Quarterback Patrick Mahomes feiert den Einzug seiner Kansas City Chiefs in d... - Bildquelle: gettyQuarterback Patrick Mahomes feiert den Einzug seiner Kansas City Chiefs in den Super Bowl. © getty

München/Kansas City - Die Liga verneigt sich vor Patrick Mahomes.

Der Quarterback der Kansas City Chiefs hat sein Team in den Super Bowl (am Sonntag ab 22:45 Uhr live auf ProSieben und ran.de) geführt - und das in seinem erst zweiten Jahr in der Liga.   

Unter dem Radar bis in den Super Bowl

Patrick Mahomes spielt auf einem anderen Level – seit dem zehnten Spieltag. Damals verloren die Chiefs mit 32:35 ausgerechnet gegen die Tennessee Titans, den Gegner im Championship Game. Mahomes, der die beiden vorangegangen Spiele aufgrund einer Knieverletzung verpasst hatte, feierte in dieser Partie sein Comeback. "Ich bin froh, dass ich es unversehrt durch das Spiel geschafft habe", sagte Mahomes hinterher. 

In den darauffolgenden Partien sollte er jedoch viel mehr schaffen als nur das. Tatsächlich flogen die Chiefs mit Mahomes lange Zeit unter dem Radar, die Baltimore Ravens schienen in der AFC das Team zu sein, das es zu schlagen gilt. Doch der Endspurt der Chiefs ist beeindruckend – seit dem Spiel gegen die Titans stehen sie bei einer Bilanz von 8-0 - angeführt von Mahomes.

Die Ravens wurden von den Titans besiegt, die Titans fanden eine Woche später gegen Mahomes kein Gegenmittel. Damit steht Mahomes als König der AFC fest, nun will er sich in Miami gegen die San Francisco 49ers die Krone der gesamten NFL aufsetzen. 

Die Zahlen überzeugen

Aus statistischer Sicht konnte er zwar nicht an die Traumwerte aus der vergangenen Saison anknüpfen, dennoch lieferte er konstant gute Zahlen ab - und gewann die Spiele. Im Zeitraum der letzten acht gewonnen Partien kommt er im Schnitt auf 252,2 Passing Yards pro Spiel und insgesamt 22 Touchdowns.  

Die Postseason-Statistik alleine ist dabei umso beeindruckender. In den beiden Spielen gegen die Houston Texans und Tennessee Titans kam er insgesamt auf 615 Passing Yards und acht Touchdowns ohne Interception. Zudem lief er den Ball für 106 Rushing Yards und einen Touchdown.

Für Teamkollege Travis Kelce gab es wenig Zweifel, was die Leistung vom Mahomes angeht: "Sie sehen hier den besten Quarterback der NFL. Er zeigt es in jedem Spiel, Baby!" Um diesen Satz zu sagen, unterbrach Kelce extra das Interview seines Quarterbacks unmittelbar nach der Partie.

Chiefs-Head-Coach Andy Reid zeigte sich nach dem Einzug in den Super Bowl nicht nur von den spielerischen Fähigkeiten seines Quarterbacks überzeugt: "Er ist als Spieler überragend, aber auch als Person stimmt bei ihm das Gesamtpaket."  

Mahomes macht alle besser 

Zweifelsohne war Mahomes schon vor diesen Playoffs für seine spektakulären Würfe bekannt, doch die Vielseitigkeit der explosiven Chiefs-Offense wird in diesem Jahr vom Vorjahres-MVP auf ein höheres Level gehoben.

Während er im Divisional Game gegen die Texans noch Tight End Travis Kelce für 134 Yards und drei Touchdowns fand, war dieser im Championship Game gegen die Titans mit 30 Yards und ohne Touchdown quasi abgetaucht.

Doch Mahomes wäre nicht er selbst, wenn er nicht andere Wege finden würde, seine Waffen in der Offensive einzusetzen. In der Regular Season war Wide Receiver Sammy Watkins weitestgehend abgemeldet, gegen Tennessee kam er auf 114 Receiving Yards sowie einem Touchdown, der nach einem 60-Yard-Wurf aus Mahomes Handgelenk im letzten Viertel die Entscheidung bedeutete. 

Insgesamt warf Mahomes in diesen Playoffs in die Richtung von zehn unterschiedlichen Passempfängern, was die Variabilität der Offense unterstreicht.

Die Unberechenbarkeit von Mahomes

Dabei gehört die Offensive Line der Kansas City Chiefs laut "Pro Football Focus" lediglich zum Durchschnitt der NFL und hatte mit einigen Verletzungsproblemen zu kämpfen. So fehlte auch gegen die Titans Starting-Guard Andrew Wylie aufgrund einer Verletzung. Trotzdem musste Mahomes in dieser Saison erst 19 Sacks einstecken, während der Wert über die Regular Season hinweg bei Jimmy Garoppolo vom Super-Bowl-Gegner aus San Francisco bei 36 eingesteckten Sacks liegt. 

Der Grund hierfür ist die ausgezeichnete Beweglichkeit von Mahomes, wenn er die Pass-Pocket verlassen, sowie seine Fähigkeit, die gegnerische Defense perfekt zu lesen. Bestes Beispiel war hierbei das wohl entscheidende Play beim Sieg gegen die Titans, als Mahomes 20 Sekunden vor der Halbzeitpause keine Anspielstation finden konnte. Anstatt den Ball per Notwurf zum Gegner oder ins Seitenaus zu befördern, wartete er geduldig, bis sich eine Lücke in der Titans-Defense auftat.

Er fand die Lücke in der Nähe der Seitenlinie und lief kurioserweise recht langsam an den Verteidigern der Titans vorbei und behielt die Balance, um nicht ins Seitenaus zu treten. Einen Spin-Move später am letzten Titans-Spieler vorbei vollendete er den 27-Yard-Lauf zum Touchdown. "Das war nur möglich, weil meine Jungs gedoppelt wurden, deshalb hatte ich Platz", analysierte er nach dem Spiel in der Kabine seinen Lauf. 

"Jeder weiß, dass er einen MVP-Arm hat, aber heute hat er seine MVP-Beine gezeigt", kommentierte Wide Receiver Demarcus Robinson die Aktion seines Quarterbacks nach dem Spiel.

Mahomes war in beiden Playoff-Spielen der Spieler mit den meisten Rushing Yards seines Team, was dessen Vielseitigkeit einmal mehr unter Beweis stellt. Kurios: Mahomes hatte in dieser Begegnung nur 16 Rushing Yards weniger als Running-Back-Monster Derrick Henry. 

Voll konzentriert - auch bei Rückstand

Der 24-Jährige zeigte nun zum zweiten Mal in Folge die Fähigkeit, sein Team trotz teilweise hohen Rückstandes zurück ins Spiel zu bringen. Nachdem die Chiefs bereits gegen die Texans zwischenzeitlich 0:24 zurücklagen, liefen sie auch gegen die Titans längere Zeit einem Rückstand hinter her. Was beweist, dass Mahomes auch mental voll auf der Höhe ist und in hitzigen Momenten die Ruhe bewahren kann. 

Es wäre Mahomes sicher recht, wenn er im Super Bowl (am Sonntag ab 22:45 Uhr live auf ProSieben und ran.de) nicht noch ein Comeback hinlegen zu müsste. Zuzutrauen wäre es dem heißesten Quarterback der NFL derzeit aber allemal.

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