Die Green Bay Packers stehen nach dem Aus vor einer schwierigen Offseason. - Bildquelle: ImagoDie Green Bay Packers stehen nach dem Aus vor einer schwierigen Offseason. © Imago

München/Green Bay - Sie machten keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung. Nicht Aaron Rodgers, nicht Matt LaFleur. Die 26:31-Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers hat den Green Bay Packers heftig zugesetzt. "Ich bin einfach ziemlich enttäuscht", sagte Rodgers nach dem Spiel.

Der 37-Jährige suchte nach Erklärungen, zählte einzelne Spielszenen auf, gab seine Sicht der Dinge wieder. Es half nichts. Die Frustration war Rodgers ins Gesicht geschrieben. Die Hoffnungen auf den fünften Super-Bowl-Titel der Franchise-Geschichte haben ein jähes Ende gefunden.

Rodgers machte relativ schnell deutlich, dass es ihm nun schwerfallen würde, einfach so zur Tagesordnung zurückzukehren: "Ich werde mir sicher eine Auszeit nehmen müssen, um den Kopf frei zu bekommen und zu sehen, wie es mit allem weitergeht, aber im Moment ist es ziemlich schwierig."

Viele Verträge laufen aus

Es dürfte vielen bei den Packers so gehen. Doch hinter den Kulissen bleibt im Front Office nur wenig Zeit, um durchzuatmen. Die Weichen für die Zukunft müssen gestellt werden und General Manager Brian Gutekunst steht vor einem Berg voller Aufgaben.

Bei insgesamt 25 Spielern läuft der Vertrag aus, zehn davon gehen als Unrestricted Free Agent in die kommenden Monate und können mit jeglichen Teams über einen neuen Kontrakt verhandeln.

 

Darunter befinden sich große Namen wie die beiden Running Backs Aaron Jones und Jamal Williams. All-Pro Center Corey Linsley besitzt ebenso noch kein neues Arbeitspapier wie Tight End Mercedes Lewis oder Cornerback Kevin King.

Der Cap Space wird deutlich überschritten

Zudem überschreiten die Packers den derzeit prognostizierten Cap Space für die Saison 2021 um rund 25 Millionen Dollar und sind daher alles andere als flexibel. Rodgers fasste es daher passend zusammen, in dem er sagte: "Die Endgültigkeit ist hart. Es gibt in dieser Offseason viele Unbekannte."

Das gilt tatsächlich auch für die Position des Quarterbacks. Im Draft 2020 tradeten sich die Packers überraschend hoch und wählten in der ersten Runde in Jordan Love den womöglich designierten Nachfolger von Rodgers. Während Teams wie Tampa Bay im absoluten "Win-Now-Modus" sind und dafür auch personell alles getan haben, signalisierte man Rodgers in Green Bay: 'Wir planen bereits über die Rodgers-Ära hinaus.'

Draft-Picks werfen wieder Fragen auf

Rodgers war davon wenig begeistert. Und dennoch: Er besitzt noch einen Vertrag bis nach der Saison 2023, alles andere als eine Rückkehr im nächsten Jahr wäre verrückt.

Doch viel mehr verpassten es die Packers, mit dem Love-Pick für mehr Qualität auf anderen Positionen zu sorgen. Vor dem Draft galt es damals als sicher, dass Green Bay in einer starken Receiver-Klasse eine neue Waffe für Rodgers auswählen würde. Doch weit gefehlt. Ebenso wenig wurde die Chance ergriffen, einen zweiten starken Cornerback an die Seite von Jaire Alexander zu stellen.

 

Gut möglich, dass sich zudem im Trainerteam etwas ändern wird. Defensive Coordinator Mike Pettine traf vor allem in der ersten Halbzeit keine guten Entscheidungen. Sinnbildlich: Beim Buccaneers-Touchdown kurz vor der Pause ließ er eine Mann-Verteidigung spielen, um Tampa Bay den kurzen Pass und damit ein mögliches Field Goal wegzunehmen.

Brady bestraft schlechte Coaching-Entscheidungen

Tom Brady sah dies, schickte den pfeilschnellen Scotty Miller ins Duell mit Cornerback Kevin King und erzielte den Touchdown. Nach dem Spiel sagte der wegen des mangelnden Muts im letzten Drive seiner Offense in die Kritik geratene Packers-Head-Coach LaFleur: "Das war definitiv nicht die richtige Entscheidung. Man kann so etwas nicht machen. Das ist unentschuldbar und hätte nicht passieren dürfen."

Die Baustellen im Kader der Packers müssen also angegangen werden. Das ist normal in der NFL, die vielen auslaufenden Verträge und der niedrige Cap Space machen die Aufgabe aber nicht leichter. Fakt ist: Die Offseason wird richtungsweisend. Für Rodgers, für seine Teamkollegen und für die gesamte Franchise der Green Bay Packers.

Timo Nicklaus

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