Rammelbammel in der Endzone: Im ersten Aufeinandertreffen der Saison lebten ... - Bildquelle: imagoRammelbammel in der Endzone: Im ersten Aufeinandertreffen der Saison lebten die Pittsburgh Steelers (weiße Trikots) und die Cleveland Browns ihre Rivalität offen aus © imago

München/Pittsburgh - Division-Gegner sehen sich in der NFL immer zweimal. Pro Saison. Und manchmal viel schneller, als beiden Seiten lieb sein kann.

Erst gut zwei Wochen liegt der Skandal von Cleveland zurück. Als Browns-Star Myles Garrett Mason Rudolph den Helm vom Kopf rupfte und diesen dem Quarterback der Pittsburgh Steelers auf den ungeschützten Kopf donnerte. Schon am Sonntag (ab 18 Uhr exklusiv im kostenlosen Livestream auf ran.de) kommt es zum Rückspiel der Rivalen aus der AFC North.

Browns würden mit Sieg an Steelers vorbeiziehen

Schon die sportliche Ausgangslage birgt jede Menge Brisanz: Die Steelers (6-5) belegen den letzten Playoff-Platz, doch mit einem Sieg würden die Browns (5-6) wegen des gewonnenen direkten Vergleichs vorbeiziehen.

Im Thursday Night Game behauptete sich Cleveland eben klar mit 21:7. Umso unverständlicher war der Ausraster des First-Overall-Picks vom Draft 2017.

Garrett und Pouncey im Rückspiel gesperrt

Garrett wird beim Wiedersehen fehlen - die NFL zog ihn für den Rest der Saison aus dem Verkehr. Steelers-Center Maurkice Pouncey muss ebenfalls zuschauen, weil er auf den am Boden liegenden Defensive End eingetreten hatte.

Auch Rudolph, dem Garrett rassistische Entgleisungen im Vorfeld des Helm-Hits vorwirft, wird zumindest nicht starten. Der Backup des am Ellenbogen verletzten Ben Roethlisberger hat seine Position an Devlin "Duck" Hodges verloren.

Browns-Fans veräppeln Rudolph als Pinata

Dennoch steckt im Aufeinandertreffen im Heinz Field jede Menge Brisanz. Besonders die Fans lebten die traditionsreichste Rivalität innerhalb der AFC vor dem 136. Duell offen aus. So veräppelten Fans der Browns vor ihrem Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen die Miami Dolphins (41:24) Rudolph auf besonders geschmacklose Weise. Mit einem Helm schlugen sie auf eine Pinata im Steelers-Trikot mit der Nummer zwei ein. Ganz so wie Garrett es ihnen vorgemacht hatte.

Die Kopfschmerzen hat Rudolph bereits überwunden. Doch eine spätere Attacke seines Widersachers vor den Mikrofonen tut umso mehr weh. "Ich denke, diese bestimmte Behauptung betrifft auch meine Familie", reagierte der 24-Jährige auf die Rassismusvorwürfe Garretts: "Es ist hart für sie mitzuerleben, wieso etwas so Falsches mit unserem Familiennamen in Verbindung gebracht wird." Die Untersuchungen der NFL in dieser Sache waren schnell ergebnislos beendet worden.

Tomlin: Rivalität war niemals tot

Somit steht Aussage gegen Aussage. Auch dieser Zwist könnte die Rivalität weiter anheizen. Den beiden Head Coaches scheint das nur recht. Mike Tomlin von den Steelers beantwortete die Frage, ob die Rivalität seit dem Spiel neu aufgelebt sei, lapidar: "Ich wüsste nicht, dass sie jemals tot war."

Freddie Kitchens nahm seine Browns in die Pflicht: "Für mich gehören immer zwei Seiten zu einer Rivalität. Also müssen wir unseren Teil dazu beitragen." Für den erst seit Saisonbeginn amtierenden Head Coach, der zuletzt drei Siege nacheinander feierte, geht es auch darum, eine lange Durststrecke zu beenden: Seit 16 Jahren gab es für Cleveland in Pittsburgh immer auf die Mütze.

Browns gewannen zuletzt 1988 zweimal gegen die Steelers

Als die Browns zuletzt beide Saisonspiele gegen den Kontrahenten gewannen, waren viele Profis aus dem aktuellen Kader noch gar nicht geboren. Denn das war 1988 der Fall. Seither gelangen in 55 Vergleichen inklusive Playoffs nur noch zwölf Erfolge.

Hinter den Browns liegen aber auch besonders dunkle Zeiten. Etwa die vergangenen Jahre, 2016 und 2017 gelang überhaupt nur ein Sieg in 32 NFL-Spielen. Nun sind die Playoffs wieder in Reichweite - und wie auch für die Steelers das erste Saisonziel.

Höchstens eines der beiden Teams wird Playoffs erreichen

Sicher scheint aber schon vor Week 13: Angesichts der formidablen Baltimore Ravens, die Gegner um Gegner niederwalzen, wird höchstens eines der beiden Teams die K.o.-Runde im Januar erreichen.

Die Steelers, die durch das Saisonaus für "Big Ben" komplett ohne ihre "Killer Bees" auskommen müssen. Und daran mächtig zu knabbern haben. Oder die Browns, bei den das Triumvirat um Baker Mayfield, Odell Beckham Jr. und Jarvis Landry noch nicht annähernd hält, was sich Fans, Experten und vor allem Teamverantwortliche versprochen haben.

Schnelles Rückspiel könnte Hauch von Normalität bringen

Der beste Zeitpunkt für eine Leistungsexplosion wäre am Sonntag. In Pittsburgh. Ganz ohne irgendwelche Ausraster. Um der Rivalität wieder einen Hauch von Normalität einzuverleiben. Dann hätte das schnelle Wiedersehen auf jeden Fall etwas Positives.

Sportlich steht ja schon genug auf dem Spiel. Es kann am Ende nur einen geben - in den Playoffs. Höchstens.

Marcus Giebel

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