Baltimore Ravens Linebacker C.J. Mosley feiert einen Defensive-Stop gegen di... - Bildquelle: Getty ImagesBaltimore Ravens Linebacker C.J. Mosley feiert einen Defensive-Stop gegen die Atlanta Falcons. © Getty Images

München/Baltimore - Vor dem Showdown in Week 14 gegen die Kansas City Chiefs (So. ab 18.30 Uhr, live auf ProSieben MAXX und im Livestream auf ran.de), der besten Scoring-Offense der Liga, liegen bei den Baltimore Ravens alle Hoffnungen auf der Defense. 

Mit durchschnittlich 281,7 Total Yards lassen die Ravens den geringsten Raumgewinn zu und mit 17,8 zusätzlich die wenigsten Punkte pro Partie. Sowohl in der Passverteidigung (194,4 Yards/Game, Platz 2), als auch gegen den Lauf (87,2 Rushing-Yards/Game, Platz 3) liefert die beste Defense der Liga Woche für Woche Leistungen auf höchstem Niveau ab. Einzig die Cincinnati Bengals und Carolina Panthers konnten in der laufenden Saison über 30 Punkte gegen Baltimore erzielen. 

Beim 26:16 gegen die Falcons in Week 13 erwischten die Mannen um Linebacker Terrell Suggs, Safety Eric Weddle, Defensive Tackle Michael Pierce und Linebacker C.J. Mosley einen absoluten Sahnetag. Baltimore hielt die Falcons bei 131 Total-Offense-Yards. Ein vernichtender Wert für eine Offense, die in der bisherigen Saison im Schnitt 400 Yards per Game erzielte. Quarterback Matt Ryan kam zuletzt 2011 auf weniger Yards.

 

Humphrey auf Sprung zum Elite-Cornerback

Das Spiel gegen Atlanta hat einmal mehr bewiesen: Baltimore kann Spiele über ihre Verteidigung dominieren und auch gewinnen. Neben den genannten Stars der Defense macht dabei ein 2nd-Year-Pro besonders auf sich aufmerksam. Eigentlich als Projekt für die Zukunft gedacht, hat Cornerback Marlon Humphrey in der laufenden Saison einen riesigen Schritt nach vorne gemacht und ist drauf und dran, seinen erfahrenen Positions-Kollegen um Jimmy Smith und Brandon Carr den Rang abzulaufen.

Obwohl der 16. Pick des Drafts 2017 häufig keine herausragenden Stats im Boxscore aufweist, sind seine Leistungen abseits der nackten Zahlen von großer Bedeutung für das Team. Gegen die Falcons verzeichnete Humphrey etwa weder einen Tackle, Sack oder forcierte einen Turnover. Vielmehr war er ein entscheidender Faktor, um Atlantas Topwaffen aus dem Spiel zu nehmen. Star-Receiver Julio Jones konnte bei nur zwei Catches für 18 Yards gehalten werden. Darüber hinaus verhinderte Humphrey zahlreiche Pässe, darunter ein langer 3rd-Down-Pass auf Calvin Ridley. Gegen die Chiefs wird er seine Shut-Down-Fähigkeiten gegen Tyreek Hill, Travis Kelce und Co. erneut unter Beweis stellen dürfen.

Parallelen zur Saison 2000/01

Die aktuelle Saison der Ravens weißt zahlreiche Gemeinsamkeiten mit den Ravens vom Start des Millenniums auf. Die Identität verlieh dem Team auch damals die Defense. Linebacker Ray Lewis, Defensive End Michael McCrary, Defensive Back Duane Starks und Co. ließen in der kompletten Saison nur drei Mal 20 oder mehr gegnerische Punkte zu.

Nach einer dominanten Regular Season (Bilanz 12:4), schaltete Baltimore in den Playoffs nochmal einen Gang höher. In den vier Playoff-Spielen ließ Baltimore insgesamt nur unfassbare 23 Punkte zu. Gekrönt wurde die herausragende Saison schließlich mit dem Gewinn des Super Bowl XXXV. Die New York Giants hatten beim 34:7 nicht den Hauch einer Chance, die Defense der Ravens verzeichnete vier Interceptions und vier Quarterback-Sacks. Linebacker Ray Lewis wurde folgerichtig zum Final-MVP gewählt.

Schwaches Passpiel, dominantes Laufspiel

Auch die Offense der Jahrgänge 2000 und 2018 stehen sich wie Spiegelbilder gegenüber. Mit 193,9 Passing Yards per Game belegten die Ravens zu Beginn des Jahrtausends nur den 23. Platz im Liga-Ranking. Die Offense wurde größtenteils auf das Laufspiel ausgerichtet und zählte sowohl in der Regular Season (137,4 Yards/Game) als auch in den Playoffs (98 Yards/G) zu den Top 5 der Liga. 2018 liegen die Ravens mit 129,2 Rushing Yards pro Spiel auf Platz sieben der Liga, die Passing-Offense rangiert mit 244,5 Yards/G auf dem 14. Platz.

Infolge der Verletzungen der etablierten Kräfte Joe Flacco und Alex Collins werden es die unerfahrenen Starter um Rookie-Quarterback Lamar Jackson und Running Back Gus Edwards schwer haben, Spiele allein über die Offense zu gewinnen. Soviel haben die oftmals schwankenden Leistungen des Teams in der bisherigen Saison gezeigt. Das Matchup gegen die Chiefs wird aber zumindest ein Gradmesser sein, ob die Defense auch einen der Top-Contender auf den Super Bowl in Schach halten und den Ravens womöglich einen tiefen Playoff-Run ermöglichen kann.

Daniel Kugler

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