Colin Kaepernick wusste bei seinem Workout zu überzeugen. - Bildquelle: ImagoColin Kaepernick wusste bei seinem Workout zu überzeugen. © Imago

München - Dilettantisch. Aus dem Boden gestampft. Viel zu kurzfristig. Billige PR-Maßnahme. Die Liste der Vorwürfe nach dem von der NFL initiierten Workout von Quarterback Colin Kaepernick war lang.

Doch ganz offensichtlich steckte deutlich mehr Arbeit dahinter als bisher bekannt. Außerdem war NFL-Commissioner Roger Goodell nicht nur höchstpersönlich in die Organisation involviert, er soll die Aktion sogar initiiert haben, wie "CBS Sports" berichtet. 

Diskussionen schon vor dem Saisonstart

Mehrere Quellen hätten demnach bestätigt, dass bereits vor dem Saisonstart darüber diskutiert wurde, dem früheren Spielmacher der San Francisco 49ers eine Chance zu ermöglichen, sich zu zeigen. 

Goodell sprach demnach sowohl mit diversen Klubbesitzern wie Robert Kraft (New England Patriots), Stephen Ross (Miami Dolphins) oder Arthur Blank (Atlanta Falcons) als auch mit Rapper Jay-Z, den er mit seiner Firma "Roc Nation" im August überraschend als neuen Partner der NFL präsentierte. Nicht Jay-Z, sondern Goodell soll dann die Idee zu dem Workout gehabt haben.

"Roger hat sofort damit begonnen, Anrufe zu tätigen und Meetings zu veranstalten", wird eine Quelle zitiert. "Er hat wirklich viel selbst gemacht und alles sehr unter Verschluss gehalten. Er hat wahrscheinlich mit mindestens zehn Eigentümern gesprochen. Er wollte wirklich das Richtige tun, und ich verstehe, wenn einige Leute sagen, das hätte früher passieren müssen, dass es zu lange gedauert hat. Aber man muss erlauben, dass es eine Kurskorrektur geben kann und Roger war in diesen Prozess involviert."

Auch, weil Teams offenbar Interesse daran hatten, Kaepernick zu beobachten, dabei allerdings den Rummel eines eigenen Workouts scheuten.

Echte Bewegung kam in die Sache, als die Kaepernick-Seite im Oktober eine Erklärung zur Situation des Quarterbacks veröffentlichte und kritisierte, es bestehe nach wie vor null Interesse, obwohl es zahlreiche Verletzungsprobleme auf der Quarterback-Position gebe. 

In der Tat setzten viele Teams lieber auf Backups oder Nummer-drei-Quarterbacks, anstatt den 32-Jährigen auch nur zu einem Gespräch einzuladen.

"Es kam von Herzen"

Goodell lief heiß - und dann ging es schnell mit dem Workout in Atlanta, das Kaepernick dann bekanntlich in Eigenregie örtlich und zeitlich verlegte, weil er sich mit der NFL nicht auf die Rahmenbedingungen einigen konnte. 

 

"Egal, was man vom Ergebnis hält, es wurde über einen langen Zeitraum geplant, und ich glaube, es kam von Herzen", sagte eine andere Quelle.

Viel kaufen kann sich Kaepernick, der seit März 2017 ohne Job ist, dafür noch nicht. Seit dem Workout am 16. November hat sich kein Team bei ihm gemeldet, auch wenn er mit einem starken Arm überzeugte.

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