Cooper Kupp war im London Game gegen die Cincinnati Bengals der Star des Spi... - Bildquelle: GettyCooper Kupp war im London Game gegen die Cincinnati Bengals der Star des Spiels © Getty

London - Cooper Kupp ließ sich Zeit. Stück für Stück packte er seine Tasche in der Kabine der Los Angeles Rams nach dem 27:10-Sieg im Londoner Wembley-Stadion über die Cincinnati Bengals.

Mit fast versteinerte Miene zog sich der 26-jährige Wide Receiver sein Basecap tief ins Gesicht und trotte förmlich zur Pressekonferenz. Dort, wo sonst eigentlich Star-Quarterback Jared Goff steht.

Doch die versammelte Presseschar hatte genug Gründe, um auf Kupp zu warten. Satte 262 Yards verteilt auf sieben gefangene Bälle erzielte der Drittrunden-Pick aus dem Jahr 2017, dazu kam noch ein spektakulärer Touchdown über 65 Yards als Trickspielzug - es war die beste Leistung seiner Karriere.

 

Als Kupp das Podium betrat, war bis auf die Tribüne zu spüren, wie unangenehm ihm der kurzfristige Rummel um seine Person war.

Angesprochen auf seine starke Vorstellung, lenkte er mit ruhiger Stimme er den Fokus sofort auf seine Kollegen: "Solche Leistungen kann ich nur bringen, wenn alle elf Spieler der Offensive einen perfekten Job machen. Genau das haben sie gegen die Bengals. Jared (Goff; Anmerkung der Redaktion) traf gute Entscheidungen, weil ihn seine Offensive Line beschützt hat. Alle Zahnräder haben ineinandergegriffen."

Flea Flicker war lange geplant

Ein verschmitztes Lächeln war ihm dennoch zu entlocken. Der "Flea Flicker", den Kupp in die Endzone trug, war von langer Hand geplant: "Wir haben diesen Spielzug bereits vor Wochen einstudiert, ihn immer wieder im Training probiert. Aber es musste der richtige Moment kommen. Die Bengals-Defensive nahm genau die Formation ein, die wir uns dafür gewünscht haben. Dann haben wir es endlich durchgezogen."

Es war das offensivste Zitat, das der Mann des Abends abgeben sollte.

Selbst der Fakt, dass er in der ersten Halbzeit auf dem besten Weg war, den Rekord von Rams-Legende Flipper Anderson zu brechen, brachte Kupp nicht aus seiner Rolle. Anderson erzielte 1989 im Spiel gegen die New Orleans Saints satte 336 Yards - bis heute NFL-Bestmarke für Receiving Yards in einem einzelnen Spiel.

"Es geht doch nicht um mich. Es geht nicht mal nur um die Spieler, die ihr auf dem Feld gesehen habt. Wir als komplettes Receiver-Team versuchen jeden Tag, einfach immer besser zu werden. Das ist alles."

Es waren seine letzten Worte des Abends. Er zog sich die Mütze noch tiefer in das erschöpfte Gesicht und verschwand in der Menge.

Ganz leise, trotz großer Leistung.

Aus London berichtet Dominik Kaiser

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