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München - Mit diesem Ergebnis hat wohl kaum jemand gerechnet. 34:24 hieß es am Ende für die Las Vegas Raiders gegen die New Orleans Saints.

Die Raiders weihten mit dem Sieg ihr neues Stadion gebührend ein. Die Saints hingegen offenbarten wie schon in Woche eins ungewohnte Probleme in der Offensive.

Ein Grund für die Niederlage war auch Quarterback Drew Brees.

Seine Gesamtstatistiken (26/38, 312 Yards, 1 TD, 1 INT) lesen sich auf den ersten Blick ganz gut. Doch bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass Brees bisher nicht an seine Leistungen der vergangenen Jahre anknüpfen kann. Beim "Total Quarterback Rating" von "ESPN" liegt er mit einem Wert von 69,3 nur auf Platz 17 - 2019 hatte er mit einer Bewertung von 73,3 noch Platz drei inne.

Zur Erklärung: Das QBR ist noch genauer als das Passer Rating, da es den Spielzug in den Kontext setzt. Die Quarterbacks werden auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet.

Brees weist Kritik zurück

Während der Abfall hier noch nicht so signifikant erscheint, ist die folgende Statistik schon besorgniserregender. In den ersten zwei Spielen war jeder Brees-Pass durchschnittlich nur 4,82 Yards in der Luft - der schlechteste Wert über eine Spanne von zwei Spielen seit Brett Favre 2009.

Brees selbst sieht kein Problem. "Meine Aufgabe ist es, die Offense zu führen. (...) Mein Job ist es nicht, die meisten Yards durch die Luft zu haben oder den Ball am weitesten zu werfen", wies er die Kritik an seiner Person zurück - und fügte hinzu: "Ich sehe mich selbst als jemand, der häufig gute Entscheidungen trifft. Deswegen werde ich am Ende des Tages den Ball zum freien Receiver werfen, das Team Richtung Endzone führen, Punkte erzielen und uns helfen, das Spiel zu gewinnen."

Trend besteht seit Jahren

Doch den Trend der abnehmenden Wurftiefe gibt es nicht erst seit diesem Jahr. Laut "Pro Football Focus" sind die angespielten Receiver seit 2012 immer näher gekommen.

Seit 2017 liegt die durchschnittliche Passtiefe sogar unter acht Yards pro Versuch. Bemerkenswert: In den vergangenen drei Jahren ist er dennoch der von "PFF" am besten bewertete Quarterback.

"Sind nicht im Einklang"

Der 41-Jährige sieht die Probleme jedoch in der kompletten Offense. "Sind wir aktuell im Einklang miteinander? Nein, sind wir nicht. Wir sind nicht ansatzweise dort, wo wir sein können", kritisierte Brees nach der Niederlage. Diese Aussage verwundert, denn außer Wide Receiver Emmanuel Sanders ist die Offense dieselbe wie noch im Vorjahr.

Besser werden könnte es mit der Rückkehr von Star-Receiver Michael Thomas, der aufgrund einer Oberschenkelverletzung aber noch zwei bis vier Wochen ausfällt.

Bis dahin bekommt es Brees mit den Green Bay Packers, Detroit Lions, Los Angeles Chargers und Carolina Panthers zu tun. Kein leichter Spielplan - vor allem die Packers als auch die Chargers haben gute Passverteidigungen.

Hill oder Winston als Alternative?

Möglicherweise könnte Head Coach Sean Payton dann auch mehr auf Taysom Hill und/oder Jameis Winston zurückgreifen, die beide für ihre Armstärke bekannt sind. Hill schaffte gegen die Bucs mit einem einzigen Wurf genauso viele Completions bei langen Pässen wie Brees.

Ob die beiden es jedoch auf Dauer besser machen als Brees, ist fraglich. Hill fehlt die Erfahrung und Winston traf in Tampa viel zu häufig riskante Entscheidungen.

Es gilt für Brees - jetzt

So oder so müssen sich die Saints und damit auch Brees steigern, wollen sie ihre großen Ziele erreichen. Sollte es mit dem Super Bowl 2020 nicht klappen, könnte Brees seine letzte Chance verpasst haben. Der Cap Space ist mit über 80 Millionen Dollar überschritten, weswegen es massive Einsparungen nach der Saison geben muss.

Es gilt also für den Mann mit den meisten Passing Yards und Touchdowns der NFL-Geschichte - jetzt.

Sebastian Mühlenhof

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