Ben McAdoo ist von einer erfolgreichen Saison der New York Giants überzeugt - Bildquelle: ImagoBen McAdoo ist von einer erfolgreichen Saison der New York Giants überzeugt © Imago

München/New York – Gut sieben Monate sind vergangen, seitdem Ben McAdoo als Head Coach bei den New York Giants entlassen wurde. Die Footballer aus dem MetLife Stadium, die eigentlich als Geheimfavorit in die Saison gingen, standen damals bei einer grottigen Bilanz von zwei Siegen und zehn Niederlagen. McAdoo tauchte danach erst einmal unter. Nun brach er im Gespräch mit der New York Post sein Schweigen - und teilte bei der Gelegenheit ordentlich aus. 

 

Es mag auf den ersten Blick positiv erscheinen, wenn McAdoo den Giants eine erfolgreiche Saison prognostiziert, indem er sagt: "Sie werden ihre Division gewinnen."

In Wahrheit steckt dahinter aber Kritik an der bisherigen Teamführung. Bezüglich der Personalentscheidungen sagt er zum Beispiel: "Sie haben die Moves gemacht, die ich selber gerne gemacht hätte." Diese Aussage ist als ein Angriff auf den ehemaligen General Manager Jerry Reese zu verstehen, der offenbar nicht dazu in der Lage war, die Wünsche von McAdoo zu erfüllen.

McAdoo: Sie haben die richtigen Spieler weggeschickt

Besonders die Offensive Line galt als Schwachstelle der Giants. Den Neuaufbau, den General Manager Dave Gettleman in diesem Mannschaftsteil vornimmt, sieht McAdoo sehr positiv. Etwa weil die unter ihm noch aktiven Spieler einfach zu schlecht waren?

Auf die Abgänge von Center Weston Richburg und Guard Justin Pugh angesprochen, antwortet der Ex-Trainer: "Sie haben die richtigen Spieler weggeschickt." Der in Runde Nummer 2 gedraftete Will Hernandez sei laut McAdoo die bessere Alternative: "Eli (Manning) darf keinen Druck über die Mitte bekommen." 

Damit will er sagen: Richburg und Pugh waren nicht dazu in der Lage, ihren Quarterback zu beschützen. Ein absoluter Affront gegenüber den eigenen Spieler. Auch mit den Centern hat McAdoo kein Nachsehen. Dass dort lediglich Brett Jones und Jon Halapio zur Auswahl stehen, sei laut dem Ex-Coach ein Grund zu Sorge.  

Scharfe Kritik gegen Ereck Flowers

Besonders viel Kritik bekam aber Left Tackle Ereck Flowers ab. "Er ist nicht beweglich. Du musst auf dieser Position aber beweglich sein. Der Gegenspieler kann ganz einfach um ihn herumlaufen", lästert McAdoo. 

Die in der Offseason getätigte Verpflichtung von Left Tackle Nate Solder sei daher sinnvoll gewesen: "Ich halte ihn nicht unbedingt für einen ganz großen Spieler. Aber das Team braucht in diesem Bereich Unterstützung. Bislang gab es niemanden, der dazu in der Lage war." 

Dass im Gegenzug Defensive End Jason Pierre-Pauls nach Tampa Bay weggegeben wurde, immerhin ein zweimaliger Pro-Bowler, bezeichnet McAdoo sogar als klugen Schachzug: "Es war clever, das Gehalt einzusparen und dafür dann Solder zu holen."

McAdoo 2019 wieder auf dem Trainer-Markt verfügbar

Da McAdoo für die Saison 2018 noch einen Vertrag bei den Giants hat und somit ein Gehalt bezieht, kann er die kommenden Monate ruhig angehen. Zusammen mit seiner Familie bezog er gerade erst ein Haus an der Ostküste von Florida. 2019 wird er sich wohl wieder um einen Job in der NFL bemühen.

Fraglich ist allerdings, ob er sich mit diesem Interview einen Gefallen getan hat. Öffentliche Kritik an die eigenen Spieler, selbst wenn sie erst im Nachhinein getätigt wird, gilt in der NFL als No-Go. Dieses Tabu gebrochen zu haben, könnte potentielle Arbeitgeber abschrecken.   

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