Schauspieler Ed O'Neill, bekannt als Al Bundy aus "Eine schrecklich nette Fa... - Bildquelle: imago sportfotodienstSchauspieler Ed O'Neill, bekannt als Al Bundy aus "Eine schrecklich nette Familie", konnte sich 1969 bei den Pittsburgh Steelers unter Head Coach Chuck Noll nicht durchsetzen © imago sportfotodienst

München - Die Figur Al Bundy aus der Kult-Sitcom "Eine schrecklich nette Familie" hatte nicht viel, worauf er stolz sein konnte.

Seinen Job als Schuhverkäufer hat er gehasst. Seine sexsüchtige und sonst außerordentlich faule Ehefrau Peggy ging ihm stets auf die Nerven. Auch seine Kinder Kelly und Bud erfüllten ihn nicht gerade mit Vaterstolz.

Eigentlich gab es nur eine Sache, auf die er wirklich stolz war: vier Touchdowns in einem Spiel.

Immer wieder erzählte er davon, wie er in dem entscheidenden Stadtmeisterschaftsspiel von 1966 seine Polk High Panthers zum Sieg führte. Al Bundy erhielt sogar ein College-Stipendium, schwängerte dann aber seine spätere Frau Peggy.

Die Konsequenz: Al Bundy beendete seine Sportkarriere und arbeitete aus finanziellen Gründen hauptberuflich als Schuhverkäufer. Von diesem Zeitpunkt an ging es in seinem Leben nur noch bergab.

So lautete jedenfalls der Plot der Erfolgsserie aus den 1980er und 1990er Jahren.

Trainingscamp der Pittsburgh Steelers 1969

Der echte Al Bundy, gemeint ist der Schauspieler Ed O’Neill, hat es im American Football deutlich weitergebracht – und zwar bis in die NFL. Vor 51 Jahren, also im Spätsommer 1969, kämpfte er im Trainingslager der Pittsburgh Steelers um einen Kaderplatz.

Anders als die fiktive Figur Al Bundy, der als Full Back regionale Berühmtheit erlangte, war der Schauspieler Ed O’Neill am College ein Defensive Liner. Er spielte für die Youngstown State University, wurde beim NFL Draft 1969 allerdings nicht ausgewählt und versuchte daher als ungedrafter Free Agent sein Glück.

Plötzlich Outside Linebacker

"Als ich es 1969 bei Pittsburgh probiert habe, war es das erste Jahr von Head Coach Chuck Noll", erzählte der Schauspieler in der "Rich Eisein Show". "Die einzige Position, die ich damals spielen durfte, war die des Outside Linebackers. Also habe ich es ausprobiert."

Dass O’Neill in der Defensive Line keine Chance bekam, lag vorwiegend daran, dass die Steelers 1969 Joe Greene und L.C. Greenwood gedraftet hatten. Beide waren Defensive Liner, galten als hoch veranlagt und haben schlussendlich auch die Erfolgsära der Steelers in den 1970er Jahren mitgeprägt.

Ed O‘Neill erinnert sich an seinen ersten Tag im Trainingscamp zurück: "Mein Vater fuhr mich runter zum St. Vincent's College (damalige Trainingsstätte der Steelers, Anm.d.Red.). Als wir die Treppe hinuntergingen und all die Jungs herumlaufen sahen, sagte mein Vater zu mir: 'Bist du sicher, dass du das machen willst? Weißt du, wir könnten einfach ins Auto steigen und wieder fahren."

Doch dies war für ihn keine Option. "Das Trainingslager lief eigentlich auch ziemlich gut", erzählt er. "Ich habe diese Zeit wirklich genossen. Mein Problem war nur, dass ich die Position des Linebackers noch nie zuvor gespielt hatte. Also habe ich versucht, es zu lernen und gleichzeitig in die Mannschaft zu gelangen."

Zweite Chance bei den Philadelphia Eagles ausgeschlagen

Doch nach zwei Wochen war der Traum von der NFL beendet. Ein Trainer klopfte an seine Tür und erklärte ihm, dass ihn das Team entlassen würde. "Er war dabei aber sehr höflich", erinnert er sich. "Ich glaube, er sagte auch, dass ich es bei den Eagles versuchen könnte. Er müsste dafür lediglich einen Anruf tätigen."

O’Neill entschied sich allerdings dagegen: "Ich sagte, ich bin mit der Sache fertig. Ich hatte keine Lust mehr auf Football." Daraufhin hielt er sich mit verschiedenen Jobs über Wasser, arbeitete zum Beispiel als Stahlarbeiter, Barkeeper und Gebrauchtwagenhändler. Danach war er sieben Jahre als Sozialkundelehrer tätig.

1987 wurde er zu Al Bundy

Die Schauspielerei war für ihn zunächst nur ein Hobby. Bereits an der Youngstown State University hatte er einige Schauspielkurse besucht.

1979 zog er nach New York und spielte Theater am Broadway, hatte zudem kleinere Rollen in verschiedenen Fernsehproduktionen wie zum Beispiel "Miami Vice". 1987 bekam er die Rolle des Al Bundy und wurde dadurch weltberühmt.

Als Football-Spieler wäre ihm das wohl nicht gelungen – selbst wenn er es noch einmal bei den Philadelphia Eagles versucht hätte.  

Oliver Jensen

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