Lamar Jackson wartet noch immer auf seinen ersten Sieg gegen die Kansas City... - Bildquelle: 2020 Getty ImagesLamar Jackson wartet noch immer auf seinen ersten Sieg gegen die Kansas City Chiefs. © 2020 Getty Images

München/Baltimore - Das Topspiel zwischen den Baltimore Ravens und den Kansas City Chiefs galt nicht nur als das Aufeinandertreffen der neuen Großmächte der NFL, sondern auch als das Duell zwischen den beiden vergangenen NFL-MVPs und den zwei besten Vertretern der neuen Quarterback-Generation.

Während Chiefs-Spielmacher Patrick Mahomes seine Mannschaft mit gewohnter Souveränität zu einem deutlichen 34:20-Sieg führte, tat sich sein Gegenüber Lamar Jackson auffällig schwer und erlebte einen Abend zum Vergessen. 

 

Keine Chance durch die Luft

Nach einem vielversprechenden Beginn entschied sich Head Coach Jim Harbaugh früh auf das durchschlagskräftige Laufspiel um die Running Backs Mark Ingram, Gus Edwards und J.K. Dobbins zu verzichten, und stattdessen auf Jacksons Wurfarm und Kreativität in der Pocket zu setzen.

Mit gerade einmal 97 Passing Yards verzeichnete der 23-Jährige allerdings das bislang schwächste Resultat seiner Karriere, während ihm auch im Laufspiel die notwendige Durchschlagskraft fehlte.

"Angstgegner" Kansas City Chiefs?

Ein Blick auf die Statistiken verrät, dass sich Jackson gegen die Chiefs schwerer tut als gegen andere Gegner. Während er gegen andere Teams im Schnitt 67 Prozent seiner Pässe an den Mann bringt, sind es gegen die Chiefs nur 53 Prozent.

Von den bisher drei Aufeinandertreffen konnte Jackson kein Einziges für sich entschieden - gegen seine übrigen Gegner in der Regular Season kann der Spielmacher hingegen mit einer Bilanz von 21-1 beeindrucken.

Nicht umsonst bezeichnete er Mahomes und die Chiefs nach der Niederlage als das "Kryptonit" der Ravens. "Um ehrlich zu sein, sah es aus wie das Spiel gegen Tennessee", erklärte ein sichtlich enttäuschter Jackson nach dem Spiel und verwies damit auf die Playoff-Niederlage in der Divisional Round im vergangenen Januar.

Parallelen zur letztjährigen Divisional Round

In der bitteren Playoff-Pleite gegen die Titans lassen sich noch mehr Gemeinsamkeiten zu Jacksons Leistung während des Monday Night Games finden. Auch dort brachte die gegnerische Defense den Angriff der Ravens zum Stehen und rettete einen Vorsprung in die Pause.

Während die Titans "nur" mit 14:6 führten, lagen die Chiefs mit 27:10 schon deutlicher vorne - am Ende entführten beide Teams einen Sieg aus Baltimore. Erschreckende Parallelen, die keine Einzelfälle sind: Jacksons Bilanz steht bei 0-6, wenn er mit einem Rückstand in die Halbzeit geht - bei einer Führung steht sie bei 21-0.

Keine Panik auf Seiten der Ravens

Trotz aller Statistiken sind Jacksons Fähigkeiten dennoch unbestreitbar, nicht umsonst wurde er in der vergangenen Spielzeit einstimmig zum NFL-MVP gewählt. "Sie haben uns einfach geschlagen - das ist die Geschichte des Abends", versicherte Harbaugh, der von einem größeren Zusammenhang erstmal nichts wissen wollte. 

"Sie sind besser, dass ist offensichtlich. Zurzeit sind sie einfach das bessere Football-Team."

Unterstützung erhielt Harbaugh unter anderem von Star-Defensive-End Calais Campbell, der die Niederlage als Ansporn für den weiteren Saisonverlauf versteht: "Ich freue mich darauf, alles dafür zu tun, um wieder gegen sie spielen zu können. Wenn wir das von uns erwartete Spiel abrufen können, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir mit diesen Jungs mithalten können."

Illustre Gesellschaft

Auch Jackson tut gut daran, nicht zu viel Zeit auf seine dritten Niederlage gegen die Chiefs zu verschwenden. In der langen NFL-Geschichte gibt es zahlreiche prominente Beispiele, die ähnlich viele Rückschläge gegen ein und denselben Gegner einstecken mussten.

Der legendäre Quarterback Peyton Manning verlor mit teilweise katastrophalen Leistungen die ersten sechs Spiele gegen seinen Rivalen Tom Brady, davon alleine zweimal in den Playoffs. Ab der Saison 2005 wendete sich dann das Blatt und Manning gewann sechs der nächsten elf Spiele gegen Brady, darunter drei AFC-Championship-Games.

Die nächsten drei Auftritte machen Jackson daher wenig Mut, er hat aber schon im kommenden Jahr die Chance, dies zu widerlegen. Denn dann kommt es nach der Rotationsfolge im Spielplan wieder zu Duellen mit der AFC West.

Tom Offinger

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