Josh Allen: Mit den Bills in die Playoffs? - Bildquelle: imago/Icon SMIJosh Allen: Mit den Bills in die Playoffs? © imago/Icon SMI

München – Es gibt da einen Witz über die Buffalo Bills: Wie zählen die Fans der Bills bis 10? 

0-1, 0-2, 0-3, 0-4, 0-5, 0-6, 0-7, 0-8, 0-9, 0-10. 

Haha. Naja. Lustig? Geschmackssache. 

Mit dem Spott muss man halt leben, wenn man von 2000 bis 2018 genau einmal die Playoffs erreicht hat und dabei 13 Mal eine negative Bilanz. Es gibt ohne Frage erfolgreichere Teams in den vergangenen 20 Jahren. 

Hinzu kommt ein zweifelhafter Rekord: Zwischen 1990 und 1993 standen die Bills viermal in Folge im Super Bowl. Gewonnen haben sie keinen. So schafft man sich die eigene Legende des ewigen Verlierers.

Seit einer halben Ewigkeit versucht die Franchise, diesen zweifelhaften Ruf loszuwerden. Für viele leidgeprüfte Fans wäre die Postseason schon mal ein Anfang.

Und tatsächlich: Bei vielen Experten tauchen die Bills als Kandidat für die Playoffs auf. Es wäre keine schlechte Wandlung, von einer 6-10-Bilanz und Platz drei in der AFC East.Was zweifellos daran liegt, dass die Verantwortlichen in der Offseason einiges richtig gemacht haben.

In Josh Allen hat das Team einen Quarterback, der das Zeug zum langfristigen Anführer hat. Er hat sein Potenzial 2018 bereits angedeutet, auch wenn die Statistik wenig schmeichelhaft ist. 

Schwache Stats

Er kam auf 2074 Yards, zehn Touchdowns und zwölf Interceptions in zwölf Spielen. In den Bereichen Completion Percentage, Passing Yards, Touchdowns und Touchdowns vs Interceptions Verhältnis belegte er den 32. Platz.

Trotzdem glauben die Bills an den Mann, der vielleicht in die riesigen Fußstapfen von Hall of Famer Jim Kelly treten kann.

Ja, der 23-Jährige hat einige Baustellen, wie seine Ungenauigkeit, oder sein zu langes Warten vor dem Wurf. Bei ihm dauerte es im Schnitt 3,22 Sekunden bis zum Wurf, der zweitschlechteste Wert der letzten zehn Jahre hinter Tim Tebow 2011 (3,35).   

"Es kommt die Zeit, wenn die Frustration durchkommt", sagte Allen: "So ist das Spiel."

Hausmittel gegen Krisen

Sein Mittel: "Wenn das Unglück kommt, musst du durchhalten und darüber hinwegkommen." Oder anders gesagt: "Anpassen, durchhalten, darüber hinwegkommen. Das stammt von meinem High School Trainer. Mein Vater hat es geliebt und Zuhause jeden Tag gesagt."

Er hat es in seiner ersten Saison befolgt, wohl wissend, dass sehr viel gar nicht an ihm, sondern an der fehlenden Qualität lag. An der O-Line zum Beispiel, die 41 Sacks zuließ. Oder an den Receivern, die viele Bälle von ihm fallen ließen. 

General Manager Brandon Beane hat reagiert und in der Offseason personell nachgelegt. 

Mitch Morse, Spencer Long und Ty Nsekhe sowie Rookie Cody Ford (An 38. Stelle gedraftet) werden die Offensive Line und damit den Schutz Allens verbessern.

Cole Beasley, John Brown und Andre Roberts sollen der Receiver-Position neues Leben einhauchen. Die Running Backs Frank Gore und Rookie Devin Singletary (Nummer 74 im Draft) sollen LeSean McCoy beim Laufspiel unterstützen. Nicht zu vergessen Defensive Tackle Ed Oliver, der an Nummer neun gedraftet wurde und zu einer Defense stößt, die 2018 immerhin 23,4 Punkte pro Spiel zuließ. 

Alle zusammen sind vor allem dafür gedacht, die Bills zu verstärken und Allen zu helfen, weiter zu wachsen. 

Angetrieben und selbstbewusst

Der arbeitet an sich, an seinem Spiel, seiner Körpersprache, seinem Auftreten. "Er ist ein junger Mann, der sehr angetrieben, aber auch sehr selbstbewusst ist, was seine Entwicklung als junger Mann und als Spieler betrifft", sagte Head Coach Sean McDermott.

Damit es endlich wieder klappt mit den Playoffs. Und diese Witze verschwinden: "Was ist ein Touchdown?" – "Keine Ahnung, wir sind Bills-Fans."

Haha. 

Andreas Reiners

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