Rockt die Redskins: Dwayne Haskins. - Bildquelle: imago images / Icon SMIRockt die Redskins: Dwayne Haskins. © imago images / Icon SMI

München – Es gehört zu den spannenden Fragen der Offseason. Wenn die Vorbereitung startet und die Talente in den Mittelpunkt rücken: Schnappen sich die Top-Picks bei den Quarterbacks den Starter-Job? 

Jede Franchise geht es anders an. Bei den Arizona Cardinals dürfte ziemlich klar sein, dass Nummer-eins-Pick Kyler Murray der Starter sein wird. 

Bei den New York Giants wiederum ist Draft-Pick Nummer sechs Daniel Jones eigentlich als Backup von Legende Eli Manning vorgesehen. In Stein gemeißelt ist das inzwischen aber offenbar nicht mehr.

Steiler Aufstieg

Und die Washington Redskins? Holten zuerst Routinier Case Keenum, ehe sie Dwayne Haskins an 15. Stelle verpflichteten. Und der 22-Jährige scheint seinen steilen Aufstieg aus dem College nahtlos fortzusetzen. In seiner Debüt-Saison als Starter kam er 2018 auf 50 Touchdowns in 14 Spielen, dabei leistete er sich nur acht Interceptions und wurde Dritter bei der Abstimmung zur Heisman Trophy.

Auch in der NFL legt er ein hohes Tempo an den Tag, denn Haskins hat sich für den Starter-Job in Position gebracht. In die Pole Position sozusagen. "Natürlich", antwortete Head Coach Jay Gruden auf die Frage, ob Haskins zum Saisonstart der Quarterback der Redskins sein könnte: "Ich wäre bescheuert, wenn nicht. Er hat genug gezeigt, um zu sagen, dass er eine Chance verdient hat, ohne Zweifel."

Das sind ziemlich deutliche Worte. Andere Head Coaches sind deutlich defensiver, wenn der Kampf um den Stammplatz offen ist. Das ist er in Washington auch, doch für Gruden ist Haskins eine "Wild Card", wie er Haskins' Status ausdrückte.

Neben dem 1,91 Meter großen Signal Caller von der Ohio State University haben die Redskins Star-Quarterback Alex Smith, der aber nach seinem Beinbruch nicht vor 2020 zurückerwartet wird, Colt McCoy und Keenum. Bei den beiden Routiniers weiß Gruden, was er erwarten kann und was nicht.

Haskins ist – wie viele Rookies – eine Wundertüte. Eine mit beeindruckenden Fähigkeiten und interessanten Ansätzen.

"Wow Plays"

"Wow Plays", wie Gruden sie nennt. Würfe, die ihn umhauen. "Wenn er loslegt, willst niemanden lieber haben als Dwayne. Wirklich", sagte Gruden.

Haskins ist stark, mit einem Powerarm, einem großartigen Gefühl, dazu schnell, mit einem guten Überblick.

Und dann ist da die Kehrseite. Die Momente, wenn er nicht auf der Höhe ist.

Gruden: "Manchmal, wenn er nicht ganz da ist, ist er ungewöhnlich weit weg. Das ist fast schon unheimlich."

Und gleichzeitig ist es die normale Entwicklung eines Rookies. Dieses extreme Auf und Ab, die Höhen und Tiefen, die Schwankungen.

Der Sprung vom College, wo Haskins auch nur die letzte Saison als Starter spielte, ist nicht ohne. Neues System, schnelleres Spiel, neue Teamkollegen - es sind viele Dinge auf einmal, mit denen ein Neuling jonglieren muss.

Bei Haskins führt das notwendige Multi-Tasking manchmal dazu, dass er sich zu sehr unter Druck setzt, in Eile ist. Und Fehler macht. Doch natürlich registrieren die Mitspieler, was für ein Juwel da in ihren Reihen ist. Eines, das offenbar eine Menge vor hat.

Wie Brady und Brees

"Ich will wirklich, wirklich gut sein. Ich bin manchmal gut. Und das ist frustrierend, denn ich will wie Tom Brady und Drew Brees spielen", verdeutlichte Haskins, wie er tickt.

Klar ist: Er braucht Geduld, denn was ein Rookie am meisten benötigt, ist Zeit.

Die einen mehr, die anderen weniger. Bei Haskins könnte es deutlich weniger sein. 

Andreas Reiners

Du willst die wichtigsten NFL-News direkt auf dein Smartphone bekommen? Dann trage dich für unseren WhatsApp-Service ein unter http://tiny.cc/ran-whatsapp

US-Sport-Videos

US-Sport-News

US-Sport-Galerien

Die nächsten Spieltage

NFL 2019 / 2020