Drew Brees: Er gibt die Richtung vor. - Bildquelle: imago/ZUMA PressDrew Brees: Er gibt die Richtung vor. © imago/ZUMA Press

München/New Orleans -  Wir haben nicht nachgezählt, den wievielten Frühling Drew Brees denn nun erlebt. Einigen wir uns darauf: Es wird der x-te sein. Das trifft es wohl am besten.

Und wir wissen ja auch: Manche Sportler sind wie ein guter Rotwein – je älter, desto besser. Und in Zeiten der exzessiven Nutzung sportlicher Superlative heißt es dann schnell: Wir erleben gerade den besten Drew Brees der Geschichte. Mit zarten 39 Jahren.

Doch ist das tatsächlich so? 

 

Die Halbzeit der Regular Season vor dem Spiel am Sonntag (ab 19 Uhr im Livestream auf ran.de) bei den Cincinnati Bengals ist ein guter Zeitpunkt für einen Vergleich. Setzen wir voraus, dass Brees auf ähnlichem Niveau weitermacht, käme er am Ende auf rund 4700 Yards, 36 Touchdowns und ganze zwei (!) Interceptions.

Man ahnt es bereits: Die Interceptions wären unerreicht, Yards und Touchdowns aber nicht seine beste Ausbeute. Insgesamt schaffte er seit seinem Wechsel zu den Saints 2006 sieben Mal mehr als 4700 Yards, fünf Mal sogar mehr als 5000, außerdem vier Mal mehr als 36 Touchdowns.

2011 sticht dabei heraus, dort schaffte er seine persönliche Bestmarke von 5476 Yards (die zweitbeste in der NFL-Geschichte) und 46 Touchdowns.

Unglaubliche Completion Rate

Aber: Seine Completion Rate von 76,3 Prozent in den ersten acht Saisonspielen 2018 ist mit Abstand seine und die beste in der NFL-Historie. Und sein Quarterback-Rating liegt bei 120.6 – der beste Wert der regelmäßigen Starter. Und nah dran an Aaron Rodgers' Rekord von 2011, damals schaffte der Packers-Superstar ein Rating von 122.5. 

Alles Werte, die die These mit dem Wein stützen. Statistiken, die zeigen, dass Brees auf einem nimmermüden Höhepunkt seines Schaffens immer noch numerische Abnormitäten im positivsten Sinne vollbringen kann.

Aber Zahlen sind ja längst nicht alles. Brees mag das Herz der Saints sein, für den langen Atem sorgen aber vor allem auch die Stars, die sich um ihn versammeln. Die seine perfekt getimten Würfe in die Endzone tragen. Die seine Geistesblitze umsetzen.

Wie wichtig nicht nur der Quarterback als Dirigent, sondern auch das Rest des Teams als Orchester ist, zeigte im Grunde die gesamte Brees-Ära.

Ein Beispiel: Statistisch spielte er 2017 seine schlechteste Saison, mit "nur" 4334 Yards und 23 Touchdowns. Gescheitert sind die Saints aber erst beim dramatischen Minneapolis Miracle in den Divisional Playoffs gegen die Vikings. Die Jahre davor liefen für ihn deutlich besser, dafür umso schlechter für die Saints.

Viel Qualität in der Offense

Um ihn herum tummelt sich 2018 aber viel Qualität mit den Running Backs Alvin Kamara und Mark Ingram sowie Receiver Michael Thomas. Die Receiver-Baustelle wollen die Saints mit Dez Bryant schließen, der jüngst verpflichtet wurde. Dazu gehört die Offensive Line zum Besten, was die NFL zu bieten hat. Bauchschmerzen bereitet dafür die Pass-Defense.

 

Klar ist aber: Die Mischung macht es. Und inzwischen klingt die Mischung verdächtig nach Super Bowl. Im Zentrum Brees, der sich zuletzt mit dem Passing-Yards-Rekord und dem Einzug in den elitären Kreis der Quarterbacks mit 500 und mehr Touchdowns ein Stück unsterblicher im Big Easy machte. Er gehört immer noch zu den akkuratesten Werfern seiner Zunft, dazu ist er körperlich in Topverfassung. In MVP-Verfassung.

Doch selbst die besten Statistiken sind komplett wertlos, wenn es in der Postseason zählt, wenn in den Playoffs die Helden gemacht werden. Wenn Brees den entscheidenden Unterschied machen kann. Und muss. Denn dann wird sich zeigen, ob wir tatsächlich den besten Brees sehen.

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