Die AFC West zählt zu den stärksten Divisionen der NFL - Bildquelle: imagoDie AFC West zählt zu den stärksten Divisionen der NFL © imago

München - Die Preseason steuert auf ihr Ende zu, die Regular Season steht vor der Tür. Vorher macht ran.de den großen NFL-Check. Diesmal: die AFC West.

Denver Broncos

Vorsaison: 6-10 / Platz 3 - keine Playoffs

Wichtige Neuzugänge: QB Joe Flacco (Baltimore Ravens), TE Noah Fant (Draft, 20. Pick), QB Drew Lock (Draft, 42. Pick), CB Kareem Jackson (Houston Texans)

Schmerzhafte Abgänge: QB Case Keenum (Washington Redskins), CB Bradley Roby (Houston Texans), OT Billy Turner (Green Bay Packers)

 

So schaut's aus: Nachdem die Denver Broncos in der Saison 2015 den Super Bowl gewannen, verpassten sie drei Mal in Folge die Playoffs. Daher gibt es auf der Schlüsselposition nun erneut Veränderungen.

Quarterback-Routinier Joe Flacco soll für Stabilität in der Offense sorgen, Zweitrundenpick Drew Lock in seinem Schatten lernen und sich zum zukünftigen Franchise-Quarterback entwickeln.

General Manager John Elway bezeichnet Flacco als den meistunterschätzen Quarterback der NFL: "Er hat eine Meisterschaft gewonnen, er weiß, worauf es ankommt. Er ist ein großartiger Anführer. Wir haben dieses Jahr große Erwartungen an die Broncos."

Wide Receiver Emmanuel Sanders ist nach langer Verletzung wieder fit und soll als wichtigste Anspielstation fungieren.

Head Coach Vance Joseph wurde nach zwei erfolglosen Spielzeiten weggeschickt. Seinen Job übernimmt Vic Fangio, das defensive Mastermind hinter dem besten Abwehrverbund der vergangenen Saison, den Chicago Bears. In Denver findet er mit Von Miller und Bradley Chubb einen starken Pass Rush vor.  

Wo hakt es noch: Die Offense weist noch einige Schwächen auf. Die Offensive Line verspricht nur wenig Stabilität. Zudem fehlt es bei den Wide Receivern an Waffen. Ob Joe Flacco noch einmal zu Höchstformen findet, ist fraglich. Backup Drew Lock ist als Starting-Quarterback noch keine Option, auch weil eine Daumenverletzung seine Entwicklung hemmt.

ran.de Prognose: Die Denver Broncos werden zum vierten Mal in Folge die Playoffs verpassen. In der AFC West landen sie auf Platz 3.

 

Kansas City Chiefs

Vorsaison: 12-4 / Platz 1 - Aus in den Conference Championships gegen die New England Patriots

Wichtige Neuzugänge: S Tyrann Mathieu (Houston Texans), RB Carlos Hyde (Jacksonville Jaguars), DE Alex Okafor (New Orleans Saints)

Schmerzhafte Abgänge: LB Dee Ford (San Francisco 49ers), S Eric Berry (Free Agent), WR Chris Conley (Jacksonville Jaguars), C Mitch Morse (Buffalo Bills)

So schaut's aus: Patrick Mahomes war der spektakulärste Quarterback der vergangenen Saison. Völlig zurecht ernannte ihn die NFL zum MVP.

Der Passgeber plant für 2019 den großen Durchmarsch: "Das einzige Ziel für uns ist der Super Bowl. Wir waren in der vergangenen Saison im AFC Championship Game und die Teilnahme am Super Bowl ist für uns der logische nächste Schritt. Für uns zählt also wirklich nur der Super Bowl - und sonst nichts."

Wide Receiver Tyreek Hill wurde wegen der Vorwürfe der Kindesmisshandlung zeitweise von allen Teamaktivitäten ausgeschlossen. Aufgrund mangelnder Beweise darf der schnellste Spieler der NFL nun aber wieder voll mitmischen, eine Vertragsverlängerung über drei Jahre und 54 Millionen Dollar dürfte Hill zusätzlich motivieren.

Mit Hill und Tight End Travis Kelce stehen Mahomes zwei erstklassige Anspielstationen parat. Das verspricht erneut ein Offensiv-Spektakel.

Wo hakt es noch: Die Defense kam vergangene Saison zwar zusammen mit den Pittsburgh Steelers auf die meisten Sacks der NFL, war ansonsten aber sehr löchrig und ließ die zweitmeisten Yards der Liga zu. Daher erfolgte nun der Umbruch.

Leistungsspieler wie Dee Ford, der vergangene Saison auf 13,5 Sacks kam, und der erfahrene Eric Berry wurden abgegeben. Zudem soll zukünftig meist in einer 4-3- statt in einer 3-4-Formation gespielt werden. Das Problem ist nur: Personelle und taktische Veränderungen funktionieren meist nicht auf Anhieb und brauchen etwas Zeit.

ran.de Prognose: Viel bis alles hängt an Mahomes. Bestätigt er die starke Saison 2018, gehören die Chiefs zu den Top 5 der Liga. Die Veränderungen in der Defense wiegen allerdings schwer. Die Chiefs qualifizieren sich zwar erneut für die Playoffs, diesmal allerdings nur als Tabellenzweiter der AFC West.

 

Los Angeles Chargers

Vorsaison: 12-4 / Platz 2 - Aus in der Divisional Round gegen New England Patriots  

Wichtige Neuzugänge: DT Jerry Tillery (Draft, 28. Pick), LB Thomas Davis (Carolina Panthers) QB Tyrod Taylor (Cleveland Browns),

Schmerzhafte Abgänge: WR Tyrell Williams (Oakland Raiders), S Jahleel Addae (Houston Texans)

So schaut's aus: Die Los Angeles Chargers setzen auf Konstanz. Die Franchise führt ihre Tradition fort, in der Free Agency auf Mega-Deals zu verzichten und stattdessen lieber den Kern der Mannschaft beisammen zu behalten. Insgesamt ist der Kader sehr ausgewogen und hat nur wenig Schwächen.    

Sollte Quarterback Philip Rivers sich verletzen, gäbe es in Tyrod Taylor einen erfahrenen Ersatzmann. Taylor sagt: "Wir haben in dem Team alles, was es braucht, um den Super Bowl zu gewinnen."

Ebenfalls positiv: Nachdem Tight End Hunter Henry die vergangene Saison verletzungsbedingt verpasste, ist er nun zurück und bietet eine weitere gute Anspielstation.

Das Prunkstück der Defense ist wiederum das Pass-Rush-Duo mit Joey Bosa und Melvin Ingram III.

Wo hakt es noch: Der Streik von Melvin Gordon könnte sich für die Los Angeles Chargers zu einem ernsthaften Problem entwickeln. Mit insgesamt 1375 Yards und 14 Touchdowns in zwölf Spielen war der Running Back die wichtigste Waffe der Offense.

Hält der Streik weiter an, müsste der 24-jährige Austin Ekeler mehr Verantwortung übernehmen. Noch hat Ekeler nicht nachgewiesen, dass er mit der Bürde Nummer-1-Running-Back umgehen kann.

Die Defense wird zudem unter dem mehrmonatigen Ausfall von Safety Derwin James leiden.

ran.de-Prognose: Konstanz zahlt sich im Profisport meist aus. Einigen sich die Los Angeles Chargers mit Melvin Gordon, gewinnen sie ihre Division und sind zudem ein Super-Bowl-Kandidat. 

 

Oakland Raiders

Vorsaison: 4-12 / Platz 4 - keine Playoffs

Wichtige Neuzugänge: WR Antonio Brown (Pittsburgh Steelers), OT Trent Brown (New England Patriots) DE Clelin Ferrell (Draft/4. Pick), S Lamarcus Joyner (Los Angeles Rams)

Schmerzhafte Abgänge: TE Jared Cook (New Orleans Saints), WR Jordy Nelson (Karriereende), CB Rashaan Melvin (Detroit Lions)

So schaut's aus: Das erste der insgesamt zehn Vertragsjahre von Head Coach Jon Gruden war ein Desaster. In der Offseason bekam er nun allerdings die Gelegenheit, den Kader nach seinen Vorstellungen zu verändern. Alleine in der ersten Draft-Runde durfte er drei Spieler auswählen.

Ob damit alle Baustellen behoben sind?

Die Offensive Line, die vergangene Saison die drittmeisten Sacks aller Teams zuließ, wurde ordentlich verstärkt. Vielleicht gelingt es Quarterback Derek Carr dadurch, wieder an seine Leistungen von 2016 anzuknüpfen.

Offensive Coordinator Greg Olson glaubt jedenfalls an einen Leistungssprung des Passgebers: "In diesem Jahr sehen wir bei ihm eine enorme Entwicklung, weil er nun die zweite Saison im System von Jon spielt und weiß, was von ihm erwartet wird."

Der Pass Rush, letzte Spielzeit noch mit 13 Sacks die Lachnummer der Liga, dürfte durch Erstrundenpick Clelin Ferrell besser werden.

Wo hakt es noch: In Jared Cook und Jordy Nelson haben ausgerechnet die beiden Spieler, die vergangene Saison die meisten Receiving-Yards hatten, Oakland verlassen.

Der für viel Geld verpflichtete Wide Receiver Antonio Brown produzierte in der Saisonvorbereitung bislang ausschließlich negative Schlagzeilen, er stand kurz vor der Suspendierung. Und Erstrundenpick Josh Jacobs muss den Hype um seine Person nach erfolgreichen College-Jahren erst noch bestätigen und das schwache Laufspiel beleben. Kurzum: Es mangelt der Offensive an Waffen.

ran.de-Prognose: Der Neuaufbau unter Jon Gruden wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Raiders gewinnen vielleicht ein oder zwei Spiele mehr als vergangene Saison, landen in der starken AFC West aber dennoch auf Platz 4.

Oliver Jensen

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