Equanimeous St. Brown erzielte im ersten Saisonspiel gegen Texas zwei Touchd... - Bildquelle: imago/ZUMA PressEquanimeous St. Brown erzielte im ersten Saisonspiel gegen Texas zwei Touchdowns. © imago/ZUMA Press

Notre Dame/München - Anfang September wurde erstmals auch in Deutschland eine breitere Öffentlichkeit auf Equanimeous Tristan Imhotep J. St. Brown aufmerksam.

Der Wide Receiver der Notre Dame Fighting Irish fing im Spiel gegen die Texas Longhorns einen Pass und schaffte es trotz eines Tackles vor der Endzone per Überschlag zum Touchdown.

Die Bilder des Touchdowns gingen viral und wurden auch hierzulande häufig geklickt. Den 19-jährigen Receiver freut dies besonders, denn seine Mutter Miriam ist Deutsche.

Vater John Brown wiederum ist Amerikaner und war früher ein Weltklasse-Bodybuilder, der in der 1980er Jahren dreimal Weltmeister und zweimal Mr. Universe wurde.

Die Athletik wurde "EQ" und seinen jüngeren Brüdern Osiris und Amon-Ra also praktisch in die Wiege gelegt. Alle drei sind hochtalentierte Receiver, Osiris und Amon-Ra wurden im vergangenen Jahr mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft Vize-Europameister.

Im Interview mit ran.de gibt Equanimeous Tristan Imhotep J. St. Brown, der fließend englisch, deutsch und französisch spricht, Einblicke in seinen Alltag am College, spricht über das Traumziel NFL und verrät sein Vorbild.

ran.de: Equanimeous St. Brown, Ihr spektakulärer Touchdown Anfang September gegen die Texas Longhorns hat auch in Deutschland für einiges Aufsehen gesorgt. Haben Sie davon etwas mitbekommen?

Equanimeous St. Brown: Während des Spiels habe ich mir gar nichts dabei gedacht. Erst später habe ich dann gemerkt, dass es wohl etwas Besonderes war. Ich habe viele Textmessages und Anrufe bekommen. Auch meine Familie und Freunde haben mich mit den Berichten aus Deutschland versorgt. Dadurch, dass es auch durch die sozialen Medien bei Facebook oder Youtube ging, habe ich auf einmal viele neue Follower bekommen. Das fand ich klasse.

ran.de: Wie läuft es für Sie aktuell bei Notre Dame?

St. Brown: Für mich persönlich läuft es gerade ziemlich gut. Ich fühle mich gut und bin fit. Meine Schulterverletzung von vergangener Saison ist auskuriert. Das Training läuft gut und ich habe eine gute Beziehung zu den Trainern und zu unseren Quarterbacks. Seit August gehe ich auf die Mendoza Business School in Notre Dame. Eine der Top-Adressen in den USA. Da muss ich zwar viel lernen und der Stundenplan ist eng, aber es klappt ganz gut und macht Spaß.

ran.de: Wie müssen wir uns den Alltag eines College-Spielers vorstellen?

St. Brown: Montag bis Donnerstag habe ich Unterricht von 8 Uhr bis 13 Uhr. Dann von 14:30 Uhr bis 16 Uhr Videoanalysen, von 16 Uhr bis 18:30 Uhr Training. Danach werden unsere Verletzungen behandelt. Danach duschen und dann bin ich meistens um 19:30 Uhr zuhause, um dann noch Hausaufgaben zu machen. Freitags ist der Tag in der Schule etwas kürzer. Nach dem Unterricht gehen wir noch einmal die Spielzüge durch, der sogenannte "walk through". Danach fahren wir dann in unser Teamhotel in South Bend, wo wir die Nacht vor dem Spiel schlafen.

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© Equanimeous St. Brown

ran.de: Was sind Ihre Ziele mit den Fighting Irish?

St. Brown: Leider werden wir die Playoffs nicht mehr schaffen, weil wir vergangenes Wochenende gegen Michigan State verloren haben. Trotzdem ist und bleibt mein Ziel, jedes noch kommende Spiel zu gewinnen.

ran.de: Wo sehen Sie Ihre Stärken auf dem Spielfeld?

St. Brown: Meine Stärken sind, dass ich für meine Größe (1,95 Meter, Anm. d. Red.) sehr schnell bin, dass ich gute "Routes" laufe und ziemlich sicher im Ballfangen bin.

ran.de: Groß und schnell, das galt auch für Randy Moss. Ist er eines Ihrer Vorbilder?

St. Brown: Ja, Randy Moss ist mein großes Vorbild.

ran.de: Ihr College hat eine große Zahl an aktuellen NFL-Spielern und Hall-of-Famern hervorgebracht. Spüren Sie diese Tradition in Ihrem Alltag?

St. Brown: So auf dem Campus merkt man eigentlich nicht sehr viel davon. Aber wir haben natürlich einige Traditionen während eines Heimspiels, die schon sehr speziell sind. An jedem Freitag vor einem Heimspiel gibt es die "Pep Rally". Das ganze Team präsentiert sich auf dem Campus. Der Coach und zwei Spieler machen eine kurze Ansprache. Das findet an immer wechselnden Orten auf dem Campus statt. Am Samstag vor dem Spiel macht das ganze Team den "Player walk". Der geht vom Sports Center vorbei am "Touchdown Jesus" (ein großes Jesus-Wandgemälde, das aus dem Stadion zu sehen ist, Anm. d. Red.) zum Stadium. Nach dem Spiel geht das gesamte Team vor die "Student Section” im Stadion und singt die Alma Mater. Nach dem Spiel in der Umkleide machen wir noch den "Post Game Victory March”. Der beste Spieler des jeweiligen Spiels bekommt den "Game Ball" und stimmt den "Victory March" an. Ich habe letztes Jahr auch einen Game Ball bekommen, nachdem ich im Spiel gegen die USC einen Punt geblockt habe.

ran.de: Einer von den zahlreichen Notre-Dame-Spielern in der NFL ist Will Fuller. Vergangenes Jahr hat er noch für Notre Dame gespielt und startet jetzt als Receiver bei den Houston Texans gerade richtig durch. Haben Sie noch Kontakt zu ihm?

St. Brown: So haben wir eigentlich keinen Kontakt. Er war bei unserem Spiel gegen die Longhorns bei uns am Spielfeldrand und da haben wir kurz gesprochen und uns gegenseitig viel Glück für die anstehenden Spiele gewünscht.

ran.de: Wie Sie sind auch Ihre Brüder sehr talentierte Receiver. Sehen wir Sie irgendwann alle drei in der NFL?

St. Brown: Das ist natürlich unser Ziel. Trotzdem ist es für uns wichtig, eine gute Ausbildung zu haben, die ich ja hier in Notre Dame auf alle Fälle bekomme. Mein Bruder Osiris hat sich gerade nach Stanford verpflichtet, wo er neben dem Football auch eine gute Ausbildung bekommt. Amon-Ra, mein jüngster Bruder, geht erst 2018 ans College, hat aber auch bereits Angebote von allen großen Colleges zum Studieren.

ran.de: Mit drei so talentierten Football-Spielern könnten Sie Botschafter für den Sport im Land Ihrer Mutter werden. Ist es ein Ziel von Ihnen? Schließlich wird das Interesse an Football in Deutschland immer größer. 

St. Brown: Das fänden wir alle drei ziemlich gut und hoffentlich werden wir das auch einmal. Ich freue mich immer, wenn ich von meiner Familie und Freunden höre, dass in Deutschland über College-Football und die NFL berichtet wird. Meine beiden Brüder sind im letzten Jahr Vize-Europameister mit der deutschen Nationalmannschaft geworden. Die ganze Familie ist sehr stolz darauf und so kann es weitergehen.

ran.de: Sie heißen Equanimeous, mit drittem Vornamen Imhotep, Ihre Brüder haben mit Osiris und Amon-Ra auch altägyptische Vornamen. Woher kommt die Vorliebe Ihrer Eltern für diese außergewöhnlichen Namen?

St. Brown: Unsere Namen hat mein Vater ausgesucht. Meine Mutter hatte wenig Einfluss darauf. Mein Vater glaubt an die "Power of Names and Numbers”. Osiris ist der Gott des "afterlife" und Amon-Ra ist der Sonnengott.

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