Nicht zufrieden mit seiner bisherigen Leistung: Ben Roethlisberger - Bildquelle: Getty ImagesNicht zufrieden mit seiner bisherigen Leistung: Ben Roethlisberger © Getty Images

München - Bei "Big Ben" läuten die Alarmglocken. 

Auf der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen die Las Vegas Raiders ließ ein sichtlich verärgerter Ben Roethlisberger Dampf ab: "Es ist frustrierend. Ich habe verdammt viel Zeit investiert, mehr als jemals zuvor. Das Resultat ist aber bisher nicht gut. Ich spiele nicht gut genug. Das nervt." 

Die Pittsburgh Steelers sind mit einem Sieg und einer Niederlage in die neue Spielzeit gestartet. Die Offensive sollte dank des neuen Offensive Coordinators Matt Canada und Running Back Najee Harris einen Neuanstrich bekommen. Doch bisher ist sie nur dasselbe in Grün, oder eher in Gelb-Schwarz.

Offensive zu ausrechenbar

Denn nach wie vor stottert das Offensiv-Scheme der Steelers. In zwei Spielen sammelten die Steelers 583 Offensive-Yards und 40 Punkte. Beide Werte landen im unteren Viertel der Liga. 

Najee Harris, der in der ersten Runde gewählt wurde, sollte das Laufspiel beleben. Doch der Rookie findet kaum Lücken hinter einer desolaten Offensive Line. Der 23-Jährige holt durchschnittlich 1,7 Yards vor dem Erstkontakt mit einem Defensiv-Spieler raus. Ein niedriger Wert und guter Indikator dafür, wie viele Räume die O-Line für den Ballträger schafft. Mit 57 erlaufenen Yards pro Spiel tragen die Steelers die rote Laterne in der Liga. 

 

Offensive Coordinator Canada gelingt es nicht, seine Offensive aus einem Guss zu gießen. Stattdessen operieren Lauf- und Passspiel unabhängig voneinander, anstatt aufeinander aufzubauen und es so schwieriger für gegnerischen Defensiven zu machen. 

Big Ben: Inkonstant

Ben Roethlisberger macht es ihm mit seiner Abneigung für Play-Action-Pässe sicherlich nicht leichter. Und auch der Quarterback trägt seinen Teil zur Ineffizienz bei. Der 39-Jährige spielt deutlich zu inkonstant. Hin und wieder lässt er die alten Fähigkeiten aufblitzen und findet seinen Passempfänger punktgenau für einen langen Pass, doch zu oft verfehlt er seine Anspielstationen, liest Defensiven nicht schnell genug und leistete sich bereits drei Turnover. 

"Einige Spielzüge haben gut funktioniert, aber viele eben nicht. Daran müssen wir arbeiten", räumte der Signal Caller ein. 

Besonders gegen Druck strahlt Ben Roethlisberger nicht mehr die alte Coolness und Toughness aus, die ihm den Spitznamen "Big Ben" verliehen. Bei knapp 25 Prozent seiner Dropbacks stand Roethlisberger in dieser Spielzeit unter Druck. Er steckte vier Sacks und konnte lediglich fünf seiner 14 Pässe anbringen. 

Mehr Flexibilität die Lösung? 

Doch wie kriegt man ein altes Uhrwerk wieder zum Laufen? Die Steelers werden diese Saison keine Offensiv-Feuerwerke mehr abfeuern, könnten aber versuchen, mehr Konstanz in die Offense zu bringen. 

Dazu muss die Offensive Line einen Schritt nach vorne machen, indirekt könnte ihr geholfen werden, indem Canada mehr Motion, also Bewegung vor oder bei dem Snap einstreut. Bisher nutzen die Steelers bei 38 Prozent der Spielzüge Motion und rangieren damit im Mittelfeld. 

Teams wie die Chiefs oder 49ers sind jenseits der 60 Prozent. Natürlich ist Motion kein Allzweckmittel, aber es kann Defensiven für einen Moment verwirren und Zuteilungen durcheinanderbringen. Die zusätzlichen Augenblicke könnten der Offensive Line zu Gute kommen.

Die Steelers verfügen zudem über sehr athletische, dynamische Wide Receiver, die mit dem Ball in ihrer Hand auch Yards auf eigene Faust ergattern können. Der längste Lauf diese Saison geht auf das Konto von Chase Claypool. Canada könnte seine Receiver öfter den Ball tragen lassen. 

Und Roethlisberger? "Die gute Nachricht ist, dass wir noch eine Menge Zeit haben, an den nötigen Stellschrauben zu drehen", sagte er auf der Pressekonferenz. Doch auch bei "Big Ben" tickt die Uhr. 

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