NFL

Quarterback-Zweikampf bei Dallas Cowboys

Cowboys-Granden rücken von Romo ab: "Es ist jetzt Daks Team"

Tony Romo steht nach überstandener Verletzung vor seinem Comeback. Doch welche Rolle wird er bei den Cowboys einnehmen? Die Experten legen sich beim Starter auf Rookie Prescott fest.

18.10.2016 14:53 Uhr / ran.de / Rainer Nachtwey
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Tony Romo (re.) wird seit seinem Wirbelbruch in der Preseason von Dak Prescott (li.) vertreten. © 2016 Getty Images

München/Dallas - Mit jedem Tag werden die Späße mehr. Alle auf Kosten von Tony Romo. Und man kann herzhaft darüber lachen.

Wie über folgenden:

"Hey Dak, das ist ja eine nette Saison, die du da spielst. Wäre echt eine Schande, wenn jemand zurückkommen und sie versauen würde."

Talentiert - aber vom Pech verfolgt

Die Witze über die Quarterback-Situation bei den Dallas Cowboys spiegelt die Stimmung der NFL-Fan-Gemeinde perfekt wieder.

Auf der einen Seite Dak Prescott, der unbekümmerte aufstrebende Rookie, der eine herausragende Saison spielt, über den sein deutscher Mitspieler Mark Nzeocha sagt: "Was Dak spielt, ist fast schon unglaublich."

 

Auf der anderen Tony Romo, der hochtalentierte Routinier, der es in den entscheidenden Situationen aber nie auf die Reihe bekommt oder dem das Pech an den Fingern klebt. Über den und auf dessen Kosten gerne gelacht wird.

Ob es der einst verdaddelte Snap vor dem Field Goal im Playoffspiel 2006 gegen die Seahawks war, die Liaison mit Jessica Simpson oder sein gebrechlicher Körper.

Jones legt sich nicht mehr fest

Nun steht Romo nach seinem Wirbelbruch in der Preseason vor der Rückkehr ins Team, doch wo wird sein Platz sein? Cowboys-Besitzer Jerry Jones rückte unlängst von seiner klaren Meinung "Tony ist unsere Nummer 1" ab.

"Was wir machen werden, ist bis zum nächsten Spiel zu warten", sagt der Owner, der gerne auch mal seinem Coach reinredet, nach dem Sieg in Green Bay.

Ausgerechnet dort, wo Romo einen seiner seltenen Playoff-Siege hätte feiern können, wenn die Schiedsrichter bei Dez Bryants Catch nicht auf unvollständig entschieden hätten

Also wer wird die Cowboys nach der spielfreien Woche im Sunday Night Game gegen die Philadelphia Eagles aufs Feld führen?

Erfolgscoach spricht sich für Prescott aus

Dallas' NFL-Prominenz rückt mehr und mehr von Romo ab. So sagt Jimmy Johnson, der die Cowboys 1992 und 1993 zum Super-Bowl-Triumph geführt hatte: "Die Cowboys sind nicht mehr Tonys Team, sie sind jetzt Daks Team."

Auch Emmitt Smith, Running Back zu jener Zeit und Teil des Trio infernales mit Quarterback Troy Aikman und Wide Receiver Michael Irvin, schlägt in die gleiche Kerbe: "Setz die gute Chemie nicht aufs Spiel", twitterte der Hall-of-Famer in Bezug auf die Romo-Prescott-Diskussion.

Momentum spricht gegen Romo

Aikman, mittlerweile als TV-Experte tätig, legt sich ebenfalls auf Rookie Prescott fest. "Ich glaube, er hat den Job schon gewonnen. Es ist schwer, so ein Selbstvertrauen und Momentum aufzubauen, mit denen dieses Team gerade spielt", sagt Dallas' einstige Nummer 8.

Klar ist: Die Kombo Prescott und Rookie-Running-Back Ezekiel Elliott ist in bestechender Form, Dallas' Offensive walzt alles nieder und in dem Fahrwasser dreht auch die als Risikofaktor verschriene Defense auf. Prescott reißt das ganze Team mit, einen 5:1-Saisonstart gab es unter Romo nur in seinem ersten kompletten Saison als Starter 2007.

"Warum sollten sie riskieren, das wieder zu zerstören? Das werden sie schon nicht", schätzt Aikman die Stimmung der Entscheidungsträger ein. "Jeden Test, dem Prescott ausgesetzt war, hat er mit Bravour bestanden. Wie soll er da nicht der Richtige sein? Ich weiß nicht, wie sie das dem gesamten Klub verkaufen wollen, wenn das Team so spielt wie jetzt."

Romo erwartet das Bledsoe-Schicksal

Romo erwartet demnach ein Schicksal, das er nur zu gut kennt. Schließlich war er vor einiger Zeit genau derjenige, der den anderen verdrängte. Nämlich Drew Beldsoe.

Bledsoe verlor 2006 seinen Starterjob an Romo, nachdem ihn zuvor bereits in New England mit Tom Brady das gleiche Schicksal ereilt hatte. Erst Ersatzbank, dann Flucht zu einem anderen Team.

"So ist nun mal das Business. Manchmal trifft es dich genau zwischen die Augen. So war es bei mir und Brady und später dann mit Tony", sagt Bledsoe. "Ich weiß nicht, ob bei Tony jetzt die Zeit gekommen ist, aber mit dieser Situation muss sich jeder Quarterback irgendwann auseinandersetzen."

Immerhin, Witzen sähe sich Romo dann nicht mehr ausgesetzt.

Rainer Nachtwey

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