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Der nächste große Umbruch: Die Los Angeles Rams auf dem Weg in eine neue Ära

Der Umzug nach Los Angeles läutete 2016 den ersten Schritt des großen Umbruchs bei den Rams ein. In diesem Jahr legt die Franchise nun auch personell nach - unter anderem mit einem neuen Cheftrainer und einem veränderten Defensiv-System.

20.06.2017 11:23 Uhr / ran.de / Jan Horstkötter
Los Angeles Rams Saisonvorschlag 2017
Die Los Angeles Rams im Umbruch.

Los Angeles / München – Als sich die Los Angeles Rams das letzte Mal für die NFL-Playoffs qualifizierten, wurde Werder Bremen Deutscher Meister, gewann Griechenland sensationell die Europameisterschaft, war Gerhard Schröder Bundeskanzler. Das war 2004.

Es sollte bis heute das letzte Mal bleiben, dass die Rams ein Postseasonspiel absolvieren. Damals natürlich noch in St. Louis. Vergangenes Jahr zog die Franchise nach Los Angeles um und draftete mit Jared Goff an erster Stelle einen neuen Franchise-Quarterback – es war Teil eins des großen Umbruchs.

Den zweiten Schritt gehen die Rams in diesem Jahr.

Neuer Cheftrainer, neuer Defensive Coordinator

Mit Sean McVay übernimmt ein erst 31-Jähriger die Nachfolge von Jeff Fisher als Headcoach. Er ist der jüngste Cheftrainer der NFL-Geschichte. "Ich glaube, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagt Vizepräsident Kevin Demoff. "Wir haben mit vielen Mentoren und Personen innerhalb der NFL gesprochen und es war klar, dass Sean McVay perfekt zu uns passt."

Ihm steht der Erfahrene Wade Phillips als neuer Defensive Coordinator zur Seite. Der 69-Jährige war bereits zehn Jahre bevor McVay überhaupt geboren wurde als NFL-Trainer aktiv.

Umstellung des Defensiv-Systems

Phillips will im kommenden Jahr das Defensiv-System umstellen. Aus der variablen 4:3-Defense, mit der Gregg Williams die vergangenen Jahre spielte, soll ein 3:4-System werden. Also mit drei Defensive Linemen und vier Linebackern.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Phillips' Defensiv-Umstellung Erfolg bringt. "Vier der letzten sechs Teams, zu denen ich gewechselt bin, haben mit einer 4:3 gespielt. Wir sind dann auf 3:4 gewechselt und haben in jedem Jahr die Playoffs erreicht. Im Jahr davor waren diese Teams nicht in den Playoffs", sagt Phillips gegenüber "ESPN".

Große Probleme in der Offensive

Mit durchschnittlich nur 337 zugelassenen Yards pro Spiel rangierte die Rams-Defense bereits im vergangen Jahr unter den Top 10 aller NFL-Teams. Die Defensive steht verhältnismäßig konstant. Das Sorgenkind und zweifelsfrei Los Angeles‘ größte Baustelle ist viel eher die Offense.

Nur durchschnittlich 184,4 Yards Raumgewinn pro Partie erzielten die Rams vergangene Saison. Und ausgerechnet Kenny Britt, der einzige Rams-Spieler mit mehr als 1.000 Receiving-Yards, verließ die Franchise in der Offseason in Richtung Cleveland.

Offensive Tackle Greg Robinson, Nummer-zwei-Pick 2014, tradete das Team nach drei enttäuschenden Spielzeiten zu den Detroit Lions. Die löchrige Offensive Line verstärken im Gegenzug Center John Sullivan und Pro-Bowl-Tackle Andrew Whitworth – zwei gestandene NFL-Profis, die dem jungen Team auch mit ihrer Erfahrung weiterhelfen sollen.

Ein junges Team mit Perspektive

Die Rams-Offensive ist gespickt mit jungen Talenten. Die Receiver Tavon Austin, Mike Thomas und Neuzugang Robert Woods sind allesamt nicht älter als 26. Running Back Todd Gurley bestreitet seine dritte NFL-Spielzeit und hat zweifelsfrei das Talent, die Offense als Workhorse-Running-Back zu tragen.

Jared Goff geht in seine erste Spielzeit als Starter. Der 22-Jährige, für den die Rams im NFL Draft 2016 Haus und Hof hergaben (unter anderem ein Erstrundenpick und zwei Zeitrundenpicks), muss zeigen, dass er die Hoffnungen erfüllen kann, die auf ihm ruhen.

Ein zusätzliches Jahr Erfahrung und eine verbesserte Offensive-Line sollten dem Quarterback sicherlich dabei helfen.

Langzeitprojekt: Los Angeles Rams

Mit der neuen Heimat Los Angeles scheinen die Rams zudem den perfekten Ort für einen Neuanfang gefunden zu haben. "Man kann sehen, dass die Stadt hungrig auf ein tolles Football-Team ist. Es ist unsere Verpflichtung, es ist unser Job, den Fans etwas zu geben, auf das sie stolz sein können. Wir wollen ihnen eine Mannschaft bieten, die sie Woche für Woche anfeuern können", sagt Trainer McVay. 

Mit den, wenn auch minimalen, Veränderungen ihrer Trikots griffen die Rams allerdings schon einmal voll daneben. Denn das neue Design kommt bei den Fans nicht gut an. Hauptkritikpunkt: Helm, Jersey und Hose sind drei einzelne Komponenten, die so nicht zusammenpassen.

Playoff-Teilnahme unrealistisch

Passenderweise sind die Rams ohnehin nicht auf sofortigen Erfolg aus. Die Franchise ist ein Team für die Zukunft. Die Kombination eines jungen Cheftrainers und eines erfahrenen Defensive Coordinators lässt sich perfekt auf das Team übertragen: Unerfahrene Talente, die unter gestandenen Profis lernen sollen.

Mit einer verbesserten Offensive-Line und einer umstrukturierten Defensive, die ihr Talent bereits im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt hat, sollte für die Rams in ihrem zweiten Jahr in Los Angeles mehr drin sein, als die letztjährige Bilanz von 4:12.

In der NFC West, mit den starken Seattle Seahawks sowie den Arizona Cardinals und San Francisco 49ers, ist eine Playoff-Teilnahme 2017 jedoch eher unrealistisch. Die Los Angeles Rams sind als Langzeitprojekt anzusehen. Die Jungspunde könnten in Zukunft eine neue Ära prägen.

Jan Horstkötter

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