In der Arena der Chicago Bulls können aktuell keine Spiele stattfindenIn der Arena der Chicago Bulls können aktuell keine Spiele stattfinden ©

München - Die Sport-Welt steht still, das Coronavirus macht auch vor den reichsten Ligen der Erde nicht Halt. Während es in der NFL jedoch "nur" zu Veränderungen im Offseason-Programm kommt, beispielsweise muss der Draft in Las Vegas komplett umgeplant werden, hat die NBA den Spielbetrieb längst komplett eingestellt. 

Das wird nun wohl Auswirkungen auf die Gehaltszahlungen der Spieler haben. Wie "ESPN" berichtet, steht im Tarifvertrag zwischen Liga und Spielergewerkschaft geschrieben, dass die Teams 1/92,6 des Jahresgehalts der Spieler pro abgesagtem Spiel einbehalten können. 

Dies steht in einer Klausel geschrieben, die die Teams bei größeren Katastrophen schützen soll. Die sogenannte "Force Majeure (höhere Gewalt)"-Klausel beruft sich auf Szenarien wie Kriege, Umweltkatastrophen und auch Pandemien. Die Liga hat zwar bestätigt, die Zahlungen bis zum 1. April fortlaufen zu lassen, hält sich allerdings bis zum 15. April offen, die Spieler darüber hinaus in vollem Umfang zu entlohnen. 

Außerdem haben die Franchises gar die Möglichkeit, die Verträge ihrer Spieler innerhalb der ersten 60 Tage des "Force Majeure"-Szenarios komplett aufzulösen. 

NFL: Keine "Force Majeure"-Klausel - Spieler müssten wohl bezahlt werden

In der NFL wäre das so wohl nicht möglich. Eine solche Klausel soll in dem erst kürzlich ausgehandelten CBA nicht vorkommen. Laut "NBC Sports" müsste die Football-Liga seine Spieler auch dann noch bezahlen, wenn der Spielbetrieb eingestellt werden würde. 

Da die Teams so allerdings ca. 200 Millionen Dollar für ihre Spieler ausgeben würden, dabei aber keine TV-Einnahmen erzielten, würde die Liga wohl eine alternative Möglichkeit finden müssen, Gehalt einzusparen.

In der deutschen Fußball-Bundesliga fangen die ersten Spieler beispielsweise an, freiwillig auf Teile ihres Gehalts zu verzichten. Die Situation ist allerdings nur schwer vergleichbar, weil die meisten Bundesliga-Mannschaften nicht von milliardenschweren Unternehmern geführt werden, sondern in deutlich größerem Umfang auf die TV- und Zuschauer-Einnahmen angewiesen sind. 

Wie die Corona-Situation im September aussieht, ist zwar noch nicht ansatzweise vorauszusagen, dennoch ist stark davon auszugehen, dass die NFL alles dafür tun wird, die Spiele durchzuziehen. Im Zweifel ohne Zuschauer in den Stadien. Anderenfalls droht ein erneuter Konflikt mit der Spielergewerkschaft NFLPA.  

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