Equanimeous St. Brown. - Bildquelle: imago images / Icon SMIEquanimeous St. Brown. © imago images / Icon SMI

München – Es lohnt sich, zwischen den Zeilen zu lesen. Die Statements, die nicht ganz so offensichtlich sind, vielleicht etwas missverständlich sind. Zumindest auf den ersten Blick.

Schaut man ein wenig genauer hin, wird schnell klar: Nach dem Draft 2020 kann sich Equanimeous St. Brown ein bisschen beruhigter zurücklehnen. Was in seiner Situation nicht selbstverständlich ist, immerhin hat er die komplette Saison 2019 verletzungsbedingt verpasst.

Was doppelt ärgerlich war: Nicht nur, dass der Wide Receiver sein zweites Jahr in der NFL verloren hat. 

2019 hätte groß werden können

Mehr noch: Es hätte ein überaus erfolgreiches werden können, denn die Green Bay Packers waren auf der Receiver-Position nicht üppig besetzt, hinter Top-Receiver Davante Adams wäre theoretisch alles möglich gewesen. 

Und der Verlauf der erfolgreichen Saison mit dem Einzug in das NFC Championship Game trotz der Baustelle Wide Receiver bewies: EQ hätte seine Chancen bekommen. Ganz sicher. 

Trotzdem: Ein bisschen viel Konjunktiv. Und von abgelaufenen Wahrscheinlichkeiten kann sich der 23-Jährige in Zukunft nichts kaufen.

Aber: Die Packers haben bei der Talentewahl ein Zeichen gesetzt. Eines, das den Fans nicht gefällt, Quarterback-Superstar Aaron Rodgers auch nicht, St. Brown dafür umso mehr. Denn es war auch ein Statement für ihn.

Denn Manager Brian Gutekunst und Coach Matt LaFleur verzichteten darauf, einen Receiver zu holen. 

Und das, obwohl ein Passempfänger Rodgers' Wunsch war. Immerhin 36 gingen am Ende vom Board. Stattdessen wurde bekanntlich in Jordan Love ein potenzieller Rodgers-Nachfolger geholt.

Interessant ist die Begründung des Managers. "Ich denke, es liegt auch daran, wie es früh im Draft gelaufen ist", sagte Gutekunst. "Es hat einfach nicht geklappt, dass wir einige der Jungs, die wir wirklich hoch bewertet hatten, auswählen konnten. Und als wir in der Mitte und gegen Ende des Draft angekommen waren, dachte ich einfach nicht, dass es eine gute Gelegenheit gab, einen Spieler zu holen, der in diesem Jahr in unserem Kader ein Zeichen setzen kann."

Offenes Rennen auf Augenhöhe

Dann ratterte er Allen Lazard, EQ St. Brown, Devin Funchess, Marquez Valdes-Scantling, Malik Taylor und CFL-Neuzuzgang Reggie Begelton neben anderen als "Jungs, die auf Spielzeit und Produktion drängen" herunter: "Wir mögen die Gruppe an Receivern, die wir haben", so Gutekunst, der natürlich ankündigte, dass man die Augen offen halte und die Gruppe verbessere, falls möglich.

Fürs Erste also ein offenes Rennen hinter Adams, im Grunde die gleichen Voraussetzungen wie vor der Saison 2019, als EQ gute Karten hatte, mehr Spielzeit zu bekommen.2018 fing er 21 der 36 zu ihm geworfenen Pässe für 328 Yards. Eines seiner Ziele wird auch 2020 bestehen bleiben: Den ersten Touchdown feiern.

Alles auf Augenhöhe. Alles drin beim Comeback.

Denn: Die Konkurrenz konnte in St. Browns Abwesenheit 2019 nur wenig Pluspunkte sammeln.

Konkret kristallisierte sich Allen Lazard (477 Yards, drei Touchdowns) als Nummer zwei hinter Adams heraus. Valdes-Scantling (452 Yards, zwei Touchdowns) ließ nach gutem Start nach, Kumerow (219 Yards, ein Touchdown) spielte keine große Rolle.

Funfact: Lazard, Valdes-Scantling und Kumerow kommen zusammen auf 73 Receptions, Adams alleine auf 83 – bei vier verpassten Spielen.

Unkonstante Konkurrenz

Was auch statistisch unterstreicht, wie unkonstant EQs Konkurrenz geliefert hat.

Zum Kader gehören zudem Malik Taylor und Darrius Shepherd. Bei Funchess hoffen die Packers, dass er nach einer verletzungsbedingt verlorenen Saison 2019 an zwei gute Jahre bei den Carolina Panthers anknüpfen kann. 2017 kam der 25-Jährige auf 840 Yards und acht Touchdowns, 2018 in 14 Spielen auf 549 Yards und vier Touchdowns.

Begelton machte mit einer starken Saison auf sich aufmerksam, kam für die Calgary Stampeders auf 1444 Yards und zehn Touchdowns – aber eben "nur" in der CFL, NFL-Erfahrung hat der 26-Jährige keine. 

EQ kann es kaum noch erwarten, zurückzukehren, sich zu zeigen, den Konkurrenzkampf aufzunehmen.

Um selbst ein Statement zu setzen, das unmissverständlich ist.

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