"Bromance": Dannielle Hunter und Everson Griffen - Bildquelle: Getty Images"Bromance": Dannielle Hunter und Everson Griffen © Getty Images

München - "Sie sind wie Yin und Yang, sie gelangen auf unterschiedlichen Wegen zum Quarterback", erklärt Minnesota Vikings Defensive End Ifeadi Odenigbo. 

Der Kontrast zwischen Danielle Hunter und Everson Griffen könnte nicht größer sein. Hunter, 25 Jahre alt, wirkt in Interviews stets ruhig und zurückhaltend. Auf dem Feld gerät er mit Gegenspielern nie aneinander, redet wenig und ist fokussiert auf den nächsten Spielzug. 

Griffen, 31 Jahre alt, ähnelt einem geladenen Energiebündel. Der Defensive End "trash-talked" gerne seine Gegenspieler, wenn er nicht gerade seine eigenen Mitspieler motiviert.  

"Benutz deine Hände oder ich schneide sie ab"

Die Vikings drafteten Hunter vor fünf Jahren in der dritten Runde. Der damalige LSU-Spieler überzeugte beim NFL-Combine mit einem 40-Yard Dash in 4,57 Sekunden. Experten hielten ihn für ein athletisches Talent, an seiner Technik müsse er aber noch feilen. 

"Coach Zimmer hat mir bei meiner ersten Übung im Training gesagt, ich soll meine Hände benutzen. Ansonsten würde er sie abschneiden", erzählte Hunter vor Beginn der aktuellen Saison.

Vom Drittrunden-Pick zum Rekordhalter

Der Youngster arbeitete an seinen Pass-Rush-Fertigkeiten - es sollte sich auszahlen. In den ersten vier Spielzeiten sammelte er 40 Sacks, in der aktuellen kommt er auf achteinhalb. Er hält den Rekord für die meisten Sacks (48) eines Spielers unter 25 Jahren. 

Hunter referiert gerne Karate-Legende Bruce Lee: "Sei wie Wasser. Aus jeder Situation gibt es einen Ausweg," sagte er dem "Star Tribune". Der gebürtige Jamaikaner nutzt seine Geschwindigkeit, gepaart mit schnellen Bewegungen und Finten, um am gegnerischen Offensive Tackle vorbeizukommen. Ein kalkulierter, durchdachter Angriff - wie bei Bruce Lee. 

Gelangt er zum gegnerischen Quarterback, feiert er es mit Teamkollege Griffen mit einem Bruce-Lee-Karate-Kick. 

Griffen: Comeback-Player-of-the-Year-Kandidat

Griffen bildet Hunters Gegenstück. Der dreifache Pro Bowler ist kleiner und schwerer als Hunter. Er überrumpelt gegnerische Tackles mit purer Kraft und ist stets voller Energie. Letzteres wurde ihm vergangenes Jahr zum Verhängnis.

 

"Everson war stets auf '180' und konnte nicht entspannen", sagte sein privater Trainer, Shawn Myszka, "ESPN". Letzte Saison verpasste er fünf Spiele, um mentale Hilfe in Anspruch zu nehmen. "Ich habe gelernt, dass es in Ordnung ist, sich Hilfe zu suchen und um Unterstützung zu bitten", so Griffen. 

In der aktuellen Spielzeit zählt er zu den Kandidaten für den "Comeback-Player-of-the-Year-Award", der einen Spieler für gute Leistungen auf dem Platz und das Bewältigen einer Verletzung oder eines persönlichen Schicksals auszeichnet.

In der laufenden Saison stehen sieben Sacks im Arbeitsnachweis des 31-Jährigen. Das Hunter-und-Griffin-Duo bringt es laut "PFF" auf 137 Quarterback-Pressures - der höchste Wert eines Duos in der Liga. 

Nächster Gegner: Russell Wilson und die Seahawks

Am Montag geht es für die beiden mit den Minnesota Vikings nach Seattle (die Highlights der Partie gibt's am Dienstagmorgen auf ran.de). Dort treffen sie auf die Seattle Seahawks und die Power-Offensive um Star-Quarterback Russell Wilson. 

"Wir müssen ihn unter Druck setzen, aber diszipliniert bleiben, sonst können schlechte Dinge für uns passieren", analysiert Head Coach Mike Zimmer. 

Mit Hunter und Griffen verfügt er über zwei Spieler, die die gegnerische Offensive Line kontrollieren können.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn während des Spiels Bruce-Lee-Karate-Kicks durch die Luft fliegen.

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