Amon-Ra St. Brown folgt seinem Bruder Equanimeous in die NFL. - Bildquelle: imago images/ZUMA WireAmon-Ra St. Brown folgt seinem Bruder Equanimeous in die NFL. © imago images/ZUMA Wire

München – Ein NFL-Draft ist leider nicht immer ganz logisch. Deshalb ist es oft müßig, die Gründe für einen überraschenden Absturz groß zu hinterfragen.

Amon-Ra St. Brown hat diese bittere Erfahrung in diesem Jahr machen müssen. Denn obwohl Experten den Wide Receiver in der ersten oder zweiten Runde verortet hatten, musste er bis zur vierten warten, ehe der Anruf der Detroit Lions kam.

15 Receiver gingen vor ihm vom Board. 15 Namen, die er sich gemerkt hat. 15 Namen, die ihn motivieren, den anderen Teams zu zeigen, dass sie einen Fehler gemacht haben. "Ich werde die 15 Receiver, die vor mir im Draft ausgewählt wurden, nie vergessen", erklärte St. Brown während des Rookie-Minicamps im Gespräch mit der "Detroit Free Press".

Amon-Ra St. Brown: Erst einmal unter dem Radar

Ein Vorteil: Er fliegt nun vorerst weiterhin unter dem Radar, im Fokus der breiten NFL-Öffentlichkeit stehen erst einmal andere Receiver wie DeVonta Smith, Ja'Marr Chase oder Jaylen Waddle. Den Druck haben also andere, bei St. Brown halten sich die Erwartungen als Vierterundenpick automatisch etwas mehr in Grenzen.

Doch es könnte bei ihm ganz schnell gehen. 

Denn nach einem guten Eindruck bei den Einheiten im Frühling mit einem dicken Lob von Head Coach Dan Campbell haben ihn vor dem Camp Ende Juli wieder die Experten auf dem Schirm: diesmal als sogenannten "Rookie Sleeper". 

Also ein Neuling, der auf der Überholspur möglicherweise für eine echte Überraschung, einen nachhaltigen Eindruck sorgen kann. Der die passenden Fähigkeiten besitzt, aber trotzdem noch ein wenig unterschätzt wird. Der es aus dem Stand aber nicht nur in den Kader, sondern zum Starter schaffen kann.

Und das im Fall von St. Brown trotz der 15 Namen, die vor ihm aufgerufen wurde.

Noch ein Vorteil dabei: Der Umbruch bei den Lions, der St. Brown echte Chancen eröffnet.

So nennt Chris Trapasso von CBS den Depth Chart der Lions auf der Receiver-Position "grässlich. Aber für St. Brown herrlich. Ich glaube nicht, dass sich ein Receiver aus der vierten Runde jemals in einem so glorreichen Szenario befand, um seine Ziele zu erreichen."

Der Umbruch ist eine ideale Situation

Kenny Golladay und Marvin Jones Jr. haben die Lions verlassen, der Klub hat die Routiniers Tyrell Williams und Breshad Perriman verpflichtet. "Eine ideale Situation für einen Rookie-Receiver", schreibt Gary Davenport vom Bleacher Report. Und meint: "Die sprichwörtliche Tür ist weit offen für St. Brown. Er muss nur durchgehen."

Tatsächlich ist die Konkurrenz überschaubar, das Rennen ist offen, St. Brown könnte jede Menge Chancen erhalten, sich zu zeigen.

Die Chemie mit Quarterback Jared Goff stimmt zumindest schon mal. "Ich liebe Jared. Er ist ein großartiger Kerl. Ein großartiger Quarterback, der das Spiel versteht", sagte St. Brown bei CBS: "Er hat mir einige Dinge über bestimmte Routen beigebracht und Dinge, die Cooper Kupp damals bei den Rams mit ihm gemacht hat, die er geliebt hat. Er kümmert sich." 

Ziele bereits gesetzt

St. Brown selbst weiß, was er will, er hat sich seine Ziele sehr früh gesetzt. "Es kann sich schnell ändern, ob ich spiele oder in den Special Teams bin, oder Stammspieler. Ich werde einfach sehen, wie das Camp läuft, und wenn die Saison näher rückt, werde ich mir neue Ziele setzen." 

Gut möglich, dass er das als "Rookie Sleeper" auf jeden Fall tun muss. 

Andreas Reiners

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