Spielt trotz immer wiederkehrender Angstzustände seit 2012 in der NFL: Brand... - Bildquelle: imagoSpielt trotz immer wiederkehrender Angstzustände seit 2012 in der NFL: Brandon Brooks ist fester Bestandteil der O-Line der Philadelphia Eagles © imago

Philadelphia/München - Als Guard der Philadelphia Eagles wirft sich Brandon Brooks Spiel für Spiel den Schwergewichten aus den Defenses der Gegner in den Weg, um seinen Quarterback zu schützen. Ein Job, der aufgrund der auf ihn einstürzenden Urgewalt eine ordentliche Portion Mut erfordert.

Beim 9:17 gegen die Seattle Seahawks konnte der 30-Jährige seine Job jedoch nicht wie gewohnt nachgehen und Carson Wentz zur Seite stehen wie es die "Birds" von Brooks seit Jahren gewohnt sind. Denn diesmal machten ihm Angstzustände einen Strich durch die Rechnung.

 

Brooks informiert via Social Media über psychische Erkrankung

Dass er an dieser psychischen Störung leidet, ist bereits seit 2016 bekannt. Seither hatte der Drittrunden-Pick aus dem Draft 2012 diese Krankheit jedoch im Griff. Doch nun erlitt Brooks einen Rückschlag, wie er über seine Social-Media-Kanäle erklärte. Demnach sei der 157-Kilo-Koloss am Sonntag nach dem Aufstehen seiner typischen Routine nachgegangen - diese bestehe darin, sich zu erbrechen.

Doch dann war es vorbei mit der Brooks'schen Normalität, die wohl kaum ein Fan oder Experte auch nur annähernd gewöhnlich nennen würde. Denn zum Unglück des zweimaligen Pro Bowlers sei es ihm anschließend nicht besser gegangen.

Brooks trotz Übelkeit im ersten Drive auf dem Feld

Auf das Beste hoffend, habe er sich auf den Weg ins Stadion gemacht. Um im Lincoln Financial Field festzustellen, dass er sich erschöpft fühlte. Schließlich sei auch die Übelkeit zurückgekommen. Doch Brooks trotzte dem Leiden und stand wie gewohnt im ersten Drive in der O-Line - keine gute Idee.

"Die Übelkeit und das Erbrechen kamen zurück, nachdem ich das Feld verlassen und alles versucht habe, für meine Teamkollegen zurückzukehren - aber dazu war ich nicht in der Lage", schrieb Brooks weiter: "Versteht mich nicht falsch: Weder schäme ich mich oder fühle mich peinlich berührt, weil ich da täglich durch muss."

"Konnte Team nicht helfen, als es mich brauchte"

Seit mehreren Jahren habe er die Angstzustände im Griff, doch nun spricht er von einem Rückschlag. "Das einzige, was mich wirklich traurig macht, ist, dass ich meinem Team nicht helfen konnte, als es mich brauchte", entschuldigte sich Brooks, der sich für die Unterstützung von Coaches, Mitspielern und Fans bedankt.

Diesen psychischen Rückfall öffentlich zu machen, erfordert in jedem Fall Courage. Brooks hätte sich schließlich auch hinter einer vermeintlichen Verletzung verstecken können - angezweifelt hätte das wohl niemand.

Gegen die Seahawks verpasste der Super-Bowl-Champion der Saison 2017 erstmals seit Week 1 Snaps in der Offense - und zwar eine ganze Menge. Nur bei zwölf von 76 Spielzügen stand er auf dem Platz, dazu einmal für die Special Teams.

Pederson: "Problem betrifft das wirkliche Leben"

Head Coach Doug Pederson äußerte sich am Montag in einem Radiointerview ebenfalls zu Brooks' Krankheit. Und er machte kein Geheimnis aus dem Ernst der Situation: "Hierbei geht es um ein Problem, das das wirkliche Leben betrifft. Brandon hat kein football-spezifisches Problem."

Brooks habe damit jeden Tag in seinem Leben zu kämpfen. "Man weiß nie genau, was es auslöst", erklärte Pederson, der seinem Spieler den Rücken stärkt: "Wir sind da, um ihn zu unterstützen, denn wir lieben ihn."

Brooks unterschrieb im November Mega-Deal

Wie wichtig Brooks für die Eagles ist, unterstrich die Franchise erst vor zwei Wochen. Mitte November unterschrieb der Guard einen neuen Vierjahresvertrag mit einem Volumen von 54,2 Millionen US-Dollar.

Im Kader der "Birds" ist er mit einem Jahresgehalt von fast zwölf Millionen US-Dollar derzeit der Top-Verdiener. Seine nun wieder in den Fokus gerückte Geschichte lässt seine Leistungen, mit denen Brooks sich diesen Deal erarbeitet hat, nur noch immenser erscheinen.

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