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München/Cleveland – Die NFL ist voll von schillernden Persönlichkeiten, aber Odell Beckham Jr. ragt aus diesem bunten Haufen noch ein wenig heraus. In dieser Spielzeit wurde er bereits bestraft, weil er während des Spiels eine 350.000-Dollar-Uhr trug, letzte Woche musste der Superstar-Receiver 14.000 Dollar zahlen, weil er zu kurze Hosen trug.

Am Sonntag sorgte der 26-Jährige mit seinen Schuhen für Aufsehen, orange wie der Helm der Browns waren die Treter, mit Kürbisgesichtern an den Schuhspitzen, passend zu Halloween.

Beckham Jr. weitgehend abgemeldet

Später im Spiel präsentierte Beckham Jr. sich dann aber weniger auffällig, viel mehr fand er sich im Schatten von Patriots-Cornerback Stephen Gilmore wieder, der den Receiver weitgehend aus dem Spiel nahm. Auf fünf Receptions und 52 Yards brachte es Beckham Jr. am Ende, ein Großteil seiner Yards sammelte er mit einem gefangenen 31-Yard-Pass, als das Spiel bereits entschieden war.

Insgesamt bringt es der Superstar in dieser Saison auf 34 Receptions für 488 Yards und einen Touchdown. Das ist nicht schlecht, aber bei Weitem nicht das, was vor der Saison erwartet worden war. Man denke nur an den gigantischen Hype, der nach Beckhams Trade nach Cleveland im Frühjahr ausgebrochen war.

Die Schuld alleine beim Receiver zu suchen, wäre aber falsch. Es ist das komplette Team, das enttäuscht. Nicht wenige Fans und Experten hatten die Browns als Super-Bowl-Contender gesehen, nun steht die Franchise aus Ohio bei einer Bilanz von 2-5. Zur Erinnerung: in der vergangenen Saison musste Head Coach Hue Jackson nach einem 2-5-1 Start seinen Hut nehmen.

Mayfield hat Schritt zurück gemacht

Die Probleme beginnen bei Quarterback Baker Mayfield, der nicht an seine starke letzte Spielzeit anknüpfen kann. Am Sonntag unterlief dem Signal Caller eine bizarre Interception im ersten Viertel, ein kurzer, einfacher Pass auf Jarvis Landry landete bei Patriots-Defensive Tackle Lawrence Guy, der scheinbar spielend einfach die Offensive Line der Browns durchbrechen konnte. Es war übrigens das dritte Turnover der Browns. Im ersten Viertel wohlgemerkt.

 

Mayfield scheint in seiner zweiten Saison einen Schritt zurückgemacht zu haben. Das Passspiel kommt nicht in Schwung, worunter natürlich auch Beckham Jr. leidet. Eine Completion-Rate von 57,6 Prozent ist die zweitschlechteste aller NFL-Quarterbacks, nur Miamis Josh Rosen ist noch schlechter.

Und dann wäre da die Defense, gespickt mit jungen Talenten. Doch ganz offensichtlich haben die Browns ein Disziplin-Problem. Die meisten Flaggen aller Teams bekam die Franchise gegen sich, 13 waren es gegen die "Pats". Rechnet man über die ganze Saison gesehen die Strafen für und gegen Cleveland zusammen, steht das Team bei minus 252 Yards, das sind 152 Yards mehr als das zweitschlechteste Team.

"Haben uns selbst geschlagen"

Auch das Play-Calling von Head Coach Freddie Kitchens ist alles andere als optimal. Am Sonntag sorgte er für Verwunderung, als er bei einem vierten Versuch und 16 fehlenden Yards im letzten Viertel nach einem Fehlstart des Punt-Teams die Offense zurück auf das Spielfeld schickte. Mit dem Ergebnis, dass Mayfield an der eigenen 10-Yards-Linie heftig gesacked wurde. "Wir haben uns selbst geschlagen", lautete entsprechend Kitchens' Fazit nach der Partie.

Was derzeit Hoffnung macht, ist der Spielplan der Browns. Nachdem das Team sich in den ersten sieben Spielen mit einer ganzen Reihe Topteams messen musste, warten nun die Denver Broncos, Buffalo Bills, Pittsburgh Steelers, Miami Dolphins, nochmal die Steelers, die Cincinnati Bengals, Arizona Cardinals, Baltimore Ravens und nochmal die Bengals auf Cleveland. Angesichts dieser Gegner scheinen die Playoffs absolut noch machbar.  

Um dies zu schaffen, müssen die Browns sich allerdings in praktisch allen Belangen steigern. Ansonsten droht eine weitere Saison im grauen Mittelmaß, über die auch die extravaganten Auftritte von Odell Beckham Jr. nicht hinwegtrösten könnten.

Christian Stüwe

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