Die Fans der Buffalo Bills hatten in den letzten Jahren wenig Grund zur Freu... - Bildquelle: imago sportfotodienstDie Fans der Buffalo Bills hatten in den letzten Jahren wenig Grund zur Freude - war etwa der Spielplan schuld? © imago sportfotodienst

Buffalo – Die Buffalo Bills haben sich in diesem Jahrhundert nicht unbedingt als Erfolgs-Franchise einen Namen gemacht. Lediglich in der Saison 2017 erreichten sie die Playoffs. Nur in drei der vergangenen 19 Jahre bekamen sie überhaupt eine positive Bilanz hin.

Ein möglicher Grund dafür wurde mittlerweile gefunden: der Spielplan. Zwischen 2002 und 2014 trafen die Bills nämlich auffällig oft auf Mannschaften, die entweder aus einer Bye-Week kamen oder in der Vorwoche ein Spiel am Donnerstagabend bestritten hatten. Kurzum: Die Bills trafen zu häufig auf ausgeruhte Mannschaften – im genannten Zeitraum sogar doppelt so oft wie einige andere Teams.

Dieser Ungerechtigkeit möchte die University at Buffalo nun ein Ende setzen. Vor vier Jahren reichte eine Gruppe von Mathematikern bei der MIT Sloan Sports Analytics Conference ein Konzept für einen mathematischen Ansatz ein, mit dem sich ein fairer NFL-Spielplan erstellen lässt.

Mit Erfolg: Laut ESPN stimmte die NFL im November 2018 einem dreijährigen Forschungsstipendium zu, um eine neue Methode der Spielplangestaltung zu entwerfen. Die NFL hat das bereits bestätigt, wollte sich ansonsten aber nicht dazu äußern.

Einen fairen Spielplan zu entwerfen ist allerdings eine Mammutaufgabe. Schließlich ist es nicht damit getan, einfach nur für sportliche Ausgeglichenheit zu sorgen. Verschiedene Aspekte, von den Wünschen der TV-Partner bis hin zu den Stadionverfügbarkeiten, sind zu berücksichtigen.

Die schwerste Aufgabe im Leben des Professors

Professor Dr. Mark Karwan sagt: "Ich habe in diesem Bereich (Mathematik, Anm.d.Red) nun 46 Jahre gearbeitet, 43 davon als Professor. Ich habe an sehr schwierigen Problemen gearbeitet, deren Lösungen auf einem Supercomputer mehr als zwölf Stunden in Anspruch nahm. Aber das hier ist bei weitem das Schwerste, was jeder von uns je gesehen hat."

Er habe sogar errechnet: Es gibt in einer Saison mehr theoretisch mögliche Spielplan-Varianten als Atome im Universum.  

Trotzdem sind sie zuversichtlich, eine faire Methode entwickeln zu können. Das Konzept in Kurzform: Zunächst werden 40 bis 50 Spiele festgelegt, bei denen zum Beispiel die Interessen der TV-Partner und der Teambesitzer berücksichtigt werden.

Bei der weiteren Spielplan-Gestaltung erhalten die Teams sogenannte "Penalty Points" – zum Beispiel bei Spielen zwischen zwei Mannschaften mit ungleichen Ruhezeiten oder bei Road-Trips nach einem Monday-Night-Auswärtsspiel. Anhand dieser Punkte lässt sich herausfinden, wie oft eine Mannschaft bevor- bzw. benachteiligt wurde. Letztendlich soll die Belastung zwischen allen Teams ins Gleichgewicht gebracht werden.

Der ebenfalls an der Forschung beteiligte Doktorand Zach Steever hofft sogar, dass ein fairer Spielplan zu einem besseren Football führen würde: "Jedes Team kennt seine Gegner, bevor der Spielplan herauskommt, aber wo man sie in den Spielplan einfügt, ist von Belang. Wenn sie einen Spielplan erstellen, der beispielsweise kurze Reisen auf kurze Wochen legt oder die sonstigen Ungleichheiten ausgleicht, können diese Dinge von Bedeutung sein und die Qualität des Spiels steigern."

Ob die Buffalo Bills mit einem neuen Spielplan in Zukunft allerdings erfolgreicher sein werden, steht auf einem anderen Blatt.

Du willst die wichtigsten NFL-News direkt auf dein Smartphone bekommen? Dann trage dich für unseren WhatsApp-Service ein unter http://tiny.cc/ran-whatsapp

US-Sport-Videos

US-Sport-News

US-Sport-Galerien

Die nächsten Spieltage

NFL 2019 / 2020