Chris Long: Genießt den Ruhestand. - Bildquelle: imago/UPI PhotoChris Long: Genießt den Ruhestand. © imago/UPI Photo

München – Chris Long genießt. Zeigt seinen Fans und Followern, dass es ihm gut geht.

In ein Loch fallen nach dem NFL-Rücktritt? Welches Loch?

Der 34-Jährige feixt, freut sich, dass die festen Termine der Vergangenheit angehören. Die typischen Termine, wenn es Sommer wird. OTAs, Training Camp, Preseason. Aus und vorbei, nachdem er im Mai seine Karriere beendete.

Vom Glück überwältigt

Während die anderen schwitzen, sich vorbereiten, lehnt sich Long zurück. "Wenn du einen Kumpel fragst, was los ist, sagt er: 'Camp in drei Wochen, und bei dir?'. Und ich kann nicht einmal sprechen, weil ich so vom Glück und dem Gegenteil von FOMO überwältigt bin", schrieb er bei Twitter.

Oder anders gesagt: Er bereut nichts, er hat auch nicht das Gefühl, etwas zu verpassen.

Stattdessen wird er philosophisch, wenn er seine Gefühle beschreibt.

"Wenn man erkennt, dass man nicht ins Camp gehen muss, ist das wie eine warme Decke aus dem Trockner. Es ist wie in einer riesigen Hängematte zu versinken. Wie das beste erste Freitagsbier, das man je hatte. Wie mit 15 Welpen im Gras zu tollen."

So ähnlich dürften sich die Menschen gefühlt haben, für die Long da war. 2017 zum Beispiel, als er sein komplettes Jahresgehalt spendete. 

Komplettes Gehalt gespendet

Das Gehalt seiner ersten sechs Spiele kam Schulkindern in Charlottesville zugute, denen eine ordentliche Ausbildung finanziert wurde.Das restliche Geld steckte er in Einrichtungen in Philadelphia, St. Louis und Boston – die drei Städte, in denen er als NFL-Profi in seiner Karriere gespielt hat. Eine Million Dollar war es unter dem Strich, hinzu kamen Spenden von Fans und aus der Liga. 

2018 gingen ein Viertel seines Gehalts – laut ESPN rund 400.000 Dollar – sowie Spenden der NFL-Kollegen an eine Bildungs-Initiative, außerdem hatte er 2015 das Waterboys-Programm gegründet, mit dem Menschen in Afrika mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Mehr als 210.000 Menschen werden dadurch bereits erreicht. Long konnte weitere NFL-Kollegen für das Projekt begeistern. 

2018 wurde er deshalb bereits ausgezeichnet, erhielt den "Walter Payton Man of the Year"-Award.  

Auch in diesem Jahr wird Long geehrt. Für seine "Hingabe, durch seine strategischen und vielseitigen Bemühungen etwas zurückzugeben", bekam er jetzt den "Muhammad Ali Sports Humanitarian Award".

Ob Long auch das genießt? 

Fraglich. Denn er sagte schon 2017, dass seine Aktionen keine Heldentaten seien. 

Keine Heldentaten

"Ich habe das nur jetzt gemacht, weil ich später nicht mehr so viel Aufmerksamkeit haben werde. Wenn ich in ein paar Jahren mit dem Footballspielen aufhöre und eine solche Aktion starte, hätte das nicht denselben Effekt", sagte er damals.

Long: "Ich habe mein ganzes Geld mit Football verdient. Mein Vater hat alles mit der Hilfe von Football ermöglicht. Ich habe einfach gefühlt, dass es meine Verantwortung ist, meinen Status zu nutzen und ihn für etwas Gutes einzusetzen."

Den Grundstein hat er also gelegt, als er noch in den Schlagzeilen stand. Jetzt kann er sich dafür intensiver kümmern. 

Denn zum Training Camp muss er ja nicht mehr.

Andreas Reiners

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