Wer gewinnt 2020 die NFC East? - Bildquelle: gettyWer gewinnt 2020 die NFC East? © getty

München - Die NFL-Teams befinden sich im Training Camp und die Saison 2020 rückt trotz der Corona-Pandemie immer näher. Vorher macht ran.de einen großen Division-Check - heute mit der NFC East.

Dallas Cowboys

Vorsaison: 8-8 / Platz 2 - Playoffs verpasst

Wichtige Neuzugänge: Everson Griffen, HaHa Clinton-Dix, Andy Dalton

Wichtige Abgänge: Byron Jones, Robert Quinn, Travis Frederick (Karriereende)  

Offense: 

Vom Personal her hat sich bei den Cowboys offensiv wenig getan in dieser Offseason, so geht man fast unverändert in die kommende Saison. Einzig der Wegfall von Center Travis Frederick könnte sich als schmerzhaft erweisen. 

Der Beschützer von Dak Prescott beendete aufgrund von anhaltenden Verletzungsproblemen etwas überraschend seine Karriere. Als Ersatz präsentierte man Joe Looney, der bereits in der Vergangenheit den Ersatz von Frederick gab. 

Demnach werden die Cowboys wohlweiterhin eine der besseren Offensive Lines der Liga haben. Dahinter steht mit Dak Prescott ein Quarterback, der seine beste Saison gerade hinter sich hat. Zudem geht er in sein letztes Vertragsjahr und will seinen Wert weiter steigen. Auch Offensive Coordinator Kellen Moore steht 2020 an der Seitenlinie in Dallas, von welchem Prescott im vergangenen Jahr stark profitierte.

Das Receiving-Corps wurde mit Erstrunden-Pick Cedee Lamb und der Beförderung von Blake Jarwin nochmals verstärkt, der Passing-Offense sind damit fast keine Grenzen gesetzt, sollten die Skill-Player ihre Leistung abrufen. 

Defense: 

Während die Offense vor einer großen Saison steht, ist die Defense das große Fragezeichen für die Cowboys in der kommenden Saison. Mit den Abgängen von Star-Cornerback Byron Jones und Linebacker Robert Quinn musste der neue Head-Coach Mike McCarthy etwas improvisieren.

Mit Defensive Tackle Gerald McCoy sollte die Line verstärkt werden und auf mehr Physis gesetzt werden, doch eine Verletzung verhindert einen Einsatz in dieser Saison für McCoy. Mit Dontari Poe hat man einen weiteren phyischen Tackle verpflichtet, der die Rolle von McCoy übernehmen könnte.

Der Fokus liegt nun wieder ganz klar auf dem Pass-Rush, der für eine positive Überraschung sorgen könnte. Auf Defensive End ist man mit Demarcus Lawrence sowie Neuzugang Everson Griffen stark besetzt. Hier steht mit Aldon Smith, sollte er nach mehrjähriger Pause wieder zu seiner Form finden, ein herausragender Rotationsspieler bereit. 

Dazu passt auch, dass Shooting-Star Jaylon Smith vermehrt auf die Position des Outside Linebackers rücken soll, um zusätzlichen Druck im Pass Rush zu erzeugen. In der Secondary hinterlässt Byron Jones ein riesiges Loch, was im Kollektiv aufgefangen werden soll. Mit HaHa Clinton-Dix kommt ein erfahrener Safety nach Dallas, der die Schwachstelle der vergangenen Saison adressieren soll. 

Player to watch: Dak Prescott

Man könnte sich bei den Cowboys viele interessante Spieler herauspicken, doch für Prescott geht es in der kommenden Saison um mehr als nur einen dicken Vertrag. Er könnte sich das Narrativ verdienen, dass man mit ihm als Quarterback gewinnen kann.

Er würde sich in der Riege der "besseren Quarterbacks" der NFL festsetzen, insofern er eine weitere dominante Saison spielt und die Cowboys zu einem möglichst langen Playoff-Run führt. Die Offensive Line und die nötigen Waffen sind vorhanden, nun muss Prescott die Chance nutzen.

Prognose:

Es würde nicht überraschen, wenn Dallas in der kommenden Saison oft an wilden Shootouts beteiligt wäre, zu groß ist das Gefälle zwischen Offense und Defense. Insgesamt ist der Kader dennoch stark besetzt und für die Saison gerüstet, insofern es Mike McCarthy schafft, anders noch als Jason Garrett, das Potenzial aus dem Team herauszukitzeln. 

Aufgrund der etwas schwächeren Division, wäre es eine große Enttäuschung, sollte man die Playoffs erneut verpassen. Als großer Rivale um den Division-Sieg und der damit verbundenen sicheren Playoff-Teilnahme stehen weiterhin die Philadelphia Eagles bereit. Dennoch darf es für die Dallas keine Ausrede geben - die Playoffs sind Pflicht - Platz eins in der Division. 

New York Giants

Vorsaison: 4-12 / Platz 3 - Playoffs verpasst

Wichtige Neuzugänge: James Bradberry, Blake Martinez, Levine Toilolo

Wichtige Abgänge: Eli Manning (Karriereende), Alec Ogletree, 

Offense: 

Die wichtigste Veränderung in der Offense fand eher neben als auf dem Platz statt. So ersetzte man nicht nur Headcoach Pat Shurmur mit Trainer-Newcomer Joe Judge, sondern auch die Position des Offensive Coordinators wurde mit einem neuen Gesicht versehen.

Ex-Cowboys Headcoach Jason Garrett wird ab sofort die offensiven Zügel der Giants in die Hand nehmen und soll Judge mit seiner Erfahrung unterstützen. Mit Dak Prescott hat Jason Garrett bereits bewiesen, einen Quarterback-Rohdiamanten wie Daniel Jones schleifen zu können.

Die oftmals wackelige Offensive Line dürfte stärker als in der vergangenen Saison sein, vorausgesetzt Erstrunden-Tackle Andrew Thomas funktioniert von Beginn an. Mit Left Tackle Nate Solder nutzte allerdings ein Baustein der O-Line die Opt-Out-Klausel. Er verzichtet auf die komplette Spielzeit.

Davon dürften sowohl Daniel Jones als auch Saquon Barkley profitieren, sodass beide individuell gesehen eine starke Saison vor Augen haben. Mit Garrett als OC dürfte besonders Barkley viel zu tun bekommen, was die Turnover Probleme von Daniel Jones entlasten könnte. Barkley wird zudem im Hinterkopf haben, dass ihm bei erfolgreicher Saison ein Rekordvertrag winkt. 

Defense:

Auch hier wurde an der Seitenlinie eine Veränderung vorgenommen, mit Patrick Graham präsentierten die Giants einen neuen Defensive Coordinator. Ob sich unter ihm groß etwas ändert in der Giants-Defense, bleibt abzuwarten.

Personell gesehen sind die Giants hier zu einseitig aufgestellt. Mit Dexter Lawrence, Dalvin Tomlinson und Leonard Williams hat man drei hervorragende Defensive Liner gegen den Run in den eigenen Reihen, während es im Pass Rush etwas dürftig aussieht.

Hier stehen lediglich mit Markus Golden und Lorenzo Carter realistische Optionen zur Verfügung, doch auch diese müssen ihre positive Ansätze aus der vergangenen Saison bestätigen. Mit Blake Martinez wurde ein weiterer Linebacker verpflichtet, der seine Stärken eher gegen den Lauf als gegen den Pass hat.

Mit James Bradberry hat man sich eine solide bis gute Option auf der Cornerback-Position verpflichtet, der die Secondary verstärken sollte. Mit dem wahrscheinlichen Ausfall von DeAndre Baker ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Giants noch etwas auf dem Free-Agent-Markt im Blick haben

Player to watch: Evan Engram

Tight End Evan Engram geht in seine vierte Saison bei den Giants und hofft endlich auf den großen Durchbruch. Das Potenzial ist vorhanden, das hat er oft genug angedeutet, doch Verletzungsprobleme warfen den 25-Jährigen immer wieder zurück. So kommt er auch in der vergangen Saison nur sechs Einsätze von Beginn an, in denen er jedoch zu überzeugen wusste.

467 Receiving Yards und drei gefangene Touchdowns bei 44 Receptions in acht Spielen lassen auf viel mehr hoffen. Sollte er fit bleiben, könnte er eine der Überraschungen der Saison für die Giants werden.

Prognose:

Die Giants befinden in der "Post-Manning-Ära" weiter im Umbruch und werden auch in der kommenden Saison wenig mit den Playoffs zu tun haben. Ziel muss es sein, unter Neu-Coach Joe Judge eine neue Identität zu finden und ein Grundgerüst für die kommenden Jahre zu schaffen.

Besonders offensiv können sie den ein oder anderen Gegner ärgern, doch mit mehr sollte man nicht rechnen. Merken sie früh in der Saison, dass es wenig bis gar nichts zu holen gibt, werden sie sich auf einen möglichst frühen Draft-Pick im kommenden Jahr fixieren - Platz drei in der Division

Philadelphia Eagles

Vorsaison: 9-7 / Aus in der Wild Card Round gegen die Seattle Seahwaks

Wichtige Neuzugänge: Darius Slay, Javon Hargrave, Will Parks 

Wichtige Abgänge: Nelson Agholor, Jordan HowardHalapoulivaati Vaitai

Offense: 

Obwohl Quarterback Carson Wentz in der vergangenen Saison über 4000 Yards warf, konnte keiner der Eagles-Wide-Receiver über 500 Receiving Yards vorweisen. Lediglich Tigh End Zach Ertz kommt mit 916 Receiving Yards über diese Marke.

Damit wird schnell klar, warum die Eagles in der ersten Runde des diesjährigen Drafts mit Jalen Reagor einen potenziellen Nummer-eins-Receiver verpflichtet haben. Zudem kommt mit Speedster DeSean Jackson eine weitere Waffe für Carson Wentz zurück, der sich von seiner Verletzung vollständig erholt hat.

Laut "Pro Football Focus" stellten die Eagles in der vergangenen Saison die beste Offensive Live der NFL. Mit Star-Guard Brandon Brooks fällt zwar ein wichtiger Baustein aus, doch die Eagles konnten das Schlimmste abfangen. Routinier Jason Peters rückt wohl zum Guard auf und Erstrunden-Sophomore Andre Dillard startet an Peters Stelle. 

Mit Edeljoker der Offensive Line Halapoulivaati Vaitai müssen die Eagles den einzig schmerzhaften Abgang in der Offensive verkraften. Der Abgang von Running Back Jordan Howard gibt nun Hoffnungsträger Miles Sanders die Möglichkeit, in die Rolle des Three-Down-Back und absoluten Work Horse zu schlüpfen.

Defense:

Über die Defensive Line brauchen sich die Eagles auch in der kommenden Saison wenig Sorgen machen, mit Fletcher Cox und Brandon Graham strotz diese nur so vor Qualität. Dazu gesellt sich mit Javon Hagrave ein weiterer physischer Tackle, der diese Line weiter verstärkt.

Interessant leibt es dagegen bei den Linebackern, hier ist vor allem Schnelligkeit und Variabilität vorhanden. Mit Nathan Garry, T.J. Edwards und Duke Riley sticht hier jedoch kein großer Name hervor. In der dritten Runde im Draft wählten die Eagles mit Davion Taylor einen weiteren Linebacker aus, der um ein paar Snaps kämpfen dürfte.

Die Problemzone der Eagles war in der vergangen Saison die Secondary, die in der Offseason unverschämt gut adressiert wurde. Mit dem Trade für Star-Cornerback Darius Slay haben die Eagles endlich ihren Mann gefunden, der die gegnerischen Nummer-eins-Receiver aus dem Spiel nehmen kann.

Mit Nickell Robey-Coleman ist den Eagles ein absoluter Steal gelungen. Der Slot-Cornerback gehört zu einem der besten auf seiner Position in der Liga und kostet den Eagles nur wenig Geld in der kommenden Saison. Der bisherige Cornerback Jalen Mills rückt hingegen auf die Safety-Position.

Player to watch: Miles Sanders

Nicht nur Fantasy-Spieler werden hoffen, dass sich Running Back Miles Sanders zum absoluten Work Horse bei den Eagles entwickelt. Seit dem Abgang von LeSean McCoy konnte man in "Philly" keinen langfristigen Running-Back-Plan installieren.

Ähnlich wie Christian McCaffrey in Carolina, könnte Sanders den offensiven Alleinunterhalter geben, sollten ihn die Eagles von der Leine lassen. Mit der starken Offensive Line und dem Abgang von Jordan Howard hat Sanders alle Möglichkeiten, eine der offensiven Attraktionen im kommenden Jahr werden. 

Prognose: 

Die Eagles stellen auch in der kommenden Saison eine schlagkräftige Truppe, mit der durchaus ein längerer Playoff-Run möglich wäre. Sollte Wentz fit bleiben und wie gewohnt abliefern, könnte er es auch in den erweiterten Kreis der MVP-Kandidaten schaffen.

Am Ende werden die Duelle gegen die Dallas Cowboys entscheidend sein, ob sich die Eagles den Division-Sieg holen können. Hier sind die Cowboys in der kommenden Saison besonders in der Offensive stärker besetzt, sodass es am Ende nur für Platz zwei für die Eagles reicht. Eine Playoffteilnahme ist trotzdem nicht ausgeschlossen - Platz zwei in der Divison

Washington Football Team

Vorsaison: 3-13 / Platz 4 - Playoffs verpasst

Wichtige Neuzugänge: Kendall Fuller, Sean Davis, Wes Schweitzer

Wichtige Abgänge: Ereck Flowers, Quinton Dunbar

Offense:

Mit der Rückkehr von Alex Smith nach zweijähriger Verletzungspause hat man in Washington auf einmal sowas wie ein Quarterback-Duell. So wird zwar nicht davon ausgegangen, dass Dwayne Haskins noch vor Saisonbeginn seinen Starter-Platz verliert, aber Smith könnte dem Sophomore bei ausbleibenden Leistungen gefährlich werden.

Nach der Entlassung von Derrius Guice hat Washington auf der Running-Back-Position mehrere Optionen. Zu Beginn der Saison dürfte Routinier Adrian Peterson die Spiele starten, auf lange Sicht könnte Drittrunden-Pick Antonio Gibson für Aufsehen sorgen. 

Auf der Wide Receiver-Position steht Shooting-Star Terry McLaurin allein auf weiter Flur. Dahinter stehen mit Cam Sims und Steven Sims Jr. lediglich Rollenspieler zur Verfügung. Dennoch sollte man die Pass-Offense nicht unterschätzen, so wusste Neu-Coach Ron Rivera in der vergangenen Saison bei den Carolina Panthers besonders die Eckpfeiler des Teams in Szene zu setzen.

Die Offensive Line bei Washington ist durchweg solide und auch der Abgang von Star-Tackle Trent Williams wiegt nicht so schwer, so musste man bereits in der vergangenen Saison ohne den Star-Tackle auskommen. Mit der Expertise von Rivera sollte die Line in der Lage sein, genügend Zeit für Haskins starken Arm zu schaffen.

Defense: 

Sollte der neue Defensive-Coordinator Jack del Rio mit dem vorhandenen Spielermaterial gut zurechtkommen, kann Washington defensiv eins der unangenehmsten Teams in der kommenden Saison werden. Hier sticht besonders die starke Defensive Line heraus, die in diesem Draft ihren Superstar der Zukunft gefunden hat.

Mit Chase Young kommt ein absolutes Pass-Rush-Monster in die Hauptstadt Amerikas, welcher auf Anhieb seine Präsenz in der NFL zeigen kann. Dem gegenüber steht mit Montez Sweat ein weiterer Hoffnungsträger, der an seine starke Rookie-Saison anknüpfen will.

Der Linebacker-Core um Reuben Foster und Thomas Davis Sr. ist ebenfalls ordentlich besetzt und sollte in der kommenden Saison keine Schwachstelle darstellen. Auch auf den Saftey-Positionen gibt es wenig zu rütteln, mit Landon Collins hat man hier einen der besten Spieler auf dieser Position im Kader.

Die Cornerback-Position hat man in der Free Agency adressiert und mit Kendall Fuller und Ronald Darby zwei erfahrene Routiniers verpflichtet, die eine solide Rolle spielen sollten. Mit Jimmy Moreland und Fabian Moreau hat man hier zudem noch zwei junge Spieler in der Hinterhand.

Player to watch: Alex Smith

Es könnte eine der schönsten Comeback-Storys der NFL-Geschichte werden, sollte es Alex Smith nochmal als Starter auf ein NFL-Feld schaffen. Der 36-Jährige kehrt nach über zwei Jahren Abstinenz zurück und will beweisen, dass er weiterhin zu einem der besseren Quarterbacks in der NFL zählt. 

Freilich wäre eine Starter-Rolle für Smith mit einer gleichzeitigen Degradierung oder Verletzung von Dwayne Haskins verbunden. Warum dies trotzdem wertvoll sein kann, hat Smith bei den Kansas City Chiefs und Patrick Mahomes gezeigt. Auch hier startete er in die Saison, später übernahm er die Rolle als Mentor für Mahomes, der einen Teil seines Erfolgs auch der Expertise von Smith widmete.

Prognose: 

Mit der offensiven Wundertüte und der defensiven Bank ist für Washington in der kommenden Saison das Zusammenspiel der beiden entscheidend. Die Defense kann, falls ihr die Offense während der Spiele genügend Zeit abnimmt, eine der besseren in der gesamten NFL sein.

Sollte auch Haskins (oder Smith) seinen Touch frühzeitig finden, kann Washington für die ein oder andere Überraschung sorgen, doch ein weiteres Umbruchs-Jahr ist eher wahrscheinlich - Platz vier in der Divison.

Alle Checks der NFL-Divisions im Überblick:

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