Dak Prescott ist nach seiner schweren Verletzung endgültig zurück in der NFL... - Bildquelle: Getty ImagesDak Prescott ist nach seiner schweren Verletzung endgültig zurück in der NFL. © Getty Images

Dallas/München - Nicht nur Fans der Dallas Cowboys haben die schockierenden Bilder des 11. Oktober 2020 noch vor Augen.

Unter Tränen wird Dak Prescott aus dem AT&T Stadium in Dallas gefahren. Kurz zuvor hat sich der Quarterback der Dallas Cowboys eine schwere Sprunggelenksverletzung zugezogen.

Nach fast genau einem Jahr feierte der 28-Jährige nun sein Comeback auf dem heimischen Rasen.

Und es hätte schöner kaum sein können.

"The Fortress", die "Festung", ist zurück. Und vielleicht besser als je zuvor.

Rückkehr nach monatelanger Verletzungspause

Seine Rückkehr auf den NFL-Rasen feierte Prescott bereits zu Saisonbeginn. Und schon bei der knappen Niederlage bei den Tampa Bay Buccaneers zeigte er, zu welchen Leistungen er fähig ist.

 

403 Passing Yards schleuderte Prescott in Woche eins aus dem Arm, katapultierte den Ball dreimal in die Endzone. Zum Sieg reichte es am Ende nicht. Doch viel wichtiger war die Erkenntnis: Er kann es noch!

In Woche zwei wendete sich dann das Blatt. Trotz durchschnittlicher Leistung von Prescott gewannen die Cowboys knapp gegen die Los Angeles Chargers. Der Knoten platzte nun in Woche drei endgültig.

Offensivspektakel bei Heim-Comeback

Das ein oder andere Tränchen kullerte Prescott während der Nationalhymne durch das Gesicht. Die emotionale Rückkehr auf den texanischen Rasen lässt auch eine "Festung" wie Prescott nicht kalt.

"Ich bin einfach dankbar für die Gelegenheit, wieder hier draußen zu sein und das zu tun, was ich liebe", so Prescott nach dem Spiel bei "ESPN". "Es war etwas Besonderes. Es war definitiv etwas Besonderes."

Ja das war es - nicht nur für ihn.

Denn mit einem bärenstarken Spiel führte er die Dallas Cowboys zu einem 41:21-Sieg gegen die Philadelphia Eagles. Mit 80 Prozent Completion-Quote, drei Touchdown-Pässen und insgesamt 238 Passing Yards hatte der Quarterback entscheidenden Anteil am Offensivspektakel seines Teams.

Der Trend geht wieder nach oben, nicht nur bei Prescott.

2020: Eine Saison zum Vergessen

Denn die Cowboys erlebten im vergangenen Jahr nicht nur eine Enttäuschung. Neben dem Star-Quarterback verletzten sich viele weitere tragende Säulen des Kaders.

Allein in der O-Line fehlten mit La'el Collins (gesamte Saison), Tyron Smith (Woche zwei bis Saisonende) und Zack Martin (Woche zwölf bis Saisonende) drei wichtige Spieler. Tight End Blake Jarwin riss sich im ersten Saisonspiel das Kreuzband.

 

Ersatz-Quarterback Andy Dalton, der von den Cincinnati Bengals gekommen war, konnte den Ausfall Prescotts nicht wirklich kompensieren.

Die Cowboys beendeten die Spielzeit mit einer Bilanz von sechs Siegen und zehn Niederlage auf Platz drei der eher konkurrenzarmen NFC East.

Die Sehnsucht nach Erfolgen ist also groß. Und sie könnte erfüllt werden.

Cowboys-Risiko: Fetter Vertrag trotz Verletzung

Und dafür sind die Cowboys ein großes Risiko eingegangen. Im vergangenen Jahr spielte Prescott - bzw. spielte nicht - unter dem Franchise Tag. Vor der aktuellen Saison bot Dallas seinem Quarterback einen fetten 160-Millionen-Dollar-Vertrag über vier Jahre an - Prescott unterzeichnete.

Damit setzte die Franchise ein hohes Vertrauen in ihren Anführer, handelt es sich doch um den drittgrößten Vertrag aller aktuellen NFL-Profis. Und das für einen Spieler, der gerade aus einer einjährigen und sehr komplizierten Verletzung kam.

Hoch gepokert, hoch gewonnen.

Denkt sich auch Cowboys-Head-Coach Mike McCarthy: "Ich denke, jeder hat gesehen, wie viel er sich einsetzt und was für ein großer Anführer er für unser Team ist. Er spielt die Quarterback-Position im Moment offensichtlich auf einem sehr hohen Niveau, und ich denke, es ist wie bei vielen Dingen: Man bekommt das, was man investiert."

Dallas hat viel investiert, Dallas hat bis jetzt viel bekommen.

 

Ist das der beste Prescott?

Ein Blick auf die Statistiken muss die Frage erlauben: Ist Dak Prescott nach seiner Verletzung besser als je zuvor?

"Ich denke, dass die Verletzung und die Tatsache, dass ich mich zurücklehnen und Football beobachten musste, mir eine andere Perspektive, wie die Leute dieses Spiel spielen, eröffnet haben", sagte Prescott nach dem Sieg über die Eagles. "Diese Erfahrung hat mit nach meiner Rückkehr geholfen, aber auch die ganze Arbeit, um wieder gesund zu werden. Nicht nur das Bein, sondern auch die Schulter. Ich habe das Gefühl, dass ich so gut spiele wie noch nie.

Schaffen es die Cowboys also nach 2018 wieder in die Playoffs?

Vergleichsweise machbarer Spielplan

Die Vorzeichen sind nicht schlecht. Mit den Duellen gegen die Buccaneers und Chargers sind zwei der schwereren Partien bereits absolviert. In der NFC East wartet ein weiteres Duell gegen die Eagles und je zwei Partien gegen die New York Giants und das Washington Football Team.

Außerdem geht es unter anderem gegen die Carolina Panthers, New England Patriots, Minnesota Vikings, Denver Broncos, Atlanta Falcons, Las Vegas Raiders oder die New Orleans Saints - alles Gegner, die man auf dem Weg in eine mögliche Postseason schlagen kann und sollte.

Der Weg ist geebnet für einen wiedererstarkten Prescott und die Dallas Cowboys.

Justin Werner

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