Head Coach Frank Reich (li.) und General Manager Chris Ballard. - Bildquelle: imago/Icon SMIHead Coach Frank Reich (li.) und General Manager Chris Ballard. © imago/Icon SMI

München – Es gibt für die Offseason diverse Ansätze. Für die Zeit, wenn die Roster geformt werden. Wenn die Pläne geschmiedet werden, wie man die Free Agency nutzt. Trades über die Bühne bringt.

Aggressiv wie die Cleveland Browns in diesem Jahr zum Beispiel. "All in", wie die Los Angeles Rams 2018. Mit spektakulären Namen, großen Verträgen und viel Geld. Viel Tamtam. 

Man kann es aber auch ruhig angehen lassen. Gemächlich, mit Weitsicht. So wie die Indianapolis Colts. Denn die Franchise läuft zwar seit Wochen mit dem größten Cap Space aller Teams herum, die ganz großen Deals gingen aber ohne sie über die Bühne.

Klare Grenze gezogen

Das hat zwei Gründe. Zum einen ist klar: Wer viel Kohle hat, dem will man auch möglichst viel davon aus der Tasche ziehen. Bedeutete: General Manager Chris Ballard und Head Coach Frank Reich hatten zwar den Markt im Blick und boten auch mit, zogen aber stets eine klare Grenze. Die Colts ließen sich von dem Hype und der hitzigen Stimmung um Antonio Brown, Le’Veon Bell oder Odell Beckham Jr. nicht anstecken oder mitreißen. War die Grenze überschritten, war man raus. 

Und: Die Colts planen langfristig. Denn ein Teil des vorhandenen Geldes soll auch dafür eingesetzt werden, Spieler aus dem eigenen Kader zu halten, indem die Verträge verlängert werden. 

 

Ganz untätig war Ballard natürlich auch wieder nicht: Cornerback Pierre Desir und Defensive End Margus Hunt wurden zum Beispiel gehalten, dazu unter anderem Defensive End Justin Houston und Safety Clayton Geathers verpflichtet. 

Der Cap Space ist von rund 100 Millionen Dollar auf rund 60 Millionen geschrumpft, damit liegen die Colts aber immer noch an der Spitze. Und das deutlich.

Doch es ist ein behutsames Vortasten. Einerseits muss man die Gegenwart beachten, Qualität hinzufügen, Baustellen schließen, um erfolgreich zu sein. 

Fehleinkäufe können alles kaputt machen

Gleichzeitig sollte man aber auch die Zukunft im Blick behalten. Der Draft (ab dem 25. April live auf ProSieben MAXX und ran.de) in Nashville steht schließlich auch noch vor der Tür. "Viele Fehleinkäufe braucht es nicht, um den Cap und die Stärke des Teams zu zerstören", sagte Colts-Besitzer Jim Irsay, der Ballard für seine Taktik applaudiert. Und für seine Disziplin.

Die Schlagzeilen bestimmen (noch) andere. Man wolle opportunistisch sein. Und weise, so Irsay. Heißt: Vielleicht genau dann zuschlagen, wenn andere es nicht mehr können. 

Auch das kann ein Ansatz sein.

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