Schwer zu stoppen: Dalvin Cook von den Minnesota Vikings - Bildquelle: imago images/ZUMA PressSchwer zu stoppen: Dalvin Cook von den Minnesota Vikings © imago images/ZUMA Press

Minnesota/München – Wenn Dalvin Cook ein wenig Freizeit hat, schnappt er sich sein iPad und schaut sich alte Videos von der Running-Back-Legende Barry Sanders an. "Ich beobachte, wie er auf engstem Raum manövrierte, Verteidiger bewegte und Löcher für sich selbst öffnete. Er ist eines meiner Idole", verrät der 24-Jährige von den Minnesota Vikings.

Das Videostudium hat offenbar geholfen: Genauso wie Barry Sanders das Laufspiel in den 1990er Jahren im Dienste der Detroit Lions dominiert hat, gelingt Cook dies in der laufenden Saison. 823 Yards und neun Touchdowns hat er bereits erlaufen – beides sind Bestwerte in der NFL. Und wie es sich für einen modernen Running Back gehört, kann er auch Bälle fangen. 293 Receiving-Yards sind seine Ausbeute.

Kirk Cousins lobt: Er ist schwer zu Fall zu bringen

"Es ist schwer, ihn zu Fall zu bringen", sagt Quarterback Kirk Cousins über seinen Running Back. "Er hat einige Elite-Bewegungsfähigkeiten und er ist genauso gefährlich, wenn er den Ball fängt. Der Schlüssel liegt einfach darin, einen Weg zu finden, ihm den Ball zu geben. Sobald der Ball in seinen Händen ist, passieren gute Dinge."

Cook haben acht Saisonspiele genügt, um auf 1.116 Scrimmage-Yards zu kommen, übrigens auch ein Liga-Bestwert. In der langen Franchise-Geschichte der Minnesota Vikings hatte lediglich Adrian Peterson im Jahre 2007 mehr Yards im gleichen Zeitraum heruntergespult.

Sonntag (18.55 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de) hat der 1,78 Meter kleine Running Back die Gelegenheit, seine Statistik im Spiel bei den Kansas City Chiefs weiter aufzubessern. Was dafür spricht: Die Chiefs haben die drittschwächste Laufverteidigung der Liga und lassen pro Spiel durchschnittlich 145 Rushing-Yards zu.

Zudem ist Kansas City verletzungsgeplagt. Defensive End Frank Clark laboriert an einer Nackenverletzung. Defensive Tackles Xavier Williams ist ebenfalls verletzt, Chris Jones zumindest angeschlagen. Für Cook könnten die Voraussetzungen also kaum besser sein.

Zumal der Running Back nicht nur von seiner individuellen Qualität profitiert, sondern auch von dem starken Zusammenspiel mit der Offensive Line. "Sie leisten großartige Arbeit, indem sie Löcher für mich schaffen und meinen Spielinstinkt verstehen", lobt Cook.      

Guard Pat Elflein gibt das Kompliment zurück: "Jedes Mal, wenn er den Ball hat, kann er so viele Tackles durchbrechen. Es macht mich glücklich zu sehen, wo er heute steht, nachdem er sich zu Beginn seiner Karriere verletzt hatte."

2017 das frühe Saisonaus

Tatsächlich verliefen die ersten beiden Jahre seiner Profilaufbahn eher unglücklich. 2017 in der 2. Runde von den Vikings gedraftet, stellte er zwar einen Franchise-Rekord auf, indem er als Rookie in seinem ersten Spiel 127 Yards erlief. In Woche 4 zog er sich allerdings einen Kreuzbandriss zu – gleichbedeutend mit dem Saisonaus. Auch in der Spielzeit 2018 verpasste er fünf Spiele.

Überhaupt verlief die Karriere von Cook nicht immer reibungslos. In seinem ersten Jahr am College, er spielte in seiner Heimat für die Florida State Seminoles, geriet er gleich drei Mal mit dem Gesetz in Konflikt. Zwei Mal wurde er mit einem Schusswaffen-Gebrauch in Verbindung gebracht. Ein anderes Mal wurde ihm vorgeworfen, er hätte eine Frau in einer Bar geschlagen. Verurteilt bzw. für schuldig befunden wurde er allerdings nicht. 

Dennoch haben diese Geschichten und der Vorwurf, er würde sich mit den falschen Freunden umgeben, einige Teams im Draft 2017 zögern lassen.  

Barry Sanders im fotografischen Gedächtnis gespeichert

All das hat er nun aber hinter sich gelassen. 2019 scheint das Jahr seines endgültigen Durchbruchs zu sein. Wie er das geschafft hat? "Ich habe extra hart trainiert, versucht, an einigen Dingen zu arbeiten und einfach ich selber zu sein. Manche Dinge passieren dann einfach von selbst", erklärt er.

Und manchmal, wenn er mit seinen schnellen Füßen durch die Defense marschiert, erinnert er von seinen Bewegungen her tatsächlich an den großen Barry Sanders. "Ich bin nicht Barry", entgegnet er. "Aber ich habe mir genug Videos von ihm angeschaut. Und wenn ich genug Dinge gesehen habe, speichere ich das in meinem fotografischen Gedächtnis ab", sagt er.

Es gibt sicherlich schlechtere Fähigkeiten bei Running Backs, als einen Barry Sanders stets im Kopf zu haben.

Oliver Jensen

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