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New York – Eli Manning lässt keine Zweifel aufkommen. Er kennt die Stimmung ja schon zur Genüge. Denn skeptisch sind in New York viele. Diejenigen, auf die es ankommt, sind es allerdings nicht. Zumindest zeigen sie es nicht.

Manning weiß das. Und nicht nur das.

"Ich weiß, dass ich spielen und werfen kann. Es fühlt sich immer noch so an, dass ich die Plays und viele gute Dinge machen kann", sagte Manning. Zweifel? Lächelt er weg.

Harsch und bitterböse

Es ist und bleibt beeindruckend, wie der zweimalige Super-Bowl-Sieger mit der teilweise harschen und bitterbösen Kritik umgeht, die immer mal wieder und zuletzt immer öfter über ihn hereinbricht. Sein Selbstvertrauen scheint das nicht zu tangieren.

Klar: Als Top-Quarterback ist man in der Regel nicht nur der Leistungsträger, sondern auch der Top-Verdiener. Im Normalfall bekommt man dann aber auch am meisten ab, wenn es nicht läuft. Fraglos hat sich Manning in 15 Jahren NFL daran gewöhnt.

 

In New York läuft es allerdings schon länger nicht mehr. Seit dem Super-Bowl-Sieg 2011 reichte es nur noch 2016 für die Playoffs, und je älter er wird, desto intensiver und öfter wird Manning angezählt, seine Karriere für beendet erklärt. In Zahlen: 9-7, 7-9, 6-10, 6-10, 11-5, 3-12, 5-9. Ergibt eine Bilanz von 47-62. Und ein 0-1 in den Playoffs.

Manning ist ein Auslaufmodell. Ein alternder Signal Caller, der den Absprung verpasst hat, so die Gegner. Ein Superstar, der es immer noch drauf hat, so die Befürworter. Die Gegner fordern vehement einen Umbruch, erhofften ihn sich bereits im Draft 2018, doch die Giants schnappten sich an Nummer zwei Running Back Saquon Barkley. 

Man muss dazu sagen, dass der 37-Jährige vor allem in den beiden letzten Saisons zwar zumeist das Gesicht des sportlichen Absturzes war, er aber nicht der alleinige Grund ist, warum die Giants 2018 erneut die Playoffs verpassen werden.

 

Das verdeutlichen einige Zahlen. Manning warf 2018 bislang für 3.689 Yards, 18 Touchdowns und neun Interceptions. Mehr Yards pro Spiel (263,5) schaffte er seit 2004 nur dreimal. Seine Completion Percentage liegt bei 65,9 Prozent und ist damit aktuell die beste seiner Karriere. Sein Quarterback-Rating beträgt 92,1 und gehört damit zu den besten Werten seiner Laufbahn. 

Ein Problem: Die Giants haben neben der Quarterback-Position weitere Baustellen im Roster, die ähnlich dringend, wenn nicht dringender sind. Die Probleme in der Offensive Line sind offenkundig. Mit 46 Sacks liegt Manning zum Beispiel auf Rang vier in der NFL, strauchelte die O-Line, strauchelte Manning. Das passierte 2018 sehr oft. Das Problem wiederum auf der Spielmacher-Position: Im Roster ist Manning unangefochten, Kyle Lauletta und Alex Tanney sind keine Konkurrenz.

"Er glaubt an mich"

"Der Coach hat mich die ganze Zeit unterstützt. Er war großartig. Er glaubt an mich. Das macht meinen Job einfacher", sagte Manning. Head Coach Pat Shurmur setzt auf seinen Routinier, denn er ist im Moment die einzige Option. Und die Tendenz ist klar: Der ewige Eli wird wohl auch 2019 der Giants-Quarterback sein. "Ich will, dass alle Spieler zurückkommen", sagte Shurmur. 

Das Team startete zwar erneut desaströs mit 1-7, kam aber zwischendurch zu fünf Siegen in Serie, träumte sogar kurzzeitig von der Postseason. Was auch Manning zugute kommt. Trotzdem ist die Stimmung wechselhaft, nach dem schwachen 0:17 zuletzt gegen die Tennessee Titans meldeten sich die Kritiker zurück.

Aber: "So wie ich das verstehe, spielt er sich gerade in den Kader für 2019", sagte NFL-Insider Ian Rapoport. Eine Entscheidung werde erst in der Offseason getroffen, so Rapoport. "Aber so wie er zuletzt gespielt hat und wie er sich stabilisiert hat, hat er die Tür geöffnet, um 2019 zurückzukehren."

QB-Suche im Draft?

Manning würde für 2019, das letzte Jahr seines Vertrags, 16,5 Millionen Dollar bekommen. Gut möglich, dass die Giants im kommenden Draft ihren zukünftigen Franchise-Quarterback verpflichten und ein Übergangsjahr angehen.

Manning hätte dann die Aufgabe, den Nachwuchsstar an höhere Aufgaben heranzuführen. Wie Alex Smith das im vergangenen Jahr bei den Kansas City Chiefs erfolgreich mit Patrick Mahomes gemacht hat. Oder aber die Giants trennen sich von Manning und schauen sich auf dem Free-Agent-Markt um oder verpflichten einen gestandenen Quarterback.

Doch das ist wohl eher unwahrscheinlich. "Ich glaube, dass es auf Erfahrung ankommt. Ich denke, wenn Eli Quarterback spielt, gibt uns das die größte Chance auf einen Sieg", sagte Shurmur.

Auch er lässt vorerst keine Zweifel aufkommen.

Andreas Reiners

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