Baker Mayfield (2.v.l.), gratuliert Running Back Kareem Hunt (l.) zum Touchd... - Bildquelle: imago images/Icon SMIBaker Mayfield (2.v.l.), gratuliert Running Back Kareem Hunt (l.) zum Touchdown. © imago images/Icon SMI

Cleveland/München - Es war im Sommer 2019, als ein regelrechter Hype um die Cleveland Browns entstand. Star-Receiver Odell Beckham Jr. war per Trade zu den Browns gelotst worden, dort traf er auf den jungen Quarterback Baker Mayfield, dem in seiner zweiten Saison eine große Steigerung zugetraut wurde.

Dazu kamen Defensiv-Talente wie Myles Garrett, der 2017 im Draft an erster Stelle gepickt wurde. Und plötzlich waren die Browns, das schlechteste Team der Vorjahre, für viele Experten und Fans ein Anwärter auf den Super Bowl.

Doch es kam anders. Mayfield und Beckham fanden keine gute Verbindung zueinander, Defensive End Garrett brannten die Sicherungen durch. Nach einem Schlag mit dem Helm auf den Kopf von Pittsburghs Quarterback Mason Rudolph wurde er für den Rest der Saison gesperrt. 6-10 lautete die Bilanz am Ende der Saison. Playoff-Träume geplatzt, Hype vorbei.

 

Keine großen Erwartungen an die Browns vor dieser Saison

Entsprechend waren die Erwartungen an die Browns vor dieser Saison eher niedrig. Doch diesmal scheint sich der Klub aus Cleveland tatsächlich zu einem Geheimfavoriten zu entwickeln. Nach dem 32:23-Sieg gegen die Indianapolis Colts am Sonntag stehen die Browns bei einer Bilanz von 4:1 - der beste Saisonstart seit 1994 ist. Damals hieß der Head Coach in Cleveland noch Bill Belichick.

"Wir finden als Team zusammen. Wir machen es gut in jeder Phase des Spiels", sagte Myles Garrett nach dem Sieg gegen die Colts.

Wie gut die Browns derzeit tatsächlich sind, zeigt sich bei genauerer Betrachtung der Zahlen.

Die letzten vier Spiele in Folge wurden gewonnen, dabei jeweils mehr als 30 Punkte erzielt. Auch die Defense klickt. Gegen die Colts gelangen wichtige Stopps beim dritten Versuch, die Defense war für neun Punkte zuständig. Lediglich 308 Yards wurden den Colts gestattet, insgesamt zehn Turnover verbuchte Clevelands Abwehr in den letzten drei Spielen.

OBJ startet endlich in Cleveland durch

In der Offensive sind es die beiden Receiver Beckham Jr. und Jarvis Landry, die in Kombination mit Baker Mayfield für ordentlich Gefahr sorgen. OBJ hat in fünf Spielen bereits drei Touchdowns gefangen, in den 16 Spielen in der vergangenen Saison waren es vier. Landry wartet zwar noch auf seinen ersten Touchdown-Catch, hat aber einen Pass auf OBJ gegen die Cowboys auf dem Konto. Dazu bringt er es auf 279 Receiving Yards.

"Sogar wenn sie gedeckt sind, in Eins-gegen-Eins-Situationen, trauen wir ihnen zu, diese Situationen für sich zu entscheiden. Beide sind sehr talentierte Spieler", lobte Quarterback Mayfield seine Receiver. Auch OBJ trat zuletzt sogar wieder mal als Quarterback in Erscheinung, er warf über 18 Yards auf Austin Hooper.

Alles in allem scheint die Chemie in der Offensive zu stimmen, Mayfield und Beckham Jr. zeigen in dieser Spielzeit bislang das, was man in der vergangenen Saison von ihnen erwartet hatte.

Interessanter Fakt am Rande: als die Browns 1994 das letzte Mal mit einer 4:1-Bilanz starteten, war der Quarterback noch gar nicht auf der Welt, OBJ war noch nicht ganz zwei Jahre alt. Selbst Head Coach Kevin Stefanski hatte erst seinen zwölften Geburtstag hinter sich gebracht und war noch nicht auf der High School.

Hunt mit beeindruckender Touchdown-Serie

Neben dem Pass- funktioniert auch das Laufspiel in Cleveland derzeit bestens, obwohl Nummer-eins-Running-Back Nick Chubb momentan mit einer Bänderverletzung am Knie zuschauen muss. Auch wenn es die Browns gegen die Colts nur auf insgesamt 124 Rushing Yards brachten, fand Kareem Hunt erneut die Endzone.

Drei Touchdowns hat der Dual-Threat-Running-Back erlaufen, drei gefangen. Insgesamt sechs Touchdowns in fünf Spielen also, mehr schaffte im Trikot der Browns innerhalb von fünf Spielen zuletzt Gary Collins im Jahr 1969.

Am Sonntag tritt die Stefanski-Truppe nun bei den noch unbesiegten Steelers (ab 19 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) an. Das Spiel dürfte für beide Teams ein echter Gradmesser werden. Sollten die Browns auch in Pittsburgh bestehen, dürfte der Hype-Train von Cleveland aus wieder durch die NFL rollen.

Christian Stüwe

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