Ist Daniel Jones der erhoffte Quarterback der Zukunft für die New York Giant... - Bildquelle: imago images / Icon SMIIst Daniel Jones der erhoffte Quarterback der Zukunft für die New York Giants? © imago images / Icon SMI

München/New York - Unter großer Verwunderung der Fans und zahlloser Experten entschieden sich die New York Giants mit dem 6. Pick der ersten Runde im Draft für Quarterback Daniel Jones.

In einigen Mock Drafts landete Jones nicht einmal in der ersten Runde. Talente wie Dwayne Haskins und Drew Lock wurden im Vorfeld deutlich höher als der Duke-Absolvent gehandelt. Die Giants hegten dennoch keinerlei Zweifel an der Verpflichtung.

Gettleman begründet frühen Pick von Jones

Von zahlreichen Experten wurden die Giants in Folge des Drafts zudem kritisiert, warum sie nicht erst den 17. oder gar einen noch späteren Pick für Jones investiert hätten. General Manager Dave Gettleman erklärte die Vorgehensweise der Franchise: "Ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass es zwei Teams gab, die Jones vor Pick 17 genommen hätten."

Nach Informationen von Ralph Vacchiano von "SNY" handelte es sich dabei um die Washington Redskins und Denver Broncos, die mit Dwayne Haskins (Pick 15) respektive Drew Lock (Pick 42) ebenfalls einen Quarterback in einer der ersten beiden Draftrunden verpflichteten.

Gleichwohl tat es dem GM in der Seele weh, einen bestimmten College-Abgänger zu verschmähen: "Es war nicht einfach für mich, Josh Allen abzulehnen. Es war sehr, sehr schwierig." Outside Linebacker Allen gilt als eines der vielversprechendsten Talente im Draft und ging nur eine Position nach den Giants mit dem 7. Pick an die Jacksonville Jaguars.

Dennoch sehen die "Big Blue" in Jones das größere Versprechen für die Zukunft: "Ich halte sehr viel von Daniel Jones und glaube an seine Zukunft als NFL-Quarterback", betonte Gettleman.

Schwieriger Stand am College

Die nackten Zahlen am College werden die New Yorker wohl nicht überzeugt haben. Duke ist wahrlich nicht bekannt für sein starkes Footballprogramm. Der Fokus der Blue Devils liegt auf dem Basketball.

Dementsprechend mager sind auch die Statistiken von Jones: In drei Spielzeiten für die Blue Devils warf er 52 Touchdowns und 29 Interceptions, bei einer Wurfgenauigkeit von 59 Prozent.

In seiner Collegezeit übertraf der Quarterback nie die Schallmauer von 3000 Receiving Yards pro Saison. Zum Vergleich: In der gleichen Zeit knackten jedes Jahr mindestens zwölf College-QBs diese Marke. Der diesjährige Nummer-1-Pick Kyler Murray kam sogar auf über 4000 Yards.

Bei den erzielten Yards pro Pass ist Jones auch weit von der Spitze entfernt. In seinem Abschlussjahr kam er laut "Sports References" durchschnittlich auf 6,8 Yards pro angekommenem Pass. Murray führt das Ranking mit einem Wert von 11,6 an, Haskins erzielte 9,1.

Coach Shurmur redet College-Statistiken klein

Neben Gettleman verteidigte auch Head Coach Pat Shurmur die Wahl des 21-Jährigen: "Man kann nicht einfach nur auf die rohen Zahlen schauen und sagen: 'Dieser Kerl kann es schaffen, oder eben nicht.'"

Der Übungsleiter ließ sich zwar nicht in die Karten blicken, wischte die schwachen College-Statistiken aber vom Tisch: "Es gibt Gründe, warum ein geworfener Ball ankommt oder eben nicht. Ich werde nicht mitteilen, warum das so ist, aber ich denke, dass er sehr produktiv war."

Im Subtext ist zumindest eine kleine Spitze gegen Jones' Teamkollegen am College nicht zu übersehen. In 36 Spielen wurde der Playmaker 85 Mal gesacked.

Hat Jones Chancen auf baldigen Starting-Job?

Nach dem Draft rückt er zunächst einmal ins zweite Glied. Direkt nach Jones' Verpflichtung informierte Gettleman seinen Routinier Eli Manning, dass dieser auch in naher Zukunft starten werde. Und nach Aussage des GM war Manning mit dem Pick seines designierten Nachfolgers ebenfalls "einverstanden".

Jüngst wurde von klubnahen Quellen berichtet, dass eine Weiterbeschäftigung des zweifachen Super-Bowl-Champions auch über 2020 hinaus durchaus eine Option sei.

Trotz des Bekenntnisses zu Manning werden die Giants Jones' Entwicklung mit Argusaugen beobachten. Das Karriereende des 38-jährigen Altmeisters Manning scheint nicht mehr weit entfernt zu sein, dennoch hätten die Giants für den zeitnahen Erfolg an Position sechs deutlich dringendere Schwachstellen im Kader adressieren können.

Einen elitären Pass Rusher vermisst die Franchise schmerzlich und bekam einige aussichtsreiche Kandidaten im Draft auf dem Silbertablett präsentiert.

Daniel Kugler

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