Odell Beckham Jr. wird den Browns lange fehlen - Bildquelle: 2020 Getty ImagesOdell Beckham Jr. wird den Browns lange fehlen © 2020 Getty Images

München - Die NFL-Saison 2020 bleibt eine Seuchensaison. Nach Saquon Barkley, Nick Bosa, Tarik Cohen, Taylor Lewan und Courtland Sutton hat sich mit Odell Beckham Jr. jetzt auch der nächste Superstar das Kreuzband gerissen. 

Der Wide Receiver wird frühestens 2021 wieder ein Football-Feld betreten und den Cleveland Browns auf dem Weg in die kommende Postseason keine Hilfe mehr sein.

Früh im Spiel gegen die Cincinnati Bengals war es eine Interception von Baker Mayfield, die Beckham dazu veranlasste, Darius Phillips tacklen zu wollen. Dabei zog er sich dann die Verletzung zu, die Cleveland sichtbar geschockt zurückließ.

Baker Mayfield: "Werde mich lange dafür fertig machen"

"Ich werde mich dafür wahrscheinlich noch lange fertig machen", so Mayfield. "Er ist jemand, der für das Team kämpft und dabei hat er sich verletzt. Wir hoffen und beten für ihn. Das ist einfach beschissen." 

In den nächsten acht Minuten des ersten Viertels bekamen es die Browns nicht hin, einen Pass an den Mann zu bringen. Mit einem Rückstand von 10:3 ging es in die zweiten 15 Minuten, in denen Mayfield und Co. plötzlich zeigten, dass sie das Football spielen doch noch nicht verlernt haben. 

Vor allem der Quarterback blühte auf und beendete das Spiel mit beeindruckenden fünf Touchdowns und 22 von 28 angebrachten Pässen. Von seinen letzten 22 Pässen fanden 21 ihr Ziel für 297 Yards. 

Die nötige Motivation für die enorme Leistungssteigerung hat er in der Halbzeit mit auf den Weg bekommen. "Geh raus und sei stark", soll ihm sein Superstar-Receiver in der Kabine gesagt haben. 

"Damit hat er mich in die zweite Halbzeit geschickt. Das war etwas, an das ich mich danach die ganze Zeit erinnert hab", erklärte Mayfield. 

Cleveland Browns: Mayfield und Offense zeigen eindrucksvolle Trotz-Reaktion

Dabei hatte man bislang nicht das Gefühl, dass es dem sonst so selbstbewussten Mayfield an Motivation mangelt. Schon gar nicht im Duell gegen einen Division-Rivalen, der von einem Rookie angeführt wird. 

Trotzdem löste die OBJ-Verletzung eine Trotz-Reaktion aus.

Statt OBJ war es plötzlich Rashard Higgins, der mit 110 Yards für die nötigen Zahlen im Krimi gegen die Bengals sorgte. Statt OBJ waren es plötzlich die Rookies Harrison Bryant und Donovan Peoples-Jones, die in der Endzone für insgesamt drei Touchdowns gefunden wurden. 

Mayfield schien das Feld plötzlich deutlich besser abzuscannen als in den Wochen zuvor. Kein zwanghaften Würfe auf seine Star-Receiver Landry und Beckham, die schon irgendwie den Ball fangen werden. Stattdessen Würfe auf Receiver und Tight Ends, die schlichtweg blank standen. 

So bitter der Verlust eines Superstars und Fan-Lieblings wie Beckham auch ist: Die Offense des ersten Draft-Picks 2018 könnte den Ausfall auch als Chance aufnehmen und OBJ im Kollektiv ersetzen - so wie sie es gegen die Bengals eindrucksvoll gezeigt haben. 

Cleveland Browns: OBJ-Vertrag ohne viel Handlungsspielraum

Einen hochkarätigen Ersatz aufzutreiben, der alles auf seine Schulter nimmt, dürfte für die Franchise ohnehin schwierig werden. Beckham kann nämlich laut dem "NFL Network" nicht ohne ein dickes Minus entlassen werden. 

 

Durch den Kreubandriss sind nämlich 12,9 Millionen Dollar von Beckhams 15,7-Millionen-Dollar-Jahresgehalt vollständig garantiert. Sollte OBJ am dritten Tag des neuen Liga-Jahres 2021 noch im Kader stehen, wäre sogar das volle Gehalt garantiert. 

Ein Entlassung würde der Franchise also nichts bringen. Dass OBJ von einem anderen Team via Trade aufgenommen wird, ist ebenso unwahrscheinlich. Schließlich dürfte das Preisschild für den Superstar angesichts des Risikos der schweren Verletzung zu groß sein und auch das saftige Gehalt des 27-Jährigen müsste dann gestemmt werden. 

Head Coach Kevin Stefanski wird gemeinsam mit seinem Quarterback also weiterhin kreativ sein müssen. Dass die Offense auch ohne Beckham, der zuletzt sowieso eher mit Skandalen und Ausbrüchen als mit guten Leistungen aufgefallen ist, funktionieren kann, haben die Bengals jetzt zu spüren bekommen.

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