Trent Williams: Keine Zukunft in Washington. - Bildquelle: imago/Icon SMITrent Williams: Keine Zukunft in Washington. © imago/Icon SMI

München – Scheidungen sind bisweilen hässlich. Und langwierig. So wie die Trennung von Trent Williams und den Washington Redskins. Denn da wird die berühmte dreckige Wäsche bereits fleißig gewaschen.

Die Vorgeschichte ist bekannt und tragisch: Laut Williams unterlief den Ärzten der Redskins 2013 eine folgenschwere Fehldiagnose, eine angeblich harmlose Geschwulst am Kopf entpuppte sich Jahre später als Krebs.

 

Er hatte deshalb ab der Offseason auf einen Wechsel gedrängt, unterstrich diesen Wunsch mit einem Holdout.

Versöhnung ausgeschlossen

Der siebenmalige Pro Bowler durfte aber nicht weg, auch wenn für ihn das Thema Redskins abgehakt ist - Versöhnung ausgeschlossen. Die Brücke ist endgültig eingestürzt, es gibt kein Zurück zu dem Team, das ihn 2010 an Position vier im Draft ausgewählt hatte.

Denn Williams legte jetzt in einem Interview mit der "Washington Post" noch einmal nach, plauderte aus dem Nähkästchen und verriet weitere Details. Angeblich hat Redskins-Präsident Bruce Allen den Offensive Tackle reingelegt. 

Williams hatte sich nach dem Ende der Trade-Deadline Ende Oktober zurückgemeldet, wollte aber aufgrund der Kopf-OP einen speziellen Helm haben. Interims-Coach Bill Callahan war einverstanden, doch ehe der Helm eintraf, landete Williams auf der Non-Football Injury List, womit die Saison für ihn beendet war. 

Laut Williams eine Aktion, die von Allen orchestriert wurde, um ihn für den Streik zu bestrafen. Ganz abgesehen von dem Verlust seines Marktwerts. Allen soll sogar Anrufe seines Agenten ignoriert haben. 

"Es zeigt nur, wie weit (Allen) hinter der Zeit herhinkt", sagte Williams, "und er versucht immer noch, dieses Geld zu verwenden, um es schwarzen Sportlern vorzuenthalten."

Allen selbst tat die Anschuldigungen als "amüsant" ab und keilte zurück, Williams habe selbst gewählt, den Redskins fernzubleiben.

"Ich bin kein Hund"

Daran wird sich wohl auch nichts ändern. "Ich wüsste nicht, wie das wieder in Einklang gebracht werden soll", sagte Williams. "Am Ende des Tages bin ich ein Mensch. Ich bin kein Hund, aus dem du die Scheiße rausprügeln kannst und der am nächsten Morgen mit wedelndem Schwanz zurückkommt. Das war eine bewusste Entscheidung. Sie haben die Brücke nicht versehentlich niedergebrannt. Das war etwas, bei dem sie sich wohl fühlten. Deshalb fühle ich mich wohl damit, zu gehen."

Er hofft trotz allem auf ein Einsehen, sein Vertrag bei den Redskins läuft noch bis Ende 2020. "Wenn die Saison zu Ende ist, werden sie hoffentlich das Gefühl haben, dass sie mich genug in die Mangel genommen haben", sagte er. "Sie haben schon mein Gehalt und meine Geldstrafen behalten. Ich glaube, das wollte Bruce. Hoffentlich haben sie das bekommen, was sie wollten und sie können mich einfach zu jemandem gehen lassen, der mich will."

Du willst die wichtigsten NFL-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Notifications für Live-Events. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.

US-Sport-Videos

US-Sport-News