München – Nachdem gegen Panthers-Owner Jerry Richardson ein Prozess wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz eingeleitet wurde, gab der 81-Jährige bekannt, seine Franchise zum Ende der Saison verkaufen zu wollen.

Mehr zu dem Thema am Dienstag, 19. Dezember, ab 22:25 Uhr in Coach's Corner live auf ProSieben MAXX und ran.de.

Das Angebot wird zahlreiche Interessenten auf den Plan rufen, Rapper P. Diddy, Basketball-Star Stephen Curry und Ex-NFL-Spieler Colin Kaepernick haben bereits Interesse signalisiert. Kein Wunder, schließlich stehen NFL-Franchises nur selten zum Verkauf. ran.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum Owner-Wechsel.

Wann wird eine NFL-Franchise verkauft?

Dass eine NFL-Franchise verkauft wird, kommt nicht häufig vor. In den meisten Fällen tritt dies lediglich bei einem Todesfall ein – oder, wie im Fall Jerry Richardson, bei einem Skandal oder groben Verstoß gegen die NFL-Statuten.

Wie kommt man an eine Franchise?

Um eine Franchise kaufen zu können, muss sich der Interessent mit dem vorherigen Besitzer auf einen angemessenen Preis einigen. Das renommierte "Forbes-Magazin" gibt jedes Jahr eine Liste mit dem geschätzten Wert jeder NFL-Franchise heraus. Spitzenreiter 2017: Die Dallas Cowboys, mit einem geschätzten Wert von 4,8 Milliarden Dollar.

Die Carolina Panthers entsprechen dieser Liste zufolge einem Wert von etwa 2,3 Milliarden Dollar.

Wie läuft der Prozess ab?

Wenn sich mit dem vorherigen Besitzer auf einen angemessenen Preis geeinigt wurde, ist der Kauf allerdings noch nicht über die Bühne. Ein entsprechender Antrag muss erst bei der NFL eingereicht werden.

Die restlichen Franchise-Besitzer müssen dann ihre Zustimmung geben. Erst bei 75 Prozent der Stimmen oder 20 Zusagen (sollten sich einige Besitzer enthalten), ist der Verkauf der Franchise akzeptiert.

Wer darf alles eine Franchise besitzen?

Prinzipiell jeder, der es sich leisten kann. Oft befinden sich NFL-Franchises aber über viele Jahre im Familien-Besitz, werden auf verschiedene Anteilsnehmer aufgeteilt oder gehören einer einzelnen Person. Dabei schreibt die NFL vor, dass mindestens 30 Prozent einer Franchise im Besitz einer einzelnen Person sein müssen. Ausnahmen bilden Franchises, die sich seit über einem Jahrzehnt im Familienbesitz befinden. Dann genügen zehn Prozent der Anteile.

Des Weiteren muss jeder Investor mindestens ein Prozent der Anteile besitzen. Eine Franchise darf laut NFL-Regularien von maximal 24 Personen, die eine Owner-Gruppierung bilden, besessen werden.

Dabei gibt es allerdings auch Ausnahmeregelungen. Green Bay Packers ist die einzige Franchise, die keinen Besitzer hat. Die Anteile der Packers liegen bei der "Green Bay Packers Inc.", einer Non-Profit-Organisation. Die Ausnahme wird von der NFL gewährt, da die Franchise bereits seit 1923 im Besitz des Unternehmens ist.

Non-Profit-Organisationen, religiöse Gruppen oder Regierungen dürfen ansonsten keine NFL-Franchise besitzen.

Was wurde zuletzt für eine Franchise gezahlt?

Die letzten Franchises wechselten 2012 den Besitzer. Damals kauften Jimmy Haslam und Shahid Khan die Cleveland Browns bzw. Jacksonville Jaguars. Haslam zahlte knapp 1,05 Milliarde Dollar für die Browns, die er Randy Lerner abkaufte.

Khan erhielt die Jaguars im Frühjahr 2012, als er die Franchise für knapp 760 Millionen Dollar von Geschäftsmann Wayne Weaver abkaufte.

Darf ein NFL-Owner auch weitere Franchises besitzen?

NFL-Besitzer dürfen keine weiteren Anteile an anderen NFL-Franchises besitzen. Ihnen ist es gestattet andere MLB- (Baseball), Basketball- oder Eishockey-Teams zu besitzen, solange sich diese geographisch im Heimatmarkt der eigenen NFL-Franchise befinden, oder in einer Stadt, in der kein NFL-Team ortsansässig ist. Der Besitz eines Fußball-Teams ist von dieser Regel ausgeschlossen.

Kann ein Owner gezwungen werden, seine Franchise zu verkaufen?

Ja, allerdings nur in seltenen Fällen. Wenn ein Owner "schuldig befunden wird, der Liga oder dem professionellen Football zu schaden", heißt es in der NFL-Verfassung. Ein solcher Prozess würde sich dann allerdings über viele Jahre hinziehen.

Zuletzt wurde über einen solchen Fall bei Cowboys-Owner Jerry Jones diskutiert, der sich mit NFL-Commissioner Roger Goodell spätestens seit der Elliott-Suspendierung auf dem Kriegsfuß befindet und sich offen gegen eine Vertragsverlängerung Goodells ausgesprochen hatte. Ein Zwangs-Verkauf ist allerdings nicht eingeleitet worden.

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