Andrew Luck verpasst wohl die Preseason. - Bildquelle: imagoAndrew Luck verpasst wohl die Preseason. © imago

Indianapolis/München - Es wird wohl ein Wettlauf mit der Zeit für Andrew Luck. Im Idealfall. Vor dem Regular-Season-Auftakt seiner Indianapolis Colts in der Nacht vom 8. auf den 9. September bei den Los Angeles Chargers wird der Quarterback nicht mehr in Aktion zu bewundern sein.

Die Preseason muss der viermalige Pro-Bowler sausen lassen. Das erklärte General Manager (GM) Chris Ballard. Denn Luck plagt sich bereits seit Monaten mit einer mysteriösen Blessur. Zunächst war von einer Wadenverstauchung die Rede, nun soll auch das Sprunggelenk Probleme bereiten. Colts-Besitzer Jim Irsay sprach lediglich von einer kleinen Knochenverletzung.

Wollen oder können Colts-Bosse nicht mit ganzer Wahrheit herausrücken?

Es wirkt ein bisschen so, als würden die Verantwortlichen des Teams nicht mit der ganzen Wahrheit herausrücken wollen. Oder noch schlimmer: können. Weil das ganze Ausmaß womöglich gar nicht absehbar ist?

Seit April soll sich Luck mit den Schmerzen herumplagen. Er verpasste die OTAs im Mai komplett, blieb auch während des Training Camp nur Zuschauer. Laut "CBS" absolvierte der Signal Caller seit April ganze drei Trainingseinheiten.

Lucks Probleme bei Seitwärts-Schritten und außerhalb der Pocket

Ballard zufolge haben sich die Wadenprobleme seit mehreren Jahren aufgestaut. Luck soll besonders bei Seitwärts-Schritten und schnellen Bewegungen außerhalb der Pocket eingeschränkt sein. Wer zwischen den Zeilen liest, könnte eben den Eindruck gewinnen, dass es offenbar nur noch darum geht, Luck irgendwie zum Start der Regular Season einsatzbereit zu bekommen.

Irsay sagte zwar bei "SiriusXM NFL Radio": "Ich bin sehr zuversichtlich, dass er sich da durchkämpfen wird." Vergleiche mit NBA-Superstar Kevin Durant, der sich nach wochenlangen Wadenproblemen wohl auch wegen der zu kurzen Pause direkt beim Comeback einen Achillessehnenriss zuzog, ließ er nicht gelten: "Aber hier handelt es sich eben nicht um die Achillessehne. Es ist eine andere Körperregion, es geht um einen Knochen."

Irsay war schon 2017 (zu) optimistisch

Dennoch kann sich der Klubboss des Eindrucks nicht erwehren, die gleiche Platte aufzulegen wie vor zwei Jahren. Nämlich die der Durchhalteparolen. 2017 hatte Irsay nach einer Schulter-OP bei Luck bis kurz vor dem Saisonstart die Hoffnung verbreitet, sein wichtigster Angestellter würde kein einziges Spiel verpassen.

Später äußerte er zumindest den optimistischen Plan, dass Luck den Großteil der Spielzeit absolvieren könnte. Das Ende vom Lied: Der Playmaker musste komplett aussetzen.

Luck fehlte 2015 wegen eines Nierenrisses

Für Luck war es die mit Abstand längste Leidenszeit seiner Karriere. Lediglich 2015 wurde er schon einmal für mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt. Wegen eines Nierenrisses verpasste er seinerzeit die letzten sieben Spiele der Regular Season.

Nachdem gut ein Jahr später ein Eingriff an der Schulter des Wurfarms unumgänglich wurde, ließ Luck mit folgendem Satz tief blicken: "Ich habe in den vergangenen zwei oder drei Jahren mehr Ärzte gesehen als ich an zwei Händen abzählen kann." Beide Schultern seien mehrmals lädiert gewesen.

OP als Folge einer Pechsträhne oder einer Überstrapazierung?

Zu allem Überfluss hatte der First-Overall-Pick des Draft 2012 sich vor der OP bei einem Snowboardunfall das Schultereckgelenk verrenkt. Handelte es sich dabei nur um eine Pechsträhne? Oder war die für den Quarterback extrem wichtige Schulterpartie irgendwann einfach überstrapaziert?

So wie nun möglicherweise das lädierte Bein, das derzeit weder Training noch Spiele zuzulassen scheint. Die Unruhe unter den Colts-Fans dürfte zunehmen, so kurz vor dem Auftakt der eigentlich mit viel Vorfreude herbeigesehnten Jubiläumssaison.

Houston und Co.: Erfolgreiche Offseason für die Colts

Immerhin hatte Luck das Team im vergangenen Jahr erstmals nach vier Spielzeiten wieder in die Playoffs geführt und dabei in diversen Statistiken an seine Karrierebestwerte herangereicht. In dieser Offseason stießen mit Wide Receiver Devin Funchess, Running Back Spencer Ware oder Defensive End Justin Houston namhafte Verstärkungen zum Team.

Nun könnte Luck die Party-Stimmung zunichte machen. Ballard sorgt jedenfalls schon einmal vor. Zak Keefer von "The Athletic" zitiert den GM: "Mir ist die Wichtigkeit von Andrew Luck bewusst, willst du mich veralbern? Dieser Junge ist einer der besten fünf Quarterbacks in der Liga."

Colts vorbereitet auf den Fall der Fälle

Weiter soll Ballard gesagt haben: "Aber wir haben mit Jacoby Brissett auch einen anderen Quarterback, den wir mögen. Für mich gehört das zum Aufbau eines Teams dazu. Du musst darauf gefasst sein, wenn sich die Dinge nicht wie geplant entwickeln."

Brissett war schon 2017 für Luck eingesprungen. Neben 13 Passing Touchdowns bei sieben Interceptions gelangen ihm vier Runs in die Endzone. Allerdings führte der Backup das Team nur zu vier Erfolgen bei zwölf Pleiten.

Auch das wissen Ballard und Irsay. Und dürften deshalb alles Menschenmögliche veranlassen, um den Wettlauf mit der Zeit zu gewinnen.

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