Sam Bradford (l.) oder Josh Rosen - wer führt die Cardinals zurück auf die E... - Bildquelle: ImagoSam Bradford (l.) oder Josh Rosen - wer führt die Cardinals zurück auf die Erfolgsspur? © Imago

Arizona/München – Der neue Quarterback hat sich bereits als Großmaul der NFL einen Namen gemacht. Vor dem Draft kündigte Josh Rosen schon einmal an, er wolle mehr Titel als Tom Brady holen. Als er dann lediglich an Position zehn gedraftet wurde, mimte er zunächst die beleidigte Leberwurst: "Ich bin mir sicher, dass die Teams, die mich nicht ausgewählt haben, im Laufe des nächsten Jahrzehnts erkennen werden, dass sie einen Fehler gemacht haben." Dann aber gab er sich doch wieder glücklich, ausgerechnet bei den Arizona Cardinals gelandet zu sein, die ja so ein "unglaubliches Team" seien.

ProSieben MAXX und ran.de übertragen am 26. August das Preseason-Game der Arizona Cardinals bei den Dallas Cowboys

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren die Cardinals tatsächlich eines der heißesten Teams der NFL. In der Saison 2015 kamen sie auf 13-3 Siege und scheiterten erst im NFC Championship Game an den Carolina Panthers. Seitdem ging es allerdings rapide bergab. Weder 2016 noch 2017 gelang eine positive Bilanz. Viele Verletzungsprobleme, vor allem des unersetzbaren Running Backs David Johnson, aber auch von O-Liner Mike Iupati oder Quarterback Carson Palmer, waren nicht zu kompensieren.

Umstrittene Entlassung von Mathieu

Nach Abschluss der Saison, welche mit acht Siegen und acht Niederlagen endete, begann das große Stühlerücken. Head Coach Bruce Arians trat genauso zurück wie Quarterback Palmer. Zudem wurde Safety Tyrann Mathieu vor die Tür gesetzt, nachdem er eine Gehaltskürzung ablehnte. Dieser Schritt brachte den Verantwortlichen viel Kritik ein. Mathieu gilt als einer der besten Safetys der NFL, der mit seinen knapp 26 Jahren noch viel Entwicklungspotential hat.

Doch das Geld wurde eben an anderer Stelle benötigt. Sam Bradford wurde von den Minnesota Vikings geholt und mit einem Vertrag über 20 Millionen US-Dollar ausgestattet. Auch dieser Move war aufgrund der Verletzungshistorie von Bradford umstritten. Dabei wird aber teilweise vergessen, dass Bradford, wenn er denn gesund ist, ein starker Quarterback mit hoher Passgenauigkeit und einem guten Pocket-Verhalten sein kann. Zumal es abgesehen von dem teuren Kirk Cousins nicht allzu viele Alternativen auf dem freien Markt gab.

SMS von Bradford an Rosen

Spannend bleibt, wie sich die Quarterback-Situation entwickeln wird. Die Großmauligkeit von Rosen lässt erahnen, dass er nicht lange als Backup still halten wird. Bradford zeigt sich jedenfalls kollegial und soll Rosen vor der ersten Pressekonferenz in Arizona eine SMS mit folgendem Inhalt geschrieben haben: "Josh, wie geht‘s? Willkommen in Arizona! Ich wollte dich nur wissen lassen, dass ich mich darauf freue, mit dir zu spielen. Ich werde ein offenes Buch für dich sein. Also wenn du etwas brauchst oder irgendwelche Fragen hast, kannst du gerne fragen. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit."

Rosen, der in den ersten vier Jahren durchschnittlich 4,4 Millionen US-Dollar Jahresgehalt kassiert, galt als der geschliffenste und reifste Quarterback im Draft. Er hat zwar keinen Mega-Wurfarm wie Josh Allen (Buffalo Bills), macht aber wenig Fehler und kam in seiner letzten College-Saison auf 62,5 Prozent erfolgreiche Pässe und ein Quarterback-Rating von 147.

Der neue Head Coach Steve Wilks hält sich zumindest ein Türchen offen, wenn er sagt: "Wir haben Sam Bradford geholt, damit er unser Starting-Quarterback ist und ich würde sagen, dass dies noch immer gilt. Aber ich bin total gespannt, was Josh hier leisten wird. Auf jeder Position herrscht ein offener Wettbewerb."  

Wilks steht in Arizona erstmals als Head Coach eines NFL-Teams in der Verantwortung. Zuletzt war er Assistant Head Coach und Defensive Coordinator bei den Carolina Panthers. President Michael Bidwill bezeichnete den neuen Trainer als einen "echten Anführer, der nicht einfach nur die Football-Spieler weiterbringt, sondern auch die Menschen dahinter." Wilks genoss bei all seinen Stationen den Ruf, sehr anspruchsvoll zu sein, aber auch junge Spieler weiterentwickeln zu können und zudem viel Akzeptanz im Locker Room zu genießen.

Moubarak Djeri: Deutscher Hoffnungsträger

Gut möglich, dass die älteste Franchise der NFL unter Wilks wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen wird. Viele Spieler aus der 2015er Saison befinden sich noch immer im Kader. Die Defense ist trotz des Abgangs von Mathieu mit Stars wie Defensive Tackle Robert Nkemdiche, dem 2017er Sack-Leader Chandler Jones oder Cornerback Patrick Peterson weiter namhaft besetzt. In Defensive Liner Moubarak Djeri, der direkt von der GFL in die NFL geholt wurde, ist sogar ein deutscher Hoffnungsträger vorhanden - wenn er es denn in den Kader schafft.

  

In der Offense kehren die Schlüsselspieler Johnson und Iupati wieder zurück. Wide Receiver Larry Fitzgerald geht in seine 15. Saison und zeigt dennoch keine Alterungserscheinungen. Der in der zweiten Runde gedraftete Passempfänger Christian Kirk könnte aufgrund seiner bulligen Art eine neue Facette in das Spiel bringen. Zudem wurde die Offensive Line mit den etablierten Justin Pugh und Andre Smith weiter verstärkt.

Ob Rosen mit dieser Franchise allerdings mehr Titel holen wird als Tom Brady, sei einmal dahingestellt.

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