Dalvin Cook droht den Minnesota Vikings mit einem Holdout - Bildquelle: getty/ran.deDalvin Cook droht den Minnesota Vikings mit einem Holdout © getty/ran.de

München/Minneapolis - Wer seinem Arbeitgeber den größten Mehrwert einbringt, sollte auch entsprechend entlohnt werden. Daher ist es nicht wirklich verwunderlich, dass Dalvin Cook den Minnesota Vikings mit einem Holdout droht. Cooks Rookie-Vertrag würde ihm in der kommenden Saison rund 1,3 Millionen Dollar einbringen - für einen der besten Running Backs der NFL geradezu lachhaft.

 

Nach "ESPN"-Informationen ist Cook sogar bereit, die komplette Saison 2020 auszusetzen, sollten die Vikings sein Gehalt nicht kräftig anheben. Das Team von Head Coach Mike Zimmer steht vor einem Dilemma.

Cook ist das Zugpferd der Minnesota Vikings

Dass Cook das Zugpferd der Vikings-Offense ist, ist unbestritten. Spätestens in der vergangenen Spielzeit etablierte sich der 24-Jährige als einer der Top-Backs der Liga. In nur 14 Spielen erlief der Mann von der Florida State University 1135 Rushing Yards - 4,5 Yards pro Lauf - und 13 Touchdowns.

Zudem ist Cook eine gefährliche Waffe im Passspiel, er fing 53 Pässe für 519 Yards. Mit seiner Fähigkeit, kurze Pässe in einen langen Raumgewinn zu verwandeln, entlastet er seine Offensive Line und seinen Quarterback Kirk Cousins zusätzlich.

Cook sorgt für Entlastung im Passspiel

Pass Blocking ist eine der großen Schwachstellen in Minnesota. Das Scouting-Portal "Pro Football Focus" führte die Offensive Line der Vikings im ligaweiten Ranking in dieser Kategorie auf Platz 27. Immer wieder hatte Cousins nur wenige Sekunden, um den Ball loszuwerden. Cook fungiert in diesen Situationen als Sicherheitsnetz - mit explosivem Potenzial.

Auch in Bezug auf das Arbeitsvolumen liefert Cook beeindruckende Zahlen. Bei 38,1 Prozent aller Vikings-Spielzüge landete der Ball 2019 in Cooks Armen. Seine 303 Touches waren der neuntbeste Wert unter allen NFL-Spielern.

Coach Zimmer setzt auf das Laufspiel

Wenig verwunderlich, da Mike Zimmer ein Coach der alten Schule ist, der stark aufs Laufspiel setzt. Bei 47,4 Prozent ihrer offensiven Spielzüge entschieden sich die Vikings in der vergangenen Saison für den Lauf - vierthöchster Wert der NFL. Ein solches Team braucht auch einen starken Running Back.

Es gibt also jede Menge Argumente dafür, Cooks Gehaltsforderung nachzukommen, dennoch hakt es bei den Verhandlungen. Nach "ESPN"-Informationen lag das erste Angebot der Vikings unter 10 Millionen Dollar pro Jahr. Der größte Knackpunkt dabei dürfte Cooks Verletzungshistorie sein.

Cook wird immer wieder von Verletzungen ausgebremst

In seinen drei Jahren in der NFL bestritt Cook nur 29 von 48 Spielen der regulären Saison. 2016 in seiner Rookie-Spielzeit zog er sich einen Kreuzbandriss zu, in den beiden darauffolgenden Jahren plagten ihn kleinere Verletzungen.

Die Position des Running Backs hat in der NFL allgemein an Wert verloren. Immer wieder sorgen Backs, die erst spät oder gar nicht im Draft ausgewählt wurden für Furore. Auch Damien Williams, Top-Running-Back des Super-Bowl-Sieger Kansas City Chiefs, kam als Undrafted Free Agent zum Team.

Gurley als abschreckendes Beispiel  

Die Gefahren, einen verletzungsanfälligen Running Back mit einem lukrativen Vertrag auszustatten, sieht man am Beispiel der Los Angeles Rams. Vor der Saison 2018 stattete das Team aus Kalifornien den "AP Offensive Player of the Year" Todd Gurley mit einem Vierjahresvertrag im Gesamtvolumen von 60 Millionen Dollar aus.

Anhaltende Knieprobleme führten zu einem Leistungsabfall und versetzen die Rams in die Salary-Cap-Hölle. In dieser Offseason wurde Gurley entlassen und heuerte für ein Jahresgehalt von zwei Millionen Dollar bei den Atlanta Falcons an.

Cook fordert 13 Millionen Dollar 

Cook soll ein Jahresgehalt im Bereich von 13 Millionen Dollar fordern. Weniger als das Spitzengehalt von Carolinas Christian McCaffrey, der rund 16 Millionen einstreicht, aber dennoch eine große Investition.

Insbesondere für ein Team, dessen Salary-Cap-Struktur so kompliziert ist. Sollten die Vikings alle ihre Rookies aus dem Draft 2020 mit Verträgen ausstatten, blieben ihnen laut Rechnung von "ESPN" 8,13 Millionen Dollar Gehaltsspielraum. Und mit Safety Anthony Harris, der mit dem Franchise Tag versehen wurde, sollte eigentlich auch über eine Vertragsverlängerung verhandelt werden.

Minnesota Vikings: Cap Space ist rar

Gut möglich, dass die Vikings also neuen Cap Space schaffen müssen, um Cooks Forderung nachzukommen. Das ohnehin geringe Budget, um in den nächsten ein, zwei Jahren Free Agents zu verpflichten, würde weiter schrumpfen.

Cooks Leistungen in Minnesota rechtfertigen seine Forderung und sein Verlust wäre wahrscheinlich nur schwer zu kompensieren. Doch eine große Investition wäre gleichfalls riskant.

Julian Huter

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