Cam Newton. - Bildquelle: imago images/UPI PhotoCam Newton. © imago images/UPI Photo

München – Cam Newton lässt sich nicht aus der Reserve locken. Er wäre nicht der erste Quarterback, der sich kräftig auf den Schlips getreten fühlt, weil sein Team einen weiteren Quarterback in die Umkleidekabine geholt hat.

Doch Newton bleibt locker, auch wenn die New England Patriots im diesjährigen Draft an 15. Stelle Mac Jones ausgewählt haben und ganz offensichtlich mittel- bis langfristig auf ihn als Spielmacher setzen wollen. 

Jones die richtige Wahl

"Ich habe kein großartiges Gefühl dabei gehabt, weil er meiner Meinung nach die richtige Wahl war", sagte Newton, der selbst mit einem Einjahres-Vertrag ausgestattet ist: "Er war der beste verfügbare Spieler, und dafür ist der NFL-Draft da."

Dass ihn das mehr oder weniger kalt lässt, sei keine Respektlosigkeit gegenüber Trainer Bill Belichick und seiner Entscheidung, so Newton: "Ich unterstütze sie zu 110 Prozent, denn man muss immer noch das tun, was für die Organisation auf lange Sicht das Richtige ist."

Und keine Frage ist es für Newton, dass ihn Jones genauso wie die anderen beiden Konkurrenten Jarrett Stidham und Brian Hoyer antreiben wird. Sein Eindruck vom Rookie: "Er macht einen großartigen Job, indem er alles so macht, wie man es aus einer Anführer-Perspektive erwartet. Er nimmt sich selbst in die Pflicht, und das ist alles, was man von einem jungen Spieler verlangen kann."

Belichick hatte zuletzt bereits erklärt, Newton sei Stand jetzt der Starter bei den Patriots. Er hatte in seinem ersten Jahr bei dem Team eine schwierige und ultimativ enttäuschende Saison erlebt – die Patriots hatten nach einer 7:9-Bilanz erstmals seit 2008 die Playoffs verpasst. Newton kam in 15 Spielen auf 2.657 Passing- und 592 Rushing-Yards und auf insgesamt 20 Touchdowns bei zehn Interceptions.

Er bekommt 2021 also eine neue Chance. Um im zweiten Jahr noch besser zu werden, hat er sich ein Mantra zurechtgelegt, das er täglich wiederholt: "Komfort vor dem Snap hilft mir bei den Resultaten nach dem Snap", verriet Newton. 

Im Vorjahr war der 32-Jährige erst spät zu den Patriots gestoßen und befand sich im Grunde fast die gesamte Saison im Aufholmodus, was das Playbook und das System betraf. Dabei verrannte er sich. "Ich habe zu viel nachgedacht, ich wollte etwas sein, dabei hatte der Tag nie genug Stunden", sagte Newton, der klarstellt, dass er weiß, dass man ein gewisses Niveau von ihm erwartet. "Das wird mit der richtigen Vorbereitung kommen, und darauf wird es ankommen. Es wird darauf ankommen, dass ich mich wohlfühle und das System verstehe."

Dem letztjährigen Stand weit voraus

Doch Newton war und ist in dieser Offseason fleißig. Er organisierte Workouts mit seinen Receivern und nahm an den freiwilligen Einheiten des Teams teil, ehe ihn eine Handverletzung kurzzeitig stoppte.

 

"Cam ist dem Stand, an dem er letztes Jahr um diese Zeit war, weit voraus. Das steht außer Frage", sagte Belichick. "Er hat ein gutes Jahr Erfahrung hinter sich, er kann den ganzen Prozess von Anfang an mitmachen."

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