Wieder in der Spur: Dak Prescott und Ezekiel Elliott. - Bildquelle: imago/ZUMA PressWieder in der Spur: Dak Prescott und Ezekiel Elliott. © imago/ZUMA Press

München/Dallas – Es geht hin und wieder unfassbar schnell. Da können zwei Spiele eine Saison in eine neue Richtung lenken. Ihr einen ganz neuen Schub verleihen. Für eine Wendung sorgen, mit der keiner mehr so wirklich gerechnet hat.

From Zero to Hero in zwei Wochen. Naja, fast.

Die Dallas Cowboys beweisen im Moment zumindest sehr eindrücklich, dass die Kritik von vorletzter Woche in Rekordzeit Geschwätz von vorgestern sein kann. 

Keine Krise mehr?

Sie sind vor dem Thanksgiving-Spiel am Donnerstag (22.30 Uhr, live auf ProSieben MAXX und auf ran.de) gegen die Washington Redskins nicht mehr die Franchise in der Krise, America’s Team am Scheideweg, die Boys am Abgrund. Es war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich die Cowboys vom umstrittenen Head Coach Jason Garrett trennen. Einen Umbruch vornehmen, einen Neuanfang starten.

Zwei Wochen später ist das (fast) alles vergessen. Denn nach zwei Siegen sind die Cowboys plötzlich wieder mittendrin im Playoff-Rennen, sind mit einer 5-5-Bilanz auf dem besten Weg an die Spitze der NFC East. Ein Wunder? Der sportliche Durchbruch? Glück?

Wie so oft ist es von allem etwas. 

Von allem etwas

Aus sportlicher Sicht mag man den Sinn und den Ertrag des Trades von Amari Cooper (Für einen First-Round-Pick von den Raiders) immer noch hinterfragen.

Fakt ist: Quarterback Dak Prescott spielt nachweislich besser, mit Cooper liegt die Bilanz bei 2-1. Das ist natürlich nicht alles: Vor dem Cooper-Trade brachte Prescott 62,1 Prozent seiner Würfe an den Mann, mit Cooper sind es 69,7 Prozent. 

 

Passing Yards pro Spiel waren vorher 202,4, nach dem Trade sind es 240,3. Ebenfalls deutlich verbessert hat sich Prescott beim Quarterback-Rating: Ohne Cooper waren es 87,4, mit dem neuen Wide Receiver sind es 96,4. Cooper selbst bringt es in seinen drei Spielen 169 Yards und einen Touchdown.  

Sensationell ist anders. Aber: Nicht nur Prescott liefert nach einem ewigen Auf und Ab regelmäßiger, Ezekiel Elliott ist förmlich explodiert. 

Bei den beiden Siegen gegen die Eagles (27:20) und die Falcons (22:19) kam er auf insgesamt 388 Yards und drei Touchdowns. Coopers Verpflichtung hilft, und wenn nur durch seine bloße Anwesenheit, wodurch die Cowboys schwerer auszurechnen sind, da sich die gegnerische Defense auch auf ihn einstellen muss. Prescott hat so mehr Möglichkeiten, Elliott ebenfalls. Und mehr Räume für seine Läufe.

Wenn es läuft, dann läuft es

Klar: Und wenn es (oder er) läuft, dann läuft es. Field Goals in letzter Sekunde wie gegen die Falcons können das Gefühl eines Wendepunktes zusätzlich verstärken, Kräfte freisetzen.

Das versucht auch Cowboys-Besitzer Jerry Jones, der Garrett und Prescott gegen Kritiker verteidigt, als seien beide seine eigenen Kinder. Die Auswirkungen lassen sich schlecht messen, doch Prescott bestätigt, dass er mit mehr Selbstvertrauen spielt. "Ich weiß nicht genau, was es ist. Ein Teil ist die Offensive Line und die Einstellung, mit der sie spielen. Das verleiht allen mehr Selbstvertrauen. Und wir gewinnen, und wir nutzen das Momentum."

Die Cowboys lassen sich tragen, sind effektiv. Erfolgreich.

Doch auch Dramen bei den Konkurrenten spielen den Cowboys in die Karten. Parallel zum glücklichen Sieg in Atlanta verlor der kommende Gegner, Division-Spitzenreiter Redskins, nicht nur das Spiel gegen die Texans, sondern auch Quarterback Alex Smith mit einem Schien- und Wadenbeinbruch. Backup Colt McCoy springt ein. Angst verbreitet das nicht.

 

Ein Sieg gegen die angeschlagenen Redskins, und die Bilanz der Cowboys ist plötzlich positiv. Und dann lohnt sich auch plötzlich wieder ein Blick auf das Restprogramm, bei dem Siege gegen die Buccaneers und die Giants Pflicht sind. Hinzu kommen Spiele gegen die Saints, Eagles und bei den Colts. 

Keine Frage: Da sind die Playoffs drin. Aber auch Stolpersteine, ein nächster Wendepunkt, die nächste Krise. Es kann ja bekanntlich hin und wieder unfassbar schnell gehen.

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