rodgers' Blick geht nach vorne

Dabei gab Rodgers nach dem Spiel offen und ehrlich zu, dass die Packers sich möglicherweise überschätzt hatten: "Wir hatten wahrscheinlich das Gefühl, dass wir das Feld rauf und runter gehen würden, egal wer da draußen spielt. Sie hatten einen guten Plan." 

 

Die Niederlage sei nun "ein guter Tritt in den Allerwertesten, um uns hoffentlich wieder in die richtige Richtung zu bringen."

Und eine Hoffnung bleibt für die Packers-Fans nach dem Auftakt-Debakel: Erst in der letzten Saison verloren die Tampa Bay Buccaneers ebenfalls mit 3:38 gegen die New Orleans Saints. 

Wie die Geschichte bei Tom Brady und Co. weiterging, ist bekannt. Ob Rodgers und die Packers folgen können, ist nach der Vorstellung in Woche eins aber fraglich. 

Timo Nicklaus

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