Darius Slayton spielte am College für die Auburn Tigers. - Bildquelle: 2019 Getty ImagesDarius Slayton spielte am College für die Auburn Tigers. © 2019 Getty Images

München/New York - Alles in allem war es ein trostloses Monday Night Game für die New York Giants. Im eigenen Stadion verloren die "Big Blue" mit 16:26 gegen die Pittsburgh Steelers, Star-Running-Back Saquon Barkley wurde von der Steelers-Defense aus dem Spiel genommen, Quarterback Daniel Jones warf zwei Interceptions.

Und doch war da etwas, das den Giants Hoffnung auf eine bessere Saison, eine bessere Zukunft machen dürfte. Darius Slayton, der junge Wide Receiver, fing zwei Pässe von Jones für Touchdowns. Einen über 41 Yards im zweiten Viertel und einen über 7 Yards kurz vor Schluss. Zwischen dem Quarterback und dem Receiver, die beide im Draft 2019 zu den Giants kamen, scheint es eine besondere Verbindung zu geben. Und diese scheint von Spiel zu Spiel stärker zu werden.

Denn Slayton hat bemerkenswerte Statistiken aufzuweisen. Seit Week 5 der Saison 2019 hat kein Receiver in der NFL mehr Touchdowns gefangen als der 23-Jährige aus der Kleinstadt Norcross in Georgia. Acht Touchdowns waren es in der vergangenen Saison, zwei sind es nun schon wieder in der neuen Spielzeit. Nicht schlecht für einen Spieler, den bislang kaum jemand kennt. Zumal Slayton die ersten beiden Spiele der vergangenen Saison verletzt verpasste.

"Wir haben die Chance, eine explosive Offense zu sein, eine richtig effiziente Offense", sagte Slayton vor der Saison. Quarterback Jones wurde an Position sechs in Runde eins gedraftet, Running Back Barkley an Position zwei in Runde eins und Sterling Shepard 2016 zumindest in der zweiten Runde. Mit Golden Tate gehört ein Super-Bowl-Gewinner und Pro-Bowler dem Receiving Corps an, Slayton hatte niemand so richtig als neuen Star der Giants-Offensive auf dem Zettel.

 

Darius Slayton scheint ein echter Draft-Steal zu sein

Tatsächlich wurde der Receiver 2019 erst in der fünften Runde an Position 171 gepickt. Nun sieht es aus, als hätten die Giants damals einen echten Diamanten gefunden, einen wahren Draft-Steal. Slayton legte nämlich eine solide, aber nicht sonderlich aufregende Karriere am College hin. Für die Auburn Tigers spielte er in drei Jahren 39 Mal, bei 79 Receptions sorgte er für 1.605 Yards Raumgewinn und elf Touchdowns.

Drei davon fing er in seinem letzten Spiel für das College im Music City Bowl gegen Purdue. Das Spiel war zweifellos sein Highlight im Trikot der Tigers, sein Abschied stand damals aber bereits fest. Trotz ungewisser Draft-Aussichten verzichtete der Receiver auf sein viertes College-Jahr und seinen Uni-Abschluss, um sein Glück in der Talente-Lotterie zu versuchen. Gewissermaßen ging er All-In, um sich den Traum vom Profi-Football zu verwirklichen.

Für den verfrühten, riskanten College-Abgang gab es zwei Gründe. Zum einen setzte Auburn im vergangenen Jahr mit Bo Nix auf einen Freshman-Quarterback, Slayton fürchtete, dass seine Zahlen unter der Unerfahrenheit des Signal Callers leiden könnten. Zum anderen fühlte er sich bei Auburn nie seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt.

Schnell und vielseitig einsetzbar

"Ich hatte die Chance, Plays zu machen", erzählte er: "Aber ich bin mir sicher, dass ich nicht immer die Chance bekommen haben, alle meine Fähigkeiten und Möglichkeiten zu zeigen." Vor allem als Deep Threat wurde Slayton in Auburn eingesetzt, er kann aber sowohl Outside wie auch als Slot Receiver spielen. Bei einer Größe von 1,88 Meter bringt Slayton 88 Kilogramm auf die Waage. Und er ist sehr schnell. In der High School stand er im Leichtathletik-Team, seine 40-Yards-Zeit sind 4,3 Sekunden.

"Slayton hat die Chance, für die Top-10-Receiver der Liga in Erwägung gezogen zu werden", sagte NFL-Analyst Chris Simms der "New York Post".

"Darius hat einen guten Job gemacht heute Abend", lobte Quarterback Jones nach dem Spiel gegen die Steelers: "Er hatte ein gutes Trainings Camp und war gut vorbereitet. Ich habe absolut großes Vertrauen in ihn."

Der Erbe von Odell Beckham Jr.?

Eine solche Quarterback-Receiver-Verbindung weckt Erinnerungen im Big Apple. Erinnerungen daran, wie Eli Manning vor einigen Jahren Bälle auf Odell Beckham Jr. warf. Im Gegensatz zu OBJ ist Slayton aber ein zurückhaltender, ruhiger Mensch, den seine Social-Media-Accounts als gläubigen Christen ausweisen. Seinen Uni-Abschluss will er nachholen.

Beckham Jr., der bei den Cleveland Browns noch sein Glück und seine Form sucht, ist hingegen ein schillernder Mega-Star. Selbst Menschen, die sich nicht für Football interessieren, kennen OBJ.

Darius Slayton ist noch ein Geheimtipp. Ein Receiver, den noch kaum jemand kennt. Wenn er aber weiterhin so viele Touchdowns fängt, wird sich das sehr schnell ändern.

Christian Stüwe

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