Die neue Liga "Alliance of American Football" soll 2020 an den Start gehen - Bildquelle: Alliance of American Football Die neue Liga "Alliance of American Football" soll 2020 an den Start gehen © Alliance of American Football

München/New York – Kickoffs werden abgeschafft, Extra Points auch. Blitzes aus der Secondary sind ebenfalls nicht mehr erlaubt. Auch nach dem Super Bowl soll den Fans professioneller Football geboten werden - aber eben etwas anders, als in der NFL. Die "Alliance of American Football" (AAF) ist der neueste Versuch eine neue Football-Liga neben der NFL zu etablieren. Läuft alles nach Plan, gibt es ab 2020 insgesamt vier. Neben der NFL buhlt dann die "XFL" um die Gunst der Fans, die Arena Football League gibt es ja schon. Der Startschuss für die AAF fällt am 9. Februar 2019. Das Projekt wurde von TV-Produzent Charlie Ebersol ins Leben gerufen.

Ebersol weiß zumindest, wie es nicht geht. Er ist der Sohn des langjährigen TV-Funktionärs Dick Ebersol, der gemeinsam mit Vince McMahon den ersten Versuch der Konkurrenz-Liga XFL Anfang der 2000er in den Sand setzte. McMahon steckt auch hinter XFL-Versuch Nummer zwei, der 2020 starten soll.

Keine Onside-Kicks, Strengere Regeln beim Pass Rush

Dabei gibt es in der "Alliance of American Football" im Vergleich zur NFL einige grundlegende Regeländerungen:

  • Kickoffs werden abgeschafft. Zu Beginn des Spiels oder nach einem Scoring Play bekommt das andere Team den Ball an der eigenen 25-Yard-Linie. Studien zufolge, die die AAF in Auftrag gegeben hat, ist das Verletzungsrisiko beim Kick-Return besonders hoch. Zudem würden Kickoffs die Spieldauer deutlich verlängern.
  • Anstatt eines Onside-Kicks gibt es in der AAF eine Onside-Conversion. Sobald ein Team mit mindestens 17 Punkten in Rückstand gerät oder nur noch fünf Minuten im vierten Viertel zu Spielen sind, kann diese versucht werden. Dabei bekommt das Team A den Ball an der eigenen 28-Yard-Linie und muss in einem Versuch 12 Yards zurücklegen. Gelingt das, darf Team A den Drive normal fortsetzen. Wenn nicht, bekommt Team B den Ball an der Stelle, an der es Team A gestoppt hat.
  • Extra Points gibt es keine. Nach jedem Touchdown muss das Team immer die Two-Point-Conversion versuchen.
  • Maximal fünf Spieler sind für den Pass Rush zugelassen. Aus der Secondary darf kein Spieler blitzen. Wenn ein Team mit fünf Defensive Linern spielt, dürfen nur diese Spieler den Quarterback jagen.

Kompetenz ins Boot geholt

Um seine Liga ans Laufen zu bringen, hat sich Ebersol zudem eine Menge Kompetenz ins Boot geholt. Der frühere NFL-GM und heutige ESPN-Experte Bill Polian ist für die Organisation und Planung des Spielbetriebs verantwortlich, der zweimalige Super-Bowl-Sieger und siebenmalige Pro Bowler Troy Polamalu kümmert sich um die Spieler.

Als Berater konnte Ebersol die früheren Profis Hines Ward und Justin Tuck gewinnen, zudem hat der 36-Jährige ein paar finanzstarke Investoren im Hintergrund. Die AAF soll in erster Linie eine Entwicklungsliga für junge College-Talente sein, die nicht den direkten Sprung in die NFL schaffen. Daneben soll sie eine Alternative für NFL-Profis sein, die dem Cut zum Opfer fallen. Die Saison mit acht 50-Mann-Teams wird zehn Wochen andauern.

Hackenberg und Richardson nehmen teil.

Alle Spieler in der AAF unterschreiben einen Dreijahresvertrag im Wert von 250.000 US-Dollar, dazu kommen leistungsgebundene Boni. Spieler die eine Saison in der Liga abschließen, bekommen von der AAF ein Stipendium, um einem Studium oder einer Ausbildung nachgehen zu können.

Die ganz großen Stars konnten Ebersol und Co. noch nicht für ihr Projekt begeistern. Mit Christian Hackenberg, Matt Asiata und dem ehemalige Erstrundenpick Trent Richardson, gibt es trotzdem einige Ex-NFL-Profis, die den Sprung ins Ungewisse wagen.   

Kurt Warner aus dem Lebensmittelladen

"Es gibt 28.000 Division I Footballer, und nur 1700 haben einen Job in der NFL. Wir suchen die Kurt Warners, die in Lebensmittelgeschäften arbeiten, und ich denke, wir werden sie finden", sagte er. Ebersol betonte, sein Projekt sei nicht kurzfristig, sondern auf sieben bis zehn Jahre angelegt. "Das wissen auch unsere Investoren", betonte er.

Ebersol präsentierte auch einen ausgetüftelten Medienplan, eine Zusammenarbeit mit CBS und CBS Sports Network, wo Spiele ebenso gezeigt werden sollen wie in der App der Liga. Fantasy Football wird ebenfalls integriert, immerhin kann man so Fans mitnehmen, die mit Fantasy Football nach dem Ende der NFL-Saison aufhören mussten. Es soll keine TV-Timeouts und 60 Prozent weniger Werbung geben. Zusammen mit den Regeländerungen soll das dafür sorgen, dass die TV-Übertragung eines Spiels nur noch rund zweieinhalb Stunden dauert.

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