DeAndre Hopkins hat keine Lust mehr auf die aktuelle Pass-Interference-Regel... - Bildquelle: 2019 Getty ImagesDeAndre Hopkins hat keine Lust mehr auf die aktuelle Pass-Interference-Regel. © 2019 Getty Images

Houston - Was ist denn nun eine strafbare Pass Interference - und was nicht?

Einer hat die Suche nach einer Antwort auf diese Frage augenscheinlich aufgegeben. Bill O'Brien gab nach der 7:41-Niederlage seiner Houston Texans bei den Baltimore Ravens genervt zu: "Ich habe keine Ahnung mehr, was eine PI ist. Keine Ahnung."

Dass ein NFL-Coach nicht mehr weiß, wann eine Pass Interference vorliegt, ist schlimm genug. Viel schlimmer aber: Auch die Schiedsrichter scheinen es nicht mehr zu wissen.

Anders ist jene Entscheidung im ersten Viertel nämlich nicht zu verstehen: DeAndre Hopkins steigt in der Endzone hoch, will den Ball für einen Texans-Touchdown fangen, Marlon Humphrey packt Hopkins mit beiden Händen, zieht ihn herunter, hindert ihn am Catch, eine klare Pass Interference - aber eben keine Flagge.

Trotz O'Briens Challenge. Trotz zahlreicher Zeitlupen.

"Er hat ihn umwickelt. Es war ein Knackpunkt im Spiel. Wenn wir punkten, dreht sich das Momentum", meinte ein zähneknirschender Deshaun Watson nach dem Spiel. "Aber sie haben den Call nicht gemacht. Dabei hat es jeder gesehen."

Jeder. Nur eben nicht die Referees.

Pass Interference: Challenges verkommen zur Farce

Dabei sollte zur neuen Saison doch alles fairer werden, ein No-Call wie jener berühmt-berüchtigte im NFC Championship Game 2018 zwischen den Los Angeles Rams und New Orleans Saints nicht nochmal vorkommen. Die NFL veränderte dafür sogar ihr Regelwerk, machte Pass Interference erstmals challengebar.

 

Doch die neue Regel verkommt immer mehr zur Farce: Bis einschließlich Week 11 warfen die NFL-Coaches 59-mal eine rote Flagge, um eine geahndete oder nicht geahndete Pass Interference überprüfen zu lassen. Ganze siebenmal hatte die Challenge Erfolg. Das entspricht einer Quote von unter zwölf Prozent. Seit dem vierten Spieltag bekamen die Coaches sogar nur mehr bei drei von 38 PI-Challenges (knapp acht Prozent) Recht.

Hopkins' Forderung an die NFL

Zu zwei dieser drei erfolgreichen Challenges kam es übrigens jüngst in Week 11, zugunsten der New York Jets und Arizona Cardinals - obwohl die Fälle dort nicht so eindeutig waren wie bei der Szene zwischen Humphrey und Hopkins.

Letzterer machte seinem Ärger nach dem erneuten No-Call Luft - und forderte Veränderungen aufseiten der NFL. Auf Twitter schrieb Hopkins: "Wir brauchen jemand Neues, der in New York die Entscheidungen trifft." Also einen neuen Mann an den Bildschirmen.

Am besten einen jener wenigen, die noch wissen, was Pass Interference ist.

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