Muss sich Kritik anhören: Jimmy Garoppolo. - Bildquelle: imago images/ZUMA PressMuss sich Kritik anhören: Jimmy Garoppolo. © imago images/ZUMA Press

München/Miami – Jimmy Garoppolo wird sich die Häme gefallen lassen müssen. Die Kritik, die Sprüche. Sie gehören dazu, und als Verlierer hat man nun mal den Schaden, und wie wir wissen, braucht man für den Spott dann nicht sorgen. Der kommt nach dem 20:31 im Super Bowl gegen die Kansas City Chiefs nämlich ganz automatisch.

Bei einer kläglich verspielten Zehn-Punkte-Führung im Schlussviertel sowieso. 

Clark schlägt verbal zu

Frank Clark ließ sich die Gelegenheit dann auch nicht entgehen. Der Quarterback ist als Gesicht eines Teams generell immer ein gutes Ziel, der oft unspektakulär-biedere Spielmacher der San Francisco 49ers sowieso, und kombiniert mit einem millionenschweren Vertrag lässt es sich besonders gut frotzeln.

 

"Man bezahlt dem Kerl 140 Millionen, 130 Millionen, was immer er auch bekommt", fing Defensive End Clark bei Fox Sports an und lag gar nicht schlecht. Garoppolo hatte vor zwei Jahren in San Francisco einen Fünfjahresvertrag über 137,5 Millionen Dollar unterschrieben. 

Viel Geld für zu wenig Aktionen im Super Bowl, findet Clark: "Er muss den Ball werfen. Offensichtlich hat er das nicht getan. Sie haben 200 Yards bei Checkdowns geworfen – das ist nicht genug, um ein Spiel gegen uns zu gewinnen." Game Manager war so ein Vorwurf, der Garoppolo die ganze Saison über hinterherlief. Mal konnte er das aushebeln, oft genug aber nicht. 

Clark hat sich Garoppolo herausgepickt, was man als Quarterback weglächeln muss, denn alleine schultert der 28-Jährige die unnötige Schlappe trotzdem nicht. Doch er lieferte den Kritikern Nahrung, dass er ein guter, aber eben kein herausragender Quarterback sei. Keine Frage: Clark legte den Finger in die Wunde.

Kein Unterschied-Macher

Garoppolo ist bei aller Klasse keiner, der das Team anführt, wenn es plötzlich strauchelt, keiner, der in schwierigen Momenten über sich hinauswächst. Einer, der für die besonderen Momente sorgt, hätte den Pass über 51 Yards bei 1:33 Minuten Restspielzeit und beim Stand von 20:24 zu Emmanuel Sanders gebracht und den Receiver nicht überworfen. Kleinigkeiten mit großer Wirkung.

Denn das sind Würfe, die eine Saison entscheiden können, die in Erinnerung bleiben, die Geschichte schreiben. Stattdessen wurde Garoppolo beim nächsten Snap von Clark gesackt. Chiefs-Running-Back Damien Williams war es dann vorbehalten, mit einem 38-Yard-Lauf den Sack zuzumachen.

"Wir waren dankbar, dass sie aus dem Laufspiel raus sind und angefangen haben zu werfen", sagte auch Chiefs-Safety Tyrann Mathieu.  

Das lässt sich mit Zahlen untermauern. Garoppolo brachte 20 seiner 31 Pässe zum Mann und warf für 219 Yards und zwei Touchdowns, allerdings leistete er sich auch zwei Interceptions. 

Dass die 49ers in der zweiten Hälfte 20 Passversuche und nur zehn Läufe unternahmen, entpuppte sich als Eigentor, nachdem "Jimmy G" von seinen letzten elf Versuchen nur drei zum Mann brachte, für 36 Yards. 

"Das sind die Momente, von denen du träumst. Wir konnten es nicht beenden", sagte ein enttäuschter Garoppolo, "aber es war ein verdammt gutes Jahr mit diesen Jungs, alles was wir durchgemacht haben, es ist eine unglaubliche Geschichte."

Allerdings eine ohne Happy End. 

Die Pleite bleibt übrig

Klar, er hat sich selbst nach seinem Kreuzbandriss nach langer Reha zurückgemeldet, spielte eine gute Saison. Doch er weiß: Diese Pleite ist das, was übrig bleibt, ist das, woran er gemessen wird, bis er beweist, dass er auch große Spiele kann. Erst dann wird die Wunde verheilen.

 

Denn er weiß auch: "Am Ende des Tages geht es um Siege und Niederlagen."

Und bei letzterem darum, Kritik, Spott und Häme zu ertragen. 

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