Moritz Böhringer wurde im Draft 2016 von den Minnesota Vikings ausgewählt - Bildquelle: imago/ZUMA PressMoritz Böhringer wurde im Draft 2016 von den Minnesota Vikings ausgewählt © imago/ZUMA Press

München – Mit dem Verpassen der Playoffs ist die NFL-Saison für die Cincinnati Bengals vorzeitig beendet. Das hat auch Folgen für Moritz Böhringer. Denn mit dem Ende der Spielzeit löst sich auch das Practice Squad auf, in dem der Schwabe mittrainiert hat.

Die Bengals haben zu Jahresbeginn reagiert und statteten Böhringer mit einem sogenannten Futures Contract aus. Doch was steckt dahinter? ran.de erklärt Böhringers neuen Status und was er für den Schwaben bedeutet.

 

Was ist ein Futures Contract?

Mit Futures Contracts sichert sich ein Team auch für die Zukunft die Dienste eines Spielers, der zum Saisonabschluss nicht im aktiven Kader stand. Angewandt wird dies insbesondere bei Spielern aus dem Practice Squad – so wie bei Böhringer. Theoretisch kann allerdings auch ein 34 Jahre alter Super-Bowl-MVP einen Futures Contract unterzeichnen, sofern er nicht am letzten Spieltag im aktiven 53-Mann-Kader stand.

In der Regel erhalten Spieler Future Contracts, die den Sprung in den 53-Mann-Kader noch nicht geschafft haben, die die Franchise aber dennoch halten will.

Mit dem Ende der Regular Season dürfen Teams Spieler mit einem solchen Vertrag ausstatten. Die Bengals haben Böhringer mit dem neuen Deal nun für den offiziellen Auftakt der kommenden Saison im März 2019 an sich gebunden. Hätte Cincinnati dies nicht getan, hätte jede andere NFL-Franchise Böhringer einen Futures Contract anbieten können.

Was haben die Teams vom Futures Contract?

Für die Teams ist ein Futures Contract vor allem eine günstige Möglichkeit, einen Spieler zu binden. Ein Futures Contract unterliegt - wie auch Verträge von aktiven Spielern - den NFL-Regularien. Es gelten also die festgeschriebenen Mindestgehälter. Nur in Ausnahmefällen erhalten Spieler mit Futures Contracts mehr.

Im Gegensatz zu den Verträgen fester Kaderspieler gelten Futures Contracts erst ab dem offiziellen Saisonbeginn Anfang März. Und auch dann belasten die Gehälter der Futures-Contract-Spieler nicht das in der Regel ausgereizte Salary Cap des 53-Mann-Kaders, sondern das des 90-Mann-Kaders. Spieler mit Futures Contract stehen auf der sogenannten Reserve/Futures List.

Steigert ein Futures Contract Moritz Böhringers Chancen auf einen Kaderplatz?

Das Wichtigste für Böhringer: Mit dem Futures Deal steht fest, dass sich der 25-Jährige in den Drills der Offseason für die Bengals empfehlen kann. Er wird zum Saisonstart 2019 Bestandteil des 90-Mann-Kaders sein.

Aber Böhringer ist kein Einzelfall: Die Bengals haben vier weitere Spieler des bisherigen Practice Squads mit Futures Contracts ausgestattet. Darunter auch Andrew Vollert, der als Tight End Konkurrent von Böhringer ist.

Für Böhringer ist der Futures Contract daher in erster Linie ein Vertrauensbeweis. Auch wenn es derzeit nicht für einen Platz im 53-Mann-Kader reicht, sieht das Bengals-Board in ihm weiter NFL-Potential und beugt dem Risiko vor, Böhringer an eine andere Franchise zu verlieren.

Gibt es andere prominente Beispiele?

Auch wenn der Großteil der Futures-Contracts-Spieler die Kader-Cuts der Teams im Spätsommer nicht überstehen, kann sich Böhringer also weiter Hoffnung machen. Immerhin: In den letzten Jahren haben Spieler wie Spencer Ware, Matt Paradis, Willie Snead oder Tim Hightower über Futures Contracts den Sprung auf die große Bühne geschafft.

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