Nach neun Jahren trennen sich die Wege von Gerald McCoy und den Tampa Bay Bu... - Bildquelle: Getty ImagesNach neun Jahren trennen sich die Wege von Gerald McCoy und den Tampa Bay Buccaneers. © Getty Images

München/Tampa Bay - Die Tampa Bay Buccaneers haben Defensive Tackle Gerald McCoy nach neun Spielzeiten entlassen. "Diese Entscheidungen sind sehr schwierig, sowohl persönlich, als und professionell", erklärte Jason Licht, General Manager der Buccaneers, in einem Statement der Franchise:

"In den letzten neun Jahren war Gerald ein Eckpfeiler dieser Franchise und ein Anführer in unserer Community. Die Trennung von einem Spieler und einer Person wie Gerald ist eine der schwierigsten Aufgaben meines Jobs. Wir wünschen Gerald, seiner Frau Ebony und der gesamten McCoy-Familie weiterhin viel Erfolg und danken ihnen für alles, was sie für unsere Organisation und Gemeinschaft getan haben."

Arians war McCoys Vertrag Dorn im Auge

Der Third-Overall-Pick von 2010 stand noch bis 2022 bei den "Bucs" unter Vertrag. Tampas neuer Head Coach Bruce Arians war in Anbetracht von McCoys fortgeschrittenem Alter jedoch nicht bereit, dem Defensive Tackle sein festgeschriebenes Gehalt über die volle Vertragslänge zu bezahlen. Der 31-Jährige hätte in den kommenden drei Spielzeiten jeweils knapp 13 Millionen Dollar verdient.

Dennoch dankte Arians McCoy für seine erbrachten Leistungen: "Ich weiß, dass Gerald eine Menge gute Sachen auf und abseits des Football-Felds in Tampa während seiner Zeit hier getan hat", erklärte Arians am Dienstag:

"Du hasst es, gute Spieler gehen zu sehen, aber dies ist eine Entscheidung, die wir für notwendig hielten, um uns und Gerald die Möglichkeit zu geben, voranzukommen. Gerald ist ein Superspieler und ich wünsche ihm alles Gute."

Vor einige Wochen wurde der Head Coach beim Owner Meeting der NFL noch um einiges deutlicher: "Er ist nicht mehr so zerstörerisch wie vor vier Jahren, aber er ist immer noch ein guter Spieler."

Doch keine Trennung in beiderseitigem Einvernehmen?

Die anhaltenden Spekulationen um seine Person sorgten Anfang Mai dafür, dass McCoy seiner Frustration freien Lauf ließ. Auf Instagram polterte er: "Ich bin ein All-Pro, auf dem Feld und abseits des Feldes. Ihr wollt mich in Frage stellen? Was zum Teufel? 'Wird er bereit sein? Liebt er Football?' Was?! Ihr seid alle verrückt. Habt euren Verstand verloren. Ich arbeite. Wagt es nicht mich jemals wieder in Frage zu stellen!"

Die anfängliche Frustration wandelte sich dann schnell in Resignation. Vor einer Woche antwortete er auf die Frage, ob er 2019 für Tampa Bay auflaufen würde: "Ich werde irgendwo Football spielen. Die Fans wissen, dass ich sie liebe. Ich werde irgendwann auf dem Feld sein."

Zuversicht, sich doch noch einigen zu können, hört sich anders an. Eine Trennung in beiderseitigem Einvernehmen, wie die "Bucs" in ihrem Statement betonten? Wohl kaum.

Bucs verlieren einen der besten D-Liner der Liga

Trotz seines fortschreitenden Alters zählt McCoy zu den produktivsten Defensive Tackles der Liga. In den letzten sieben Jahren erzielte er mindestens fünf Sacks, die längste aktive Serie unter D-Linern. Mit 50,5 Sacks legte er seit 2010 die drittmeisten Sacks unter allen Defensive Tackles auf.

Seit 2012 wurde der 31-Jährige sechs Mal in den Pro Bowl gewählt. Damit steht er gemeinsam mit Cincinnatis Geno Atkins an der Spitze aller Defensive Lineman.

Zuletzt kamen Gerüchte auf, dass Tampa einen Trade-Partner für McCoy gesucht hat. Dabei fiel der Name der Cleveland Browns und konkret der von Running Back Duke Johnson als Tauschobjekt. Clevelands Head Coach Freddie Kitchens schob einem Wechsel Johnsons bei "ESPN" jedoch einen Riegel vor.

Wird Ndamukong Suh der Nachfolger?

Als Nachfolger für die vakante Stelle des Defensive Tackles wird Free Agent Ndamukong Suh gehandelt, der in der vergangenen Saison bei den Los Angeles Rams unter Vertrag stand. Der Second-Overall-Pick von 2010 würde wohl in ähnliche Gehaltsphären stoßen wie McCoy. 2018 verdiente Suh 14 Millionen Dollar. 

Nach der Verletzung von Defensive End Jason Pierre-Paul, der nach einer in einem Autounfall erlittenen Nackenverletzung bis zu sechs Monate ausfallen wird, besteht bei den "Bucs" ohnehin dringender Bedarf in der D-Line.

Daniel Kugler

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