Seine bislang letzte NFL-Station: Von 2015 bis 2017 stand Aldon Smith bei de... - Bildquelle: Getty ImagesSeine bislang letzte NFL-Station: Von 2015 bis 2017 stand Aldon Smith bei den Oakland Raiders unter Vertrag © Getty Images

Dallas/München - Aldon Smith hofft auf seine zweite Chance in der NFL. Einen Vertrag hat der Linebacker bereits unterschrieben. Bei den Dallas Cowboys soll er in der anstehenden Saison zwei Millionen US-Dollar verdienen. Die Spielgenehmigung von der Liga hat der 30-Jährige beantragt.

Die wurde ihm Ende 2017 entzogen, weil Smith zum wiederholten Mal unter Alkoholeinfluss am Steuer erwischt worden war und Fahrerflucht beging. Obendrein wurde ihm Vandalismus vorgeworfen. Seither ging der siebte Pick des Draft 2011 durch die Hölle.

Smith nutzt Trainingsmöglichkeiten von "Fox"-Reporter

Diesen Eindruck vermittelte er im Interview mit "Fox"-Reporter Jay Glazer, der eine nicht unwesentliche Rolle in seinen Comeback-Plänen einnimmt. Denn Smith nutzte die Trainingsmöglichkeiten im Gym des Journalisten, um sich körperlich wieder in die Verfassung für Profisport zu bringen und schüttete dort obendrein seine Seele aus.

Um die war es direkt nach dem Aus bei den Oakland Raiders und damit auch in der NFL nach der Sperre vor zweieinhalb Jahren alles andere als gut bestellt. "Ich würde sagen, 2018 war ein heftiges Jahr", erinnert sich Smith: "In diesem Jahr habe ich mich gefühlt, als wäre ich an einem wirklich dunklen Ort."

"Unter Auto geschlafen, weil ich es nicht anders verdient hatte"

Er scheint mental am Ende gewesen zu sein. "In den schlimmsten Zeiten wurde es richtig hart", betont der Pro Bowler von 2012: "Ich habe einige Nächte unter einem Auto geschlafen, weil meine Krankheit mich dahingetrieben hat. Dabei hatte ich ein Zuhause, in dem ich hätte schlafen können. Aber ich befand mich an einem solch dunklen Ort, dass ich das Gefühl hatte, ich würde nichts anderes verdienen."

Erschütternde Aussagen, die tief blicken lassen. Zum Glück fand Smith einen Ausweg - auch dank Glazers Gym. "Am Anfang war ich ein bisschen unschlüssig, aber je mehr ich mit diesen Leuten geredet habe, desto mehr war es wie eine Therapie für mich", berichtet der Quarterback-Jäger von seinem mühsamen Weg zurück ans Licht: "Ich bekam Unterstützung für die Dinge, mit denen ich mich herumschlug und konnte meine Geschichte erzählen."

Im Gym Cowboys-Coach McCarthy kennengelernt

In dem Gym lernte er auch Mike McCarthy kennen, der nun sein Head Coach bei den "Boys" ist. Zum Coaching Staff zählt auch Jim Tomsula, mit dem Smith in seinen ersten vier NFL-Jahren bei den San Francisco 49ers zusammenarbeitete.

Laut Glazer blieb Smith während der neunmonatigen Zusammenarbeit trocken. Das klingt nach einem echten Neustart. Allerdings war der Profi erst im vergangenen Sommer wieder mit Fahne am Steuer aus dem Verkehr gezogen worden.

Mehrere Vorfälle während Zeit ohne NFL

Seine Strafakte hat sich während der NFL-losen Zeit gehörig gefüllt: Es steht der Vorwurf der häuslichen Gewalt im Raum, außerdem soll er eine Person im Suff in die Hand gebissen haben. Beide Vorfälle sollen sich 2018 ereignet haben. In Smiths schwärzestem Jahr.

Jetzt schaut er nur noch vorne, gibt sich geläutert: "Durch diesen Prozess kann ich nun besser verstehen, wer ich bin und was ich in meinem Leben erreichen will." Er wisse "noch mehr zu schätzen, dass ich dieses Spiel spielen darf".

Smith will "beenden, was ich angefangen habe"

Vielleicht rettet ihn der Football und damit auch die NFL vor weiteren schweren Fehltritten. Oder in der Konsequenz einem ganz bösen Ende.

Smith sollte wissen: Die zweite könnte gut auch seine letzte Chance sein. Ob er das wirklich realisiert hat? Es scheint so, immerhin sieht er die sich anbahnende Rückkehr nicht als selbstverständlich an: "Ich bin so dankbar, dass mir die NFL und die Cowboys die Chance gegeben haben, zu beenden, was ich angefangen habe."

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